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Lyngdorf SDA 2400

25.05.2021 // Bert Seidenstücker

Am Ende wurde es der Lyngdorf SDA-2400 Stereoendstufe dann doch etwas warm ums Herz. Ursächlich für den milden Temperaturanstieg des schwarz eloxierten Aluminiumgehäuse war das nah beim Originalpegel vorgetragene „Bass & Drum Intro“ des vorzüglich aufgenommen Albums Nils Lofgren Band – Live.

Am Limit waren während des Eingroovens mutmaßlich die Nerven meiner Nachbarn, nicht aber die potente Class-D-Verstärkung. Und mit dieser Effizienz bei der Leistungserzeugung ist bereits einer der Tugenden der in Dänemark gepflegten Verstärkerschaltung umrissen. Aber vor dem tieferen Blick in dem Maschinenraum verharrt das Auge auf dem gradlinig gezeichneten Gehäuse. Einzig das Firmenlogo der dänischen Manufaktur sowie eine weiße LED zieren die Front, wobei ein schwaches Pulsieren den Ruhezustand anzeigt. Die Endstufe ist frei von Kühlkörpern oder Lüftungsöffnungen, ihr Wärmehaushalt benötigt derlei Kühlung nicht.

Das stabile Gehäuse verzichtet auf jegliches Chichi. Kühlkörper sind auch im harten Betrieb aufgrund der effizienten Schaltung nicht von Nöten
Das stabile Gehäuse verzichtet auf jegliches Chichi. Kühlkörper sind auch im harten Betrieb aufgrund der effizienten Schaltung nicht von Nöten

Die asketische Eleganz der sichtbaren Flächen wird nicht mit gleichfalls reduzierten Anschlussmöglichkeiten erkauft. Im Gegenteil, die Rückseite bietet ankommenden musikalischen Signalen ungewöhnlich viele Eingänge, die über einen Schiebeschalter ausgewählt werden. Analoges wird symmetrisch wie unsymmetrisch akzeptiert, aber auch Digitales kann via S/PDIF oder Lichtleiter verbunden werden. Eine für einen Endverstärker ungewöhnliche Option, für ein Lyngdorf Produkt allerdings nicht, ist doch alles Digitale Teil der Firmen-DNA. Als D/A-Wandler wird ein Burr-Brown-PCM-5102A-Chip eingesetzt. Am S/PDIF-Eingang verarbeitet er eine Bandbreite von 192 Kilohertz bei 24 bit. Daneben bekommt die SDA-2400 den Digital-Transceiver WM8804 von Wolfson, auch bekannt als Jitter-Killer, spendiert.

Insbesondere in der Kombination mit einem Lyngdorf-Verstärker ergeben sich vielfältige Einsatzbereiche der digitalen Pforten. Entsprechend vorbereitete Schallwandler könnten klangfördernd im Bi-Amping angesteuert werden. Überdies erlaubt das Menü der dänischen Amps die digitalen Ausgänge mit frequenzgefilterten Signalen zu versorgen – Stichwort „Aktive Frequenweiche“. Aber auch außerhalb der Lyngdorf-Welt ist die Fusion mit einem hochwertigen Quellgerät, an dessen Digitalausgang ein lautstärkereguliertes Signal anliegt, eine spannende Option, wären in einem solchen puristischen Musiksystem doch einige Kabel sowie die Vorstufe obsolet.


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