tests/21-09-07_amphion
 

Amphion Argon 7LS

07.09.2021 // Finn Corvin Gallowsky

Als letztes Stück höre ich noch „Up Into The Ether“ vom Album The Zenith Rises der australischen Band I Build the Sky, dessen Kern und Mastermind Gitarrist Rohan Stevenson ist. Schlicht und ergreifend aus dem Grund, weil das abgefeuerte Gitarren-Lick-Gewitter mit den Argons unheimlich viel Spaß macht. Bei aller Raffinesse, die ein Lautsprecher bei Klangfeinschmeckerei ausgefeilter Highend-Aufnahmen an den Tag legt, versagt er ganz zu meinem Missfallen des Öfteren bei einfachen Freuden wie einem soliden Gitarrenbrett. Nicht so der Argon 7LS. Ganz nebenbei beweist er bei diesem Stück, dass er, was rhythmische Verzahnung und Agilität angeht, durchaus brillieren kann. Das Musikstück reißt mich noch mehr mit, als ich es ohnehin schon gewohnt bin. Es lässt sich noch mehr Groove zwischen den Zeilen heraushören. Ein äußerst befriedigender Abschluss für die Hörsession eines Lautsprechers, der sich als absoluter Allrounder erweist.

Den Kippschalter zum Anheben des Hochtons habe ich während meines Tests vollkommen ignoriert, der Wunsch, ihn zu verwenden, kam zu keiner Sekunde auf
Den Kippschalter zum Anheben des Hochtons habe ich während meines Tests vollkommen ignoriert, der Wunsch, ihn zu verwenden, kam zu keiner Sekunde auf

Das Lautsprecherkonzept von Anssi Hyvönen und seinen Mitstreitern geht perfekt auf. Es ist tatsächlich genau so, wie er mir seine Lautsprecher nach den Hörsessions passend beschreibt: „Sie sind wie ein großes, offenes Fenster in die Musik.“ Außerdem sprechen wir kurz über die Einordung der Argon-Reihe gegenüber Amphions Studioserie. Während letztere dazu konzipiert ist, gnadenlos jedes Detail aufzudecken, hält sich der Argon 7LS etwas zurück. Obwohl seine klangliche Abstimmung mich durchaus an einen Studiolautsprecher im Großformat erinnert, behält er sich ein letztes bisschen Gutmütigkeit vor und knallt dem Hörer nicht sofort unaufgefordert jede Unzulänglichkeit einer Aufnahme an den Kopf. Besonders seine Leistung, in einer so simplen Testumgebung wie im Wohnzimmer meines Vaters, hat mich begeistert und spricht für eine unkomplizierte Einbindung in jede erdenkliche Stereoanlage. Auch die an den Hörraum gestellten Anforderungen sind erfreulich gering, solange er nicht deutlich unter 20 Quadratmetern klein ist und ein genügend großer Abstand zur Rückwand realisiert werden kann.

STATEMENT

Der Argon 7LS kann schon fast als finnisches Understatement bezeichnet werden. Sowohl der optische Auftritt als auch erster Eindruck sind eher unspektakulär – von der mutigen Farbwahl für mein Testexemplar mal abgesehen. Je länger man den Argons jedoch zuhört, desto stärker wird einem bewusst, was man an ihnen hat und vor allem, was man bei anderen Lautsprechern vermisst. Die enorme Bruchlosigkeit des Frequenzgangs und der räumlichen Abbildung sind die große Stärke des 7LS. Für einen passiven Lautsprecher ist dies herausragend. Er spielt sich allmählich, unmerklich und beharrlich ins audiophile Herz und setzt sich dort fest.
Gehört mit
Computer ThinkPad 470s, Intel i5-6300U @ 2,4GHz, 12GB DDR4-RAM @ 2400MHz, Windows 10 (Roon, foobar2000)
Router & Zubehör Fritzbox 7530, Netgear ProSAFE GS108 (mit Keces P3)
Server Melco N1 AH 60/2
Reclocker Mutec MC-3+ USB
DAC Mytek Brooklyn DAC+ (mit Ferrum HYPSOS), Soncoz SGD1 (mit iFi iDefender+)
Pre-Amp Violectric Pre V630
Endstufe NAD C 275BEE, IOTAVX PA3
Vollverstärker Pioneer A-656
Lautsprecher Magnat Quantum 807, Neumann KH 120 A
DAP HiBy R6 (HiBy Music App, BubbleUPnP, Qobuz), Smartphone Motorola One Zoom, 128GB, 4GB RAM, Android 9 (BubbleUPnP, Qobuz, HiBy Musikapp)
Kopfhörerverstärker iFi Micro iDSD Black Label
Kopfhörer Sennheiser HD 800 s
In-Ears & Zubehör Vision Ears VE6 X2, Etymotic ER4SR, iFi IE-Match
Kabel Boaacoustic, Sommer, Intona, Furutech, Audioquest, Belden, Glockenklang/Eupen
Herstellerangaben
Amphion Argon 7LS
Lautsprecher-Typ Zweiwegelautsprecher mit Passivmembranen
Hochtöner 2,54 Zentimeter Titantreiber
Tiefmitteltöner 2x 16 Zentimeter Aluminiumtreiber
Gewicht 30 Kilogramm
Trennfrequenz 1.600 Hertz
Empfindlichkeit 91dB
Frequenzgang 28 – 25.000 Hertz (-6dB)
Empfohlene Leistung 50 – 150 Watt
Abmessungen (HxBxT) 1128x191x305 Millimeter
Herstellung Handarbeit in Finnland
Paarpreis 4.500 Euro

Hersteller
Amphion
Inhaber Anssi Hyvönen
Telefon +358 17 2882 100
E-Mail anssi@amphion.fi


  • Aavik I-288

    Im dänischen Aalborg befindet sich eine Hifi-Schmiede der Extraklasse. Hier produzieren Michael Børresen und sein Team Produkte, die nicht nur elegant aussehen, sondern auch mit außergewöhnlichen technischen Features ausgestattet sind – wie der Vollverstärker Aavik I-288, den uns die Audio Group Denmark zum Test geschickt hat. Wenn man sich in der Hifi-Welt umsieht, könnte man meinen, dass die Audio Group Denmark zu den jüngeren Unternehmen in der Szene gehört. Doch man sollte sich nicht täuschen…
    19.05.2026
  • Scansonic HD M15.2

    Scansonic HD gehört seit 2013 wie die wohlbekannte dänische Edelschmiede Raidho zur Firmengruppe Dantax. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass in die Lautsprecherlinien von Scansonic immer auch die in der Entwicklung der High-End Lautsprecher von Raidho gewonnenen Erkenntnisse einfließen. Der Bändchenhochtöner der M-Serie kommt folglich nicht von ungefähr. Trotzdem spricht Scansonics M-Serie eine eigene, starke und wie ich finde sehr moderne Designsprache. Für eine Serie, bei der eine besonders attraktive Preisgestaltung eine große Rolle…
    15.05.2026
  • Chord Company ChordMusic Kabel

    Ich hatte schon einiges über die Kabel der englischen Chord Company gehört, aber bisher noch nicht das Vergnügen, eines davon in meiner Anlage zu hören. Deshalb war meine Vorfreude ausgesprochen groß, als ich den Auftrag erhielt, XLR-Verbindungen und Lautsprecherkabel der Top-Linie mit dem Namen ChordMusic einem ausführlichen Test zu unterziehen. Die Chord-Produkte werden seit 2017 von DREI H in Deutschland und Österreich vertrieben. Da ich in Hamburg lebe und der Vertrieb ebenfalls in der Hansestadt…
    13.05.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System – an approximation

    I reviewed Wilson Benesch's first turntable in 1996, and the second two years later. Getting hold of the third for a review shouldn't have been a big deal, I thought. But it was – for several reasons: It's a really big thing, weighing over 350 kilograms, and the accompanying white paper is 138 pages long. The fact that the Prime Meridian system, if I remember correctly, is the most expensive product ever tested by hifistatement.net…
    11.05.2026
  • Harbeth Super HL5plus XD2

    Der HL5 ist das älteste Modell von Harbeth und gehört nach wie vor zum aktuellen Sortiment. Seine Geschichte reicht fast 50 Jahre zurück und begann 1977, als H.D. Harwood, ein ehemaliger BBC-Ingenieur, als Erster Polypropylen für die Membranen der Treiber einsetzte. Übrigens steht „HL“ für die Vornamen von Harwood und seiner Frau Elisabeth. Vom HL5 zum Super HL5plus XD2 Die originalen HL-Monitor-Modelle, vom Mk 1 bis zum Mk 4, wurden zwischen 1977 und 1988 hergestellt.…
    08.05.2026
  • iFi iDSD Phantom

    Der iDSD Phantom vereint Streamer, DAC und Kopfhörerverstärker in bester iFi-Manier zu einem Alleskönner. iFi erreicht damit die höchstmögliche Ausbaustufe von stationärem HiFi. Abgerundet wird das Paket von einem aufwendigen Gehäuse und sowohl einer Transistor- als auch einer Röhren-Ausgangsstufe. Gerade im mobilen Bereich hat iFi in der Vergangenheit viele Geräte entwickelt, die einen Vergleich mit dem berühmten Schweizer Allzwecktaschenmesser nicht im Geringsten scheuen müssen. Mit dem Phantom hält die – nahezu – unbegrenzte Vielfalt an…
    05.05.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.