tests/23-05-05_psaudio
 

PS Audio DirectStream DAC MK2

05.05.2023 // Roland Dietl

Noch einmal zurück zu Viva!. Da ist noch etwas anders, was mir bereits nach den ersten Takten aufgefallen ist – und das ist am anderen Ende des Frequenzspektrums die Basswiedergabe. Bass und Percussions kommen ungemein druckvoll in den tiefsten Lagen. Mir scheint es, als würde der DSD MK2 im Vergleich zum gewohnten DSD MK1 wesentlich tiefer hinabreichen, was natürlich rein messtechnisch gesehen nicht stimmt. Der Bass ist beim DSD MK2 wuchtig, abgrundtief und mit bestechender Präzision; das ist für mich signifikant besser als beim DSD MK1. Bei vielen Aufnahmen rückt das Klangbild mit dem DSD MK2 leicht nach vorne, mehr auf die Linie zwischen den Lautsprechern als dahinter, was der Präsenz und Fokussierung zu Gute kommt. Das lässt Holly Cole mit dem „dahin schleichenden“ „You've Got a Secret“ (Holly Cole: Night - 2xHD - DSD64) nun ungewohnt körperhaft im Hörraum stehen und so eine besondere Verbindung mit dem Zuhörer schaffen. Dazu trägt sicherlich auch bei, dass die Sängerin exakt zwischen den Lautsprechern zu verorten ist. Letzteres ist eine gute Überleitung dazu, welche realistische Klangbühne der DSD MK2 in meiner Anlage zu erzeugen vermag.

In der Mitte des Digital-Boards ist das „Herz“ des DSD MK2, die beiden großen FPGA-Chips, gut zu erkennen
In der Mitte des Digital-Boards ist das „Herz“ des DSD MK2, die beiden großen FPGA-Chips, gut zu erkennen

Bei der „Spanischen Ouvertüre Nr. 1: Capriccio brillante über La Jota Aragonesa“ von Mikhail Glinka mit Vladimir Jurowski und dem London Philharmonic Orchestra (Valdimir Jurowski: 10 years) baut der DSD MK2 von den Außenseiten der Lautsprecher nach hinten eine außerordentlich breite wie tiefe Bühne auf, die feste Begrenzungen hat und sich gerade in der Tiefe nicht in einem diffusen imaginären Raum verliert. Gleichzeitig erklingt die Musik mit einer bisher vom DSD MK1 nicht gekannten Intensität aus der Mitte heraus und das Klangbild scheint zwischen den Lautsprechern geradezu festgenagelt zu sein. An dieser Stelle bin ich überrascht, wie in meinem Fall das „Ground Lifting“ für den USB-Eingang diesen Eindruck noch einmal verstärkt. War gerade noch um einzelne Instrumente oder Instrumentengruppen herum ein im ersten Eindruck imponierender, aber letztlich eher unnatürlich spektakulär und irgendwie „hohl“ klingender Raumeffekt festzustellen, so ist dieser nun verschwunden. Die einzelnen Instrumente werden jetzt noch präziser im Raum gestaffelt, so dass nie ein Zweifel aufkommt, wo die Position eines jeden Instruments im Orchester ist, wobei die exzellente räumliche Tiefe uneingeschränkt erhalten bleibt. Der Zugewinn an Natürlichkeit ist für meinen Geschmack enorm.

Hören wir, weil es gerade so viel Spaß macht, auch noch die „Spanische Ouvertüre Nr. 2: Erinnerung an eine Sommernacht in Madrid". Hier hat Mikhail Glinka seine Komposition mit viel Kastagnetten und einer gehörigen Portion spanischem Tanzrhythmus versehen. Das Stück lebt von den dynamischen Gegensätzen und den abrupten musikalischen Themenwechseln. Die Aufnahme von Vladimir Jurowski und dem London Philharmonic Orchestra begeistert mit ihrer Leichtigkeit und ihrem großen Schwung. Hier fügen sich die gerade beschriebenen räumlichen Fähigkeiten mit der Feindynamik und der Tonalität des DSD MK2 zu einer perfekten Einheit zusammen. Wenn die Pauken im Fortissimo aus der Tiefe des Raums wuchtig das Finale einläuten, dann werden die anderen Instrumente des Orchesters davon nicht verdeckt. Alles bleibt wunderbar durchhörbar und filigran. Das beeindruckt umso mehr, wenn ich höre, mit welcher geradezu abgrundtiefen Wucht die Pauken wiedergegeben werden. Dabei werden die mitreißend spielenden Streicher geschmeidig, die kraftvollen Blechbläser strahlend und die Holzbläser überaus frisch wiedergegeben. Das ist einfach Klasse!

STATEMENT

PS Audio ist mit dem vollständig neu konzipierten DirectStream DAC MK2 ein großer Wurf gelungen: Mit seinen herausragenden klanglichen Qualitäten, die mit jedem neuen Firmware-Update im Laufe der Zeit noch besser werden dürften, und den durchdachten Detaillösungen zur optimalen Integration in eine bestehende Anlage ist er zweifellos einer der interessantesten und zugleich zukunftssichersten Digital-Analog-Wandler am Markt.
Gehört mit
Computer Intel Xeon E3-1225 3,2 GHz, 4 GB RAM, Windows Server 2012R2 und 2019 mit AudiophileOptimizer 3.0, JPLAY USB Card, HDPLEX 400W ATX Linear-Netzteil und HDPLEX 200W Linear-Netzteil, Diretta Lucia Piccolo Bridge, LattePanda Alpha 864s mit Intel 8th m3--8100y mit Diretta Target Bridge oder Volumio mit HDPLEX 200W Linear-Netzteil
Software JPLAY Femto, JPLAY femtoServer, JPLAY iOS App, Upplay, JRiver Media Center 24, MinimServer, Roon Server, Volumio
LAN Switch SOtM sNH-10G i
10-MHz-Clock SOtM SCLK-OCX10
USB SOtM USB Hub tX-USBultra
D/A-Wandler PS Audio DirectStream DAC MK1
Plattenspieler Platine Verdier
Tonarm Souther TRIBEAM
Tonabnehmer Clearaudio Veritas
Vorstufe Erno Borbely , Omtec Anturion
Endstufe Stax DA-80m, Omtec CA 25
Lautsprecher Børresen 01 Cryo Edition, 2 x Velodyne Subwoofer DD-10+, Audioplan Kontrapunkt IV
Kabel und Zubehör Van den Hul, JCAT Reference USB, JCAT Reference LAN, Analysis Plus Digital Oval Yellow, AudioQuest Eagle Eye Digital Cable, SOtM dBCL-BNC, Audioquest Niagara 5000
Herstellerangaben
D-2 D/A-Wandler
Digital-Eingänge Optical (TOSLink (bis 24/96 kHz), S/PDIF und AES3 (bis 24/192 kHz und DoP64), Dual AES3 (bis 24/352,8 kHz und bis DoP128), USB (bis 24/705,6 kHz und bis DoP 256 und DSD256), I2S (bis 24/705,6 kHz und bis DoP 256 und DSD256)
Analog-Ausgänge 1x XLR symmetrisch, 4 Vrms, 1x RCA unsymmetrisch, 2 Vrms
Abmessungen 430(B) × 10(H) × 36(T)mm
Preis 9.600 Euro

Vertrieb
HiFi2Die4
Anschrift Austrasse 9
73575 Leinzell
Telefon +49 (0) 7175 909032
E-Mail hifi2die4@gmx.de
Web www.hifi2die4.de


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