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Stax SRS-3010

25.06.2021 // Martin Weßeling

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Das wusste Hermann Hesse schon im letzten Jahrhundert. „Dem Stax-Set SRS-3010 auch“, könnte eine Erweiterung der „Stufen“ Hesses lauten, versprüht der elektrostatische Lambda SR-L300 plus SRM-D10 doch ebenfalls magischen Charme. Zaubern kann das audiophile Pärchen definitiv, so viel steht schon mal fest.

Es gibt sie nunmal, diese besonderen Momente im Leben, die sich einer wissenschaftlichen Überprüfung verweigern, die aber gleichwohl das Potenzial besitzen, völliges Entzücken bei gleichzeitiger Ratlosigkeit auszulösen. Wie beispielsweise dieses eigentümliche Zahnspangen-Lächeln in der kurzen Pause um fünf vor neun. Sie erinnern sich? Zweizehntel Sekunden, die dafür sorgen, dass ganze Armeen von männlichen Fünftklässlern für lange Zeit nicht mehr wissen, ob sie noch ihrer Meinung sind. Das ist jene Kraft, die vieles auslöst, obwohl nichts Wesentliches passiert. Fest steht: So ein Endorphin-Ausstoß birgt Suchtgefahr. Und damit wären wir beim heutigen Probanden, der sich erstens handlich und zweitens eher unspektakulär vorstellt – aber in dem Erstaunliches schlummert. Es geht eigentlich „nur“ um einen elektrostatischen Kopfhörer samt zugehörigem mobilen Verstärker/DAC – aber vor allem um einen dieser besonderen Momente...

Handlich, äußerlich unspektakulär, aber geschaffen für besondere Momente: Das Stax-Set SRS 3010
Handlich, äußerlich unspektakulär, aber geschaffen für besondere Momente: Das Stax-Set SRS 3010

Das trifft übrigens gleich in mehrfacher Hinsicht auf den aktuellen Entwurf der vielfach gelobten Kopfhörer-Manufaktur aus Japan zu, die mit ihren elektrostatischen Schallwandlern Weltruf erlangt hat. Einen Stax zu hören, ist wie einen 911-er zu fahren, oder meinetwegen auch einen Landrover Defender – Ikonen ihrer Gattung, die ihren Glanz Generation für Generationen weiter transportieren. Da muss im Prinzip nicht viel erklärt werden. Tradition, Geschichte und das Produkt an sich versprechen ein Höchstmaß an Fertigungskunst und Genuss. Und so ist es auch beim SR-L300 und dem dazugehörigen Treiberverstärker SRM-D10. Beide markieren den Einstieg in die Welt dieser besonderen Pretiosen aus Fernost, bringen aber schon alle Gene mit, die den Japan-Export zu einem Kult-Objekt unter Liebhabern gemacht haben und weiterhin machen.

Wer diesen Kult, diese Liebhaberei, diesen Mythos jetzt aber falsch versteht und etwa in ein Museum verortet – edel, aber angestaubt und vielleicht optisch eher die Basis-Ausstattung eines Funkers im kalten Krieg – hat falsch gehört. Dank implantiertem DAC-Chip neuerster Generation bringt der japanische Spezialist modernste Wandler-Technologie an die Start-Linie, der dazugehörige Kopfhörer aus der Lambda-Serie ist das Ergebnis Jahrzehnte langer Entwicklungsarbeit. Die lange Firmen-Historie – bereits 1959 entwickelte Stax den ersten elektrostatischen Kopfhörer der Welt und stellte 1960 den Stax SR-1 vor – hat ihre Spuren auch im aktuellen Modell hinterlassen.


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