tests/21-11-19_aperion
 

AperionAudio Dual AMT Super Tweeter

19.11.2021 // Carsten Bussler

Dipol: theoretisch ließen sich diese Air Motion Transformer aus akustischer Sicht auch verkehrt herum aufstellen
Dipol: theoretisch ließen sich diese Air Motion Transformer aus akustischer Sicht auch verkehrt herum aufstellen

Die Anpassung des Dual AMT Super Tweeters an den Hauptlautsprecher gelingt übrigens ganz einfach und komfortabel mithilfe des rückseitigen Drehreglers, der fünf wählbare Übergangsfrequenzen bietet: acht, zehn, zwölf, vierzehn oder sechzehn Kilohertz sowie die Position „Off“, jedoch ohne Angabe, bei welcher Frequenz der Superhochtöner dann einsteigt. Außerdem kann der absolute Pegel in sechs Stufen von null bis minus fünf Dezibel eingestellt werden. Diese Schnuckelchen von AperionAudio werden zur Ansteuerung – genau wie das kleinere Modell Super Tweeter Aluminium auch –, einfach mit dem vorhandenen Terminal des Hauptlautsprechers verbunden, von wo aus sie sich das Signal quasi abzapfen. Auf der Rückseite des AMT befinden sich die entsprechenden Terminals mit Anschlussmöglichkeiten für Bananenstecker, Kabelschuhe oder Litze.

Hinter Gittern: die gefaltete Membran des Air Motion Transformers
Hinter Gittern: die gefaltete Membran des Air Motion Transformers

Meine Hörtests habe ich mit den gleichen Lautsprechern durchgeführt wie damals mit AperionAudios „mittlerem“ Aluminium-Bändchenmodell, hauptsächlich jedoch in Kombination mit einer offenen Schallwand mit unbeschaltetem Zehnzöller, dem Vollbereichsbreitbänder Ciare CH250. Dieser Treiber ist (trotz Schwirrkonus) einfach aufgrund seiner Größe nur bedingt zu sauberem Superhochton fähig und der Frequenzgang fällt ab zehn Kilohertz langsam aber sicher ab. Bei der Anpassung der Dual AMT Super Tweeters fiel meine Wahl nach kurzem Probieren auf die untere Grenzfrequenz von zwölf Kilohertz, also anders als meine Wahl von zehn Kilohertz damals für den Super Tweeter Aluminium. Den Pegel stellte ich nach wenigen Hörsessions von der anfänglichen null Dezibel Position auf minus eins, so klang es am homogensten.

Passend gemacht: auf der Rückseite erfolgt die Einstellung der Einstiegsfrequenz sowie die Pegelanpassung
Passend gemacht: auf der Rückseite erfolgt die Einstellung der Einstiegsfrequenz sowie die Pegelanpassung

Auf den Plattenteller kam natürlich wieder möglichst Hochtonlastiges. Alles was Perkussion, semi-akustische oder sägende E-Gitarren und überhaupt irgendwelche Hochtonsauereien mitbrachte, war meins. Nur auf den ersten Blick erschien es mir dabei zunächst irgendwie widersprüchlich, dass ausgerechnet „dreckiges“, häufig eher schlecht bis durchschnittlich produziertes Musikmaterial durch den Einsatz der Dual AMT Super Tweeter gewann. Gerade Stücke, die ich in bestimmten Stimmungslagen bisweilen eher als anstrengend bis unerträglich finde, empfand ich plötzlich fast als Glamourproduktion… na ja, jedenfalls fast! Jeder kennt wahrscheinlich den Klassiker „Just Like Heaven“ von The Cure. Diese einzigartige, schmalzig-schöne Frühlingskringel-Popschnulze der Achtzigerjahre-Grufties wurde von J. Mascis beziehungsweise Dinosaur Jr. gecovert und auf dem Album Your´re Living All Over Me zu einem amtlichen, einem der großartigsten Hardcore-Songs aller Zeiten verarbeitet (SST, 1987). Für manch einen womöglich schon echt harte Kost, denn hier darf man ein Paradebeispiel für dreckige, verzerrte und extrem hochtonreiche E-Gitarren erleben, die teilweise zu einem einzigen Geräuschteppich verschwimmen. Wenn man es denn mag. Und wie ich mag! Die ersten Dinosaur Jr. Alben dürften wohl ohnehin eher als Low-Fi Produktionen durchgehen, der Spaßfaktor liegt aber ungeachtet dessen bei hundert Prozent für Fans dieses Alternative-Genres wie mich. Jedenfalls bringen die Dual AMT Super Tweeter von AperionAudio dank ihres extrem hohen Auflösungsvermögens erstmal wieder ordentlich Struktur in dieses Durcheinander. Und obwohl der Hochtonpegel ja nominell angehoben wird und dem Hörer hier nun einige Dezibel zusätzlich um die Ohren gehauen werden, ist es dadurch nicht „anstrengender“, sondern im Gegenteil: Lautes Hören wird durch die detaillierte, seziermesserscharfe Auflösung der AperionAudio Superhochtöner geradezu angenehm!


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