tests/20-11-24_msb
 

MSB Technology The Reference DAC

24.11.2020 // Dirk Sommer

Das Standard-USB-Eingangmodul fällt gegenüber der USB-Lichtleiterverbindung klanglich deutlich ab
Das Standard-USB-Eingangmodul fällt gegenüber der USB-Lichtleiterverbindung klanglich deutlich ab

Die erste Annäherung an den Reference DAC – und die beiden Monos – verlief nicht ganz so geschmeidig wie gewünscht. Jürgen Sachweh und ich waren viel zu gespannt, wie die Nobel-Kombination an den Göbel-Schallwandlern klingen würde, um systematisch vorzugehen. Ich verband einfach den Ethernet-Eingang des Reference mit dem Ansuz-PowerSwitch und probierte verschiedene Apps wie Lumin, Fidata und mconnect HD, aber dem Reference DAC war kein Ton zu entlocken. Jürgen Sachweh beliefert den Wandler mit Daten vom Computer, hat also keine Erfahrungen nur mit einem NAS, und unter dem Stichword „Network Setup“ auf der MSB-Website ist von einem Renderer die Rede, der mit einem Computer oder Streamer verbunden werden solle. Einmal taucht auch der Begriff „NAS“ auf und genau als solcher fungiert der Melco N1Z/2EX-H60 ja in meinem Netzwerk. Mir war trotzdem nicht klar, ob das Network-Renderer-Modul auch als Streaming-Bridge tätig werden und sich die gewünschten Titel vom Melco ziehen kann. Wir haben dann erst einmal einen Funktionstest per USB gemacht und verabredet, dass Jürgen Sachweh mir auch den Pro-USB-Konverter zukommen lässt.

Im Reference DAC sind pro Kanal zwei Hybrid-Wandler verbaut. Unten erkennt man die gekapselten Module
Im Reference DAC sind pro Kanal zwei Hybrid-Wandler verbaut. Unten erkennt man die gekapselten Module

Da in der Welt der Netzwerke – zumindest für mein Empfinden – nicht immer alles ganz so logisch funktioniert und MSB selbst zum Renderer-Modul anmerkt, es sei anfällig für Netzwerk-Probleme – „prone to network issues“ –, habe ich ein wenig herumexperimentiert und den zweiten LAN-Ausgang des Melco direkt mit dem Eingang des Reference verbunden: Sofort wurden der Melco und der MSB in der Fidata-App angezeigt, und nach ein paarmal Tippen auf das Pad erklang die gewünschte Datei. Die Verbindung NAS und Renderer war ab sofort absolut stabil, Probleme traten nicht mehr auf. Inzwischen hatte ich beschlossen, mich erst einmal auf den Reference DAC zu konzentrieren, und seinen Ausgang deshalb mit Einsteins The Poweramp verbunden. Die bekannten Teststücke rissen mich aber nicht gerade aus dem Hörsessel. Ob's daran lag, dass der MSB sein Signal direkt aus dem Melco bekam und Ansuz' PowerSwitch, das dem Klang meiner Digital-Kette ja überaus zuträglich ist, umgangen wird? Inzwischen war auch der Pro-USB-Konverter eingetroffen, so dass ich für das Signal auch den Weg Melco → PowerSwitch → Aries G2.1 → Pro-USB-Konverter → Lichtleiter → Pro-ISL-Eingang wählen konnte. Und dieser „Umweg“ kam der Wiedergabe sehr zugute: Meine Lieblingsstücke machten mir mindestens so viel Spaß wie mit meiner Digital-Kette.

Nach einem kurzen Vergleich mit dem USB-Modul steht ein erstes Zwischenergebnis fest: Der Pro-ISL-Eingang in Verbindung mit dem Lichtleiter und dem Pro-USB-Konverter ist für alle, die den DAC per USB ansteuern möchten, der Weg der Wahl. Über das einfache USB-Modul klingt zwar der Bassbereich ähnlich überzeugend, in Sachen Dynamik und Raumabbildung muss man hier aber gegenüber der Pro-ISL-Schnittstelle Einbußen in Kauf nehmen. Die zusätzliche Investition in den Pro-USB-Konverter und den Lichtleiter rentiert sich allemal, das Pro-ISL- und das USB-Modul unterscheiden sich im Preis ja nicht.


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