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Transrotor TRA 9 s

11.04.2022 // Dirk Sommer

Knapp anderthalb Jahre ist es her, dass ich hier den TRA 9 vorstellte. Transrotors erste Tonarm-Entwicklung nach fast 50 Jahren intensiver Beschäftigung mit Laufwerken überzeugte derart, dass wir sie gleich mit einem STATEMENT in High Fidelity-Award auszeichneten. Nun stellen die Bergisch-Gladbacher Analogspezialisten den TRA 9 s vor.

Als ich damals Vater und Sohn Räke an ihrem Firmensitz besuchte und sie mir zusammen mit Lars Hornung, der ebenfalls einen beträchtlichen Anteil an der Entstehung des TRA 9 hatte, ihre Kreation vorstellten, war schon klar, dass sie damit den Grundstock für einen Tonarm-Baukasten geschaffen hatten: Die „9“ im Namen ließ vermuten, dass Arme in anderen Längen als die 9-Zoll-Variante folgen würden. Darauf werden wir aber noch ein Weilchen warten müssen, wie die Präsentation der s-Version jetzt klar machte. Die günstigste, mattschwarze Ausführung des TRA 9 kostet inzwischen 4.900 Euro, so dass zwischen diesem und Transrotors modifizierten Rega-Armen qualitativ – und preislich –eine recht große Lücke klafft. Die schließt nun zum Teil der TRA 9 s, der 1.150 Euro günstiger ist als das große Modell. Am reichhaltigen Zubehör wurde schon mal so gut wie nicht gespart: Im gleichen robusten Transportkoffer befindet sich unter anderem weiterhin eine aufwendig gefertigte Lehre für den Abstand von der Mittelachse zum Montagepunkt des Tonarms, ein Parallelogramm zur waagerechten Justierung des Arms und zur Einstellung des Azimut sowie eine elektrische Tonarmwaage. Lediglich die Spitzzange zum Montieren der Systemstecker wurde durch eine Pinzette ersetzt. Auch die beiden Armaufnahmen gehören immer noch zum Lieferumfang: eine runde, für die nur eine große Bohrung sowie drei Gewinde in einem Lochkranz auf dem Laufwerk notwendig sind, und die andere zur Montage auf einem Langloch, das für die früher von Transrotor in Deutschland vertriebenen Arme so charakteristisch war.

Das Tonarmkabel ist fest mit dem Arm verbunden, so gibt es weniger Übergangswiderstände
Das Tonarmkabel ist fest mit dem Arm verbunden, so gibt es weniger Übergangswiderstände

Die augenfälligsten Unterschiede zwischen den beiden Transrotor-Armen sind erstens das Armrohr, das bei der s-Version aus einen Stück mit konstantem Durchmesser besteht, während es beim „großen“ Arm zur Resonanzminderung aus zwei Abschnitten besteht, wobei einer konisch zuläuft. Der Lagerblock wurde dem Rohr entsprechend angepasst und sieht ein wenig anders aus, ist aber ähnlich massiv wie beim zuerst vorgestellten Arm. Zweitens wurde das Gegengewicht des neuen Modells weniger aufwendig gestaltet, ist aber natürlich dennoch dank verschiedener Zusatzringe so an die Masse des Tonabnehmers anpassbar, dass es sich immer recht nah am Lagerpunkt justieren lässt. Drittens ist das Kabel vom Arm zur Phonostufe nun fest montiert, was ja Übergangswiderstände durch die Stecker vermeidet und daher kein Nachteil sein muss. Transrotor setzt auf hochwertige van-den-Hul-Kabel, beim s-Arm ist es das M.C. D-502 statt des D-501. Das war es dann auch schon mit den Sparmaßnahmen: Bei beiden Armen wird die Antiskating-Kraft magnetisch erzeugt und über eine Schraube eingestellt. In den Bohrungen der Armaufnahmen befindet sich in beiden Fällen eine geschlitzte Kunststoffhülse, die mit zwei Inbusschrauben an den Arm gedrückt wird. Diese gewährleisten eine Resonanzunterbrechung zwischen Arm und Basis, und zudem wird der Armschaft bei der Höheneinstellung nicht durch die Schrauben beschädigt. Keine Angst, ich werde jetzt nicht en détail wiederholen, was ich schon im Artikel über den TRA 9 geschrieben habe.

Die Antiskating-Kraft wird magnetisch, das heißt kontaktlos, erzeugt und mit der Schraube eingestellt
Die Antiskating-Kraft wird magnetisch, das heißt kontaktlos, erzeugt und mit der Schraube eingestellt


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