tests/22-02-11_buchardt
 

Buchardt Audio S400 MKII

11.02.2022 // Dave Marras Grünwalds

Betrachtet man die Rückseite, fällt neben dem hochwertig verarbeiteten Single-Wiring-Anschlussterminal die ellipsenförmige Passivmembran auf. Im Gegensatz zu einer Bauart mit Bassreflexrohr bietet dieses Konstruktionsprinzip mehrere Vorteile: Es gibt weder Strömungsgeräusche vom Bassreflexkanal, die den Mitteltonbereich beeinflussen, noch findet eine Komprimierung innerhalb des Kanals statt. Die Basswiedergabe ist ähnlich wie bei einem geschlossenen Modell druckvoller und präziser. Doch damit nicht genug, aufgrund der fehlenden Öffnung auf der Rückseite laufe ich auch nicht wieder Gefahr, mehrere Stunden meiner kostbaren Lebenszeit damit zu verbringen, kleine Spielzeugautos meiner heiß geliebten Tochter aus dem Boxeninneren herauszufischen.

Durch die innovative Bauart ist eine flexible Aufstellung im Hörraum gegeben und vereinfacht die horizontale Ausrichtung. Bei der vertikalen Positionierung ist mehr Sorgfalt von Nöten: Die Lauscher des Hörers sollten sich zumindest auf Höhe des Hochtöners befinden. Um dies zu vereinfachen, bietet Burchardt für einen Unkostenbeitrag von 400 Euro ein Ständerpaar im Tripod-Design in den Farben Eiche schwarz, weiß, natur und dunkel an. Für die Sparfüchse gibt es die etwas preiswertere Variante mit einem Standbein für 300 Euro. Eine weitere Neuerung der S400 MKII ist die verbesserte Frequenzweiche. Hier werden Komponenten des Herstellers Jantzen Audio und der High-End-Kondensator KPCU-1 von Miflex verwendet, die für eine ausgewogene und neutrale Abstimmung sorgen sollen. Da lass ich mich gern bei meinen Hörsessions überraschen.

Die Gewebe-Hochtonkalotte ist mit 19 Millimetern Durchmesser ungewöhnlich klein. Der vorgesetzte CDC-Waveguide verhilft ihr zu mehr Druck im im unteren Übertragungsbereich
Die Gewebe-Hochtonkalotte ist mit 19 Millimetern Durchmesser ungewöhnlich klein. Der vorgesetzte CDC-Waveguide verhilft ihr zu mehr Druck im im unteren Übertragungsbereich

Zu Beginn „Tears in Heaven“ nicht interpretiert von „Slowhand“ Eric Clapton, sondern in der gefühlvollen und emotionalen Version von Norbert Gottschalk und Frank Haunschild: Das Zusammenspiel der cleanen Fender-Strat und den emotionalen Vocals wird facettenreich und ungeschönt wiedergegeben. Die Raumdarstellung des Buchardt-Duos gefällt mir sehr und erfüllt diesen herausragenden Coversong mit Leben. Lediglich ein wenig mehr Lautstärke könnten die Speaker vertragen: Unter stillem Protest überzeuge ich meine Gemahlin mit Töchterchen einen mehrstündigen Ausflug zu meinen Schwiegereltern zu unternehmen. Nun kann es losgehen und ich bereite mich darauf vor, meine audiophilen Erfahrungen mit den Nachbarn zu teilen – denn ein guter Nachbar teilt schließlich auch gern. Und kaum drehe ich den Volume-Regler meines Verstärkers auf, eröffnen sich sofort neue Klangwelten. Die Abbildungsgröße wächst mit der Lautstärke. Bei einer Belastbarkeit von 200 Watt wundert mich dieses Verhalten der Lautsprecher nicht.

Dann will ich mal hören, was die Skandinavier von härteren Gitarrenriffs halten. Es folgt der Longplayer Fortress von Alter Bridge. Mächtige Drums, Powerriffs, Tremontis melodiöse Soli und Myles Kennedys Falsett-Stimme erfüllen mein Wohnzimmer. Der Mitteltonbereich ist ausgewogen, die Bässe druckvoll und absolut tight. Gerade der Tieftonbereich erinnert mich an die Woofer einer PA-Anlage, mir gefällt’s. Da meine Nachbarn vielleicht doch auch gern etwas Funk hören möchten, entscheide ich mich für den 2015-er Welthit „Uptown Funk“ von Mark Ronson. Im Vergleich zu meinen Referenz-Speakern Verus III Grand von Aperion Audio beeindruckt die Raumdarstellung der beiden Däninnen. Die Bläser stehen im Vordergrund und sobald ich die Augen schließe, befinden sich die unterschiedlichen Instrumente vom knackigen Funkbass bis hin zur absoluten trockenen Bassdrum direkt im Raum vor mir.


  • Gold Note HP-10 deluxe und PSU-10 Evo

    Der Gold Note HP-10 deluxe Kopfhörer-Verstärker spricht auf den ersten Blick eher den anspruchsvollen Nutzer an. Er bietet vielfältige Möglichkeiten, die in dieser Kombination wohl einzigartig sind. Anders als moderne Alternativen aus Fernost setzt Gold Note auf hochkarätige Analog-Technik. Nutzt der Bedienungskomfort auch der Klangqualität? Die Typenbezeichnung deluxe täuscht. Denn die zwei weiteren, preisgünstigeren Alternativen, der Gold Note HP-10 BT oder der HP-10 ohne jeglichen Zusatz, sind keineswegs weniger luxuriös. Ihnen fehlt nur etwas Ausstattung,…
    10.02.2026
  • Alluxity Int One mkII

    Die Marke Alluxity war mir bisher fremd. Kann passieren. Das änderte sich schlagartig, als der dänische Vollverstärker Int One mkII in meinem Hörraum landete und ich mich ausgiebig mit ihm beschäftigen durfte. Achtung, Spoiler: Man sollte sich die Marke merken. Ich gebe es zu: Ich bin ein Dänemark-Fan. In jungen Jahren habe ich dort regelmäßig zwischen den Dünen am Strand geurlaubt und später dann einige wunderbare Jahreswechsel in gemütlichen Holzhäusern erlebt. Zudem ist mir der…
    27.01.2026
  • Rega Mercury / Solis

    Hifistatement hatte die Möglichkeit, Regas brandneue, im November 2025 erschienene Vor-/Endstufenkombination Mercury/Solis umfassend zu testen. Die Vorstufe hat einen hochwertigen DAC an Bord, die Endstufe liefert circa 300 Watt Ausgangsleistung an vier Ohm Impedanz. Mit diesen Boliden liefert Rega sein Verstärkerstatement! Der Name Rega löst bei mir unmittelbar diverse positive Assoziationen hervor, bislang zugegeben allesamt in der rein analogen Welt der Plattenspieler und Tonabnehmer verortet. So besaß ich unter anderen bereits einen Planar 1 oder…
    20.01.2026
  • Final UX5000

    Im Oktober habe ich den UX5000 in Warschau auf der Audio Video Show das erste Mal gehört. Zugegeben, Bluetooth-Overear-Kopfhörern gilt nicht unbedingt mein größtes Interesse, aber der UX5000 machte mich mit einigen Features neugierig auf einen Test. Final platziert das Modell an der Spitze seines Bluetooth-Kopfhörer-Line-Ups. Allein optisch spricht mich der UX5000 an. Schlicht und unauffällig, ohne ein Statement setzten zu wollen, um sich zwanghaft von der Masse abzuheben. Aber genau diese unaufgeregte Präsentation in…
    16.01.2026
  • Riviera Audio Laboratories APL1 und AFM70

    Den letzten Bericht über eine Vor-/Endstufen-Kombination schrieb ich vor beinahe anderthalb Jahren. Bis jetzt kam lediglich Wolfgang Kempers Test des Senna-Sound-Duos dazu. Sollte das daran liegen, dass es in diesem Bereich nicht allzu viele Innovationen gibt? Die edlen Amps von Riviera Audio Laboratories sind jedenfalls alles andere als Mainstream. Die Verbreitung von digitalen Verstärkermodulen hat zumindest bei mir dazu geführt, dass mich ein Großteil der modernen Endstufen-Kreationen einfach nicht mehr interessiert. Schaltnetzteile in Kombination mit…
    14.01.2026
  • Keces Ewave

    Nein, wir werden nicht zur PR-Abteilung von Keces oder Robert Ross' Vertrieb, der die Produkte aus Taiwan in Europa betreut und hierzulande vertreibt. Doch bei einem Gespräch über den Ephono+ merkte Robert Ross an, dass er soeben das erste Null-Serien-Modell des Keces-Switch erhalten habe und uns zusenden könne. Da konnte ich nicht widerstehen. Da die Serienmodelle noch im Januar ausgeliefert werden, kann ich mir mit dem Bericht über das Switch auch nicht allzu lange Zeit…
    09.01.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.