tests/21-06-25_stax
 

Stax SRS-3010

25.06.2021 // Martin Weßeling

Der verbaute Lithium-Ionen-Akku hält bis zu 4,5 Stunden
Der verbaute Lithium-Ionen-Akku hält bis zu 4,5 Stunden

Einen Tag später brauchte es wieder gerade mal ein paar Trompetenstöße von Till Brönner, um einen erneuten Adrenalinkick auszulösen. Wirklich beeindruckend, wie detailreich, wie druckvoll, wie lebensecht und nahezu holografisch Brönner zusammen mit dem Schweizer Kultduo Yello aufspielte. Das hatte viel Kraft, gerade das Stück „Till Tomorrow“ auf dem Album Touch Yello/Deluxe bot eine fast atemberaubende Menge an unterschiedlichen Facetten – dank des hohen Maßes an Auflösungsvermögen des Stax. Vom leisesten Wispern bis zum donnernden Bass-Schlag, alles wurde glasklar, aber mit einer angenehm warmen Note weitergereicht. Hier wusste der Stax mit seiner Fähigkeit, Impulse quasi ohne jede Verzögerung weiterzuleiten, zu brillieren.

Hochmoderne Technik verteilt auf kleinstem Raum. Innerhalb des Transistor-Verstärkers werkelt ein moderner Wandler-Chip des renommierten Herstellers Sabre. Insgesamt wirkt das Ganze äußerst akkurat verarbeitet
Hochmoderne Technik verteilt auf kleinstem Raum. Innerhalb des Transistor-Verstärkers werkelt ein moderner Wandler-Chip des renommierten Herstellers Sabre. Insgesamt wirkt das Ganze äußerst akkurat verarbeitet

Angekoppelt an den hauseigenen Lampizator Superkomputer hielt dann das bestens aufgenommene Album Closer to the Music, Vol. 1 feinste Folk-Stimmen bereit. Man kann es ja halten wie man will mit Allan Taylor, David Munyon und den vielen anderen Barden, die bei Stockfisch eine musikalische Heimat gefunden haben: Die Verbindung einer höchst analog klingenden Quelle und mit dem Stax-Set entfaltete eine besondere Magie. Wobei: Auch im Zusammenspiel mit einem iPad wusste das mobile Kopfhörer-Set absolut zu gefallen. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass auch die Wandler-Sektion innerhalb des Treiberverstärkers SRM-D10 einwandfreie Arbeit leistet. Zum Wegträumen war Marc Knopflers feinsinniges Gitarrenspiel bei „Laughs And Jokes And Drinks And Smokes“ auf dem Album Tracker, brillant in seiner gesamten klanglichen Weite und Vielfalt auch das Stück „Épos“ der Band Fenomenon. Klar, das Räumliche gehört jetzt konzeptbedingt grundsätzlich nicht zu den Stärken eines Kopfhörers – wie denn auch? Dafür hat das wortwörtliche „Kopf-Hörer-Prinzip“ nicht mit diversen Raum-Akustik-Problemen zu kämpfen, was sich quasi in jeder Hörsituation als Gewinn erwies. Hinzu gesellte sich im Falle des Stax ein tolles Auflösungsvermögen und ein Klangbild, das am Ende den Eindruck verstärkte, der Schallwandler selbst sei das Instrument.

Der Lithium-Ionen-Akku macht den Stax mobil – und das über einige Stunden
Der Lithium-Ionen-Akku macht den Stax mobil – und das über einige Stunden

Im Detail und für Technikinteressierte: Verpackt in zwei Kunststoff-Kartons, jeweils einen für den Kopfhörer und den Verstärker, findet sich alles gut sortiert, was letztendlich auch benötigt wird. Der SR-L300 kommt mit einer stabilen Verkabelung für die typisch 5-polige Anschluss-Kupplung daher und ist technisch angelehnt an die großen Omega-Modelle des Herstellers. Der Kopfhörer selbst liegt gut in der Hand und lässt sich mühelos in die richtige Position bugsieren. Das Kopfband sowie die Ohrpolster sind recht einfach in schwarzem Kunstleder ausgeführt und erreichen damit nicht den haptischen Charme der großen Stax-Systeme. Aber gut, irgendwo muss der Unterschied zu den teilweise deutlich teureren Modellen ja liegen. Insgesamt ist der SR-L300 hochwertig gearbeitet, hinterlässt einen soliden Eindruck und macht das, was er soll: Er stört kein bisschen und tritt dort zurück, wo die Musik ihren Platz findet – zwischen den Ohren.


  • iFi iDSD Phantom

    Der iDSD Phantom vereint Streamer, DAC und Kopfhörerverstärker in bester iFi-Manier zu einem Alleskönner. iFi erreicht damit die höchstmögliche Ausbaustufe von stationärem HiFi. Abgerundet wird das Paket von einem aufwendigen Gehäuse und sowohl einer Transistor- als auch einer Röhren-Ausgangsstufe. Gerade im mobilen Bereich hat iFi in der Vergangenheit viele Geräte entwickelt, die einen Vergleich mit dem berühmten Schweizer Allzwecktaschenmesser nicht im Geringsten scheuen müssen. Mit dem Phantom hält die – nahezu – unbegrenzte Vielfalt an…
    05.05.2026
  • Pro-Ject Flatten it

    Das Thema thermische Behandlung von Festplatten, Kabeln oder Schallplatten wurde in Hifistatement mehrfach ausführlich behandelt. Heute geht es um den Flatten it Schallplatten-Bügler von Pro-Ject, der dank seines attraktiven Preises ein Angebot für jedermann sein könnte. Dirk Sommer hat an dieser Stelle seit Jahren immer wieder über Kältebehandlungen zur Klangverbesserung explizit bei der Firma CoolTech berichtet. Das liest sich überzeugend, ist aber mit ein wenig Aufwand verbunden, der selbst manch eingefleischtem Audio-Freak zu lästig erscheint.…
    28.04.2026
  • Sumiko Oriole

    Sumikos Firmensitz befindet sich in Mineapolis, USA im Bundesstaat Minnesota. Von hier aus werden die Tonabnehmer weltweit vertrieben. Hergestellt werden sie allerdings in Japan bei Excel Sound in Yokohama. Dort werden die Systeme seit 1982 von ausgewählten Handwerkern handgefertigt. Das neu auf dem Markt befindliche Oriole aus der Reference-Serie von Sumiko liegt preislich und klanglich in der Mitte zwischen dem Starling und Songbird aus gleichem Hause. Oriole ist übrigens die englische Bezeichnung für den hierzulande…
    24.04.2026
  • WestminsterLab Omne

    Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht. Als Angus Leung den Omne Vollverstärker Anfang Februar 2025 in Hamburg präsentierte, ging es ihm erkennbar nicht um die übliche Choreografie aus Neuheit und Superlativen. Im Zentrum stand für ihn vielmehr die Antwort…
    21.04.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein Nachtrag

    Klanglich, optisch und in Sachen Verarbeitung hat mich der SOtM sMS-2000 rundum begeistert. Im täglichen Betrieb erweist er sich als komfortabel und bisher völlig stabil. Die Einrichtung einer zusätzlichen internen Festplatte hätte allerdings Programmierkenntnisse in Linux erfordert. Ich habe deshalb die zum Lieferumgang gehörende SSD aktiviert. Beim kürzlich erschienenen Test agierte der sMS-2000 ja lediglich als Streaming Bridge. Die Musikdaten bezog er vom Melco N1Z H60/2 über Ethernet, denn die Kombination eines netzwerkgebunden Servers als…
    17.04.2026
  • Soulnote A-2 ver.2

    Ist man, wie ich, seit zwei Jahren zufriedener und stolzer Besitzer eines Soulnote A2 Vollverstärkers, kann man durchaus unruhig werden, wenn da eine Version 2 auf den Markt kommt. Klingt diese nun besser? Sollte ich meinen A2 verkaufen, um den neuen zu erwerben? Lohnt das, und macht der Vorteil auch den Preisunterschied wett? Mein Soulnote A2 stand damals mit rund 7.000 Euro in der Preisliste. Sein Nachfolger A2 ver.2 ist exakt 1500 Euro teurer, also…
    14.04.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.