tests/23-04-26_iotavox
 

IOTAVX AVXP 2-840

26.04.2023 // Finn Corvin Gallowsky

Jeder Kanal ist mit 80.000 Microfarad gepuffert
Jeder Kanal ist mit 80.000 Microfarad gepuffert

Als nächstes höre ich „Le Chat Noir“ vom gleichnamigen Album des Saxophonisten Philippe Chrétien. Kennengelernt habe ich dieses Stück auf einer Präsentation der neuen Meta-Technologie von KEF bei einem lokalen HiFi-Händler auf einer KEF Blade. Seitdem habe ich es auch einige Male zu Hause gehört, schließlich ist es immer spannend, Stücke auf High-End-Systemen und anschließend auf seiner eigenen Anlage zu hören. Die große Abbildungsschärfe der IOTAVX ist wieder das zunächst auffällige Merkmal. Insbesondere die Hi-Hat wirkt weniger flächig und offenbart mehr Nuancen. Sie erscheint gleichzeitig etwas zentraler positioniert, das Stereobild kompakter, dafür aber stärker zwischen den Lautsprechern fokussiert und somit etwas besser von den Lautsprechern gelöst. Die Percussionsinstrumente offenbaren eine Fähigkeit der Endstufe, die ich bisher noch gar nicht wahrgenommen hatte: Sie vermag es, schnelle Impulse noch etwas knackiger aufzulösen. So gerät auch die in Sidestick-Technik gespielte Snare Drum akzentuierter. Ihr Hall wiederum wird nicht ganz so stark ausgebreitet wie mit meiner eigenen Endstufe. Nicht zuletzt erklingen die tiefen Bässe kontrollierter und trockener. Wenn das Saxophon einsetzt, wird nochmals klar, dass sich die Endstufe bestens darauf versteht, eine luftige und großzügige imaginäre Bühnentiefe abzubilden. Herrlich, wie unbeschwert frei und beschwingt das Saxofon über der brodelnd groovenden Rhythmussektion abgebildet wird.

Der Ringkerntrafo wirkt auf dem Foto viel kleiner als er ist. Beide Trafos gemeinsam machen einen beträchtlichen Teil des Gewichts der Endstufe aus
Der Ringkerntrafo wirkt auf dem Foto viel kleiner als er ist. Beide Trafos gemeinsam machen einen beträchtlichen Teil des Gewichts der Endstufe aus

Als mich Kollege Wolfgang Kemper das letzte Mal besuchte, haben wir einigen Orchesteraufnahmen gelauscht. Ein Feld, auf dem sich Wolfgang deutlich besser auskennt. Hector Berlioz' Fantastische Symphonie in einer Einspielung der Münchener Philharmoniker unter der Leitung von Sergiu Celibidache erschien mir damals stellenweise etwas angestrengt. Insbesondere der vierte Satz verlangte meiner Kette einiges ab. Deshalb bin ich neugierig, ob die Monster-Endstufe für etwas mehr Ruhe und Entspannung sorgen kann. Zunächst höre ich den vierten Satz nochmals mit meiner eigenen Endstufe. In diesem Hördurchlauf erscheint er mir weniger angestrengt, als ich ihn in Erinnerung hatte, soweit, so gut – erfreulich. Beim Wechsel auf die IOTAVX wird dann aber doch klar, dass mehr möglich ist. Wieder lässt die leicht hellere Wiedergabe der AVXP das Geschehen etwas präsenter und minimal weniger geschmeidig klingen. Insbesondere die Geigen wirken etwas härter, was ihrer Authentizität allerdings eher zuträglich ist. Das Orchester wird insgesamt viel freier von den Lautsprechern losgelöst und klingt mehr nach einem eigenständigen Klangkörper als nach einer abgespielten Aufnahme. Die Ansatzlosigkeit der Soloinstrumente ist beeindruckend. Hier paart sich die Auflösungsschärfe der Endstufe eindrucksvoll mit ihrer Kraft. Einzelne Instrumente respektive Instrumentengruppen sind schärfer und klarer voneinander getrennt und erhalten eine größere Eigenständigkeit und Individualität.

Die AVXP lässt einem die Wahl: symmetrisch oder unsymmetrisch
Die AVXP lässt einem die Wahl: symmetrisch oder unsymmetrisch


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