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Pioneer S-A4-PM

08.03.2010 // Helmut Rohrwild

Nach dem Topmodell der Pioneer-Lautsprecherfamilie, dem S-1EX, hat sich Helmut Rohrwild den Benjamin, die S-A4-PM „Pure Malt‟, vorgenommen. Können die Zwerge im Pioneer-Programm in ihrer Liga ebenso überzeugen wie die S-1EX?

Abb. 1
Abb. 1

Nahezu jeder ambitionierte Lautsprecherhersteller hat neben seinen Flaggschiffen quasi als Gegenpol auch ganz kleine Lautsprecher im Programm. So auch Pioneer mit den „Pure Malt‟. Kleine Zweiwegelautsprecher erfreuen sich aus unterschiedlichen Gründen großer Beliebtheit. In vielen Räumen und auch für viele Ansprüche reicht der Tiefgang der „Kleinen‟ völlig aus. Die Anregung von Raummoden fällt sehr viel geringer aus als mit größeren Lautsprechern – ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Sie sind auch etwas leichter in verschiedene Wohnumgebungen zu integrieren. Zwar ist der reale Platzverbrauch bei einer (sinnvollen und anzuratenden) Aufstellung auf Ständern nicht unbedingt geringer als der eines schlanken Standlautsprechers, aber visuell machen sie sich kleiner. Das alles trifft auf die putzigen „Pure Malt‟-Lautsprecher von Pioneer zu, die es in zwei farblich unterschiedlichen Ausführungen gibt.

Abb. 2
Abb. 2

Ich finde es sehr witzig, Lautsprecher „Pure Malt‟ zu nennen, dabei verbirgt sich dahinter eine ausgesprochen positive Sache – Recycling, also Schonung von Ressourcen. Die Gehäuse sind quasi das zweite Leben von ausgedienten, 100 Jahre alten Whiskyfässern aus dem Holz der amerikanischen Weiß-Eiche. Diese werden zerlegt, aufwendig behandelt und nach entsprechender mechanischer Bearbeitung zu bildhübschen, extrem stabilen Minilautsprechergehäusen. Ob sich der jahrzehntelange Kontakt des Eichenholzes mit dem Whisky tatsächlich auf den Klang auswirkt, wie die Pioneer-Broschüre erzählt, sei mal dahingestellt. Wikipedia sagt dazu, dass dieses Holz keine Feuchtigkeit aufnimmt und gerade deshalb für Fässer verwendet wird. Auf jeden Fall ist das Holz, das übrigens zu den härtesten Hölzern gehört, nach dieser Dienstzeit reichlich abgelagert.

Bestückt sind die Böxchen im halben DIN A 4-Format mit einem Kalotten-Hochtöner von 20 Millimetern Durchmesser, dessen Membran aus Seide besteht. Die Aluminium-Schwingspule wird mit Ferrofluid gekühlt. Der Aufgabenbereich dieses Hochtöners beginnt laut Herstellerangabe bei 3500 Hertz und reicht bis 40 Kilohertz. Der Tief-/Mitteltöner beackert die Frequenzen ab 60 Hertz bis hoch zur Trennfrequenz. Seine Membran besteht einschließlich der Staubschutzkappe aus einem Aramidfaser-Verbundwerkstoff. Zur Frequenzweiche gibt es keine Angaben. Der Wirkungsgrad der Pure Malt beträgt zarte 84 Dezibel, die Belastbarkeit dafür flotte 100 Watt und die Impedanz liegt bei verstärkerfreundlichen sechs Ohm. Da die Lautsprecher magnetisch geschirmt sind, können sie auch in der Nähe von TV-Geräten aufgestellt werden, ohne dass Bildverfälschungen zu befürchten wären. Die Abdeckung der Frontseite wird einfach aufgesteckt, hält zuverlässig und mischt sich so gut wie nicht ins Klanggeschehen ein. An der Rückseite nimmt ein Paar solider Lautsprecherklemmen blanke Kabelenden, Kabelschuhe oder Bananenstecker zuverlässig auf. Unterhalb der Klemmen ist eine kleine Bassreflexöffnung angeordnet.

Abb. 3
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