tests/23-10-17_revival
 

Revival Audio Sprint 3

17.10.2023 // Finn Corvin Gallowsky

An der Gehäuseverarbeitung ist für einen Lautsprecher dieser Preisklasse wenig auszusetzen. Der Eichenlook meiner Testlautsprecher entspricht meinem persönlichen Geschmack zwar nicht, aber es stehen ja noch Walnuss und schlichtes Schwarz zur Auswahl. Schwarz wäre – denke ich – die eleganteste Option, da die Holzoptik nicht die Tiefe eines echten hochwertigen Furniers erreicht. Bei einem flüchtigen Blick aus der Ferne fällt das nicht weiter ins Gewicht, zumal die Elytron-Frontplatte das Design der Sprint 3 prägt. Sie wird magnetisch gehalten und kann abgenommen werden, um von der Rückseite eine Stoffabdeckung für den Tiefmitteltöner anzubringen – eine kluge Lösung. Die Haptik der Front mutet wenig exklusiv an, aber sobald sie wieder an ihrem Platz sitzt, wirkt sie optisch umso hochwertiger und lässt die haptische Plastikanmutung schnell vergessen. Gerade gemeinsam mit dem hochglänzenden Revival-Logo und der ungewöhnlichen, aber satten Membranfarbe des Tieftöners versprüht sie einen Charme zwischen Retro und Moderne.

Das stark an Kevlar erinnernde Material besteht aus Basaltfasern und soll über eine größere Elastizität als Kevlar verfügen
Das stark an Kevlar erinnernde Material besteht aus Basaltfasern und soll über eine größere Elastizität als Kevlar verfügen

Selten war die Aufstellung so schnell abgehandelt wie mit den Sprint 3. Auf meinen ausgegossenen Metall-Speakerstands machen sie auf derselben Position wie meine eigenen Lautsprecher sofort eine gute Figur. Raumbedingt wie immer eher nah an Rück- und Seitenwänden in einer tonstudioähnlichen Nahfeldaufstellung leicht eingedreht auf den Hörplatz. An dieser Stelle zeigt sich nochmals die Effektivität des Elytron-Waveguides. Eine penibel genaue Aufstellung ist nicht notwendig, um dem Lautsprecher ein gleichmäßiges Mittelhochtonspektrum und eine überzeugende Abbildung zu entlocken.

Der Tiefmitteltöner ist zwar weniger aufwendig konstruiert als im teureren Schwesternmodell Atalante 3, die Magnetgröße jedoch scheint kaum verschieden zu sein
Der Tiefmitteltöner ist zwar weniger aufwendig konstruiert als im teureren Schwesternmodell Atalante 3, die Magnetgröße jedoch scheint kaum verschieden zu sein

„The Samurai Who Decided to Die“ von Friedmann Witeckas Album The Concert macht den Anfang und weiß ab der ersten Sekunde zu überzeugend. Die Sprint 3 stehen meinen eigenen Lautsprechern überraschenderweise in nicht viel nach. Das Stück wird ähnlich räumlich und einladend präsentiert. Während meine eigenen Lautsprecher speziell in den oberen Mitten über eine enorm hohe Auflösungsfähigkeit und Präsenz verfügen, agieren die Sprint 3 hier eher ein wenig zurückgenommen. Dadurch wirken sie weniger anspringend und vordergründig. Im Hochtonbereich holen sie dann wieder auf und bieten die Becken mit vollem Durchzug und viel Glitzer dar. Im Direktvergleich wirken die Becken auf meinen Lautsprechern sogar leicht matt, obwohl sie über das gesamte Hochtonspektrum insgesamt mehr Energie abstrahlen. Es scheint, als hätten die Sprint 3 ein Hochtontuning, das für etwas mehr Detailzeichnung sorgt, aber die Lautsprecher trotzdem nicht zu hochtonlastig klingen lässt. Natürlich fällt auf, dass die Instrumentenseparation nicht ganz so mühelos und beiläufig präsentiert wird wie bei meinen eigenen Dreiwege-Standlautsprechern, aber ein Verlust an Details findet effektiv nicht statt. Der Saitenklang von Friedemanns Gitarre lässt eine ganze Menge Feinheiten erhaschen und wird wunderbar ansatzlos sirrend abgebildet. Generell überrascht die beachtlich luftige Wiedergabe. Auch die Ablösung der Instrumente von den Lautsprechern ist gut. Einzig das Saxophon gerät etwas weniger organisch, als ich es von meinen eigenen Lautsprechern kenne.


  • Gold Note HP-10 deluxe und PSU-10 Evo

    Der Gold Note HP-10 deluxe Kopfhörer-Verstärker spricht auf den ersten Blick eher den anspruchsvollen Nutzer an. Er bietet vielfältige Möglichkeiten, die in dieser Kombination wohl einzigartig sind. Anders als moderne Alternativen aus Fernost setzt Gold Note auf hochkarätige Analog-Technik. Nutzt der Bedienungskomfort auch der Klangqualität? Die Typenbezeichnung deluxe täuscht. Denn die zwei weiteren, preisgünstigeren Alternativen, der Gold Note HP-10 BT oder der HP-10 ohne jeglichen Zusatz, sind keineswegs weniger luxuriös. Ihnen fehlt nur etwas Ausstattung,…
    10.02.2026
  • Alluxity Int One mkII

    Die Marke Alluxity war mir bisher fremd. Kann passieren. Das änderte sich schlagartig, als der dänische Vollverstärker Int One mkII in meinem Hörraum landete und ich mich ausgiebig mit ihm beschäftigen durfte. Achtung, Spoiler: Man sollte sich die Marke merken. Ich gebe es zu: Ich bin ein Dänemark-Fan. In jungen Jahren habe ich dort regelmäßig zwischen den Dünen am Strand geurlaubt und später dann einige wunderbare Jahreswechsel in gemütlichen Holzhäusern erlebt. Zudem ist mir der…
    27.01.2026
  • Rega Mercury / Solis

    Hifistatement hatte die Möglichkeit, Regas brandneue, im November 2025 erschienene Vor-/Endstufenkombination Mercury/Solis umfassend zu testen. Die Vorstufe hat einen hochwertigen DAC an Bord, die Endstufe liefert circa 300 Watt Ausgangsleistung an vier Ohm Impedanz. Mit diesen Boliden liefert Rega sein Verstärkerstatement! Der Name Rega löst bei mir unmittelbar diverse positive Assoziationen hervor, bislang zugegeben allesamt in der rein analogen Welt der Plattenspieler und Tonabnehmer verortet. So besaß ich unter anderen bereits einen Planar 1 oder…
    20.01.2026
  • Final UX5000

    Im Oktober habe ich den UX5000 in Warschau auf der Audio Video Show das erste Mal gehört. Zugegeben, Bluetooth-Overear-Kopfhörern gilt nicht unbedingt mein größtes Interesse, aber der UX5000 machte mich mit einigen Features neugierig auf einen Test. Final platziert das Modell an der Spitze seines Bluetooth-Kopfhörer-Line-Ups. Allein optisch spricht mich der UX5000 an. Schlicht und unauffällig, ohne ein Statement setzten zu wollen, um sich zwanghaft von der Masse abzuheben. Aber genau diese unaufgeregte Präsentation in…
    16.01.2026
  • Riviera Audio Laboratories APL1 und AFM70

    Den letzten Bericht über eine Vor-/Endstufen-Kombination schrieb ich vor beinahe anderthalb Jahren. Bis jetzt kam lediglich Wolfgang Kempers Test des Senna-Sound-Duos dazu. Sollte das daran liegen, dass es in diesem Bereich nicht allzu viele Innovationen gibt? Die edlen Amps von Riviera Audio Laboratories sind jedenfalls alles andere als Mainstream. Die Verbreitung von digitalen Verstärkermodulen hat zumindest bei mir dazu geführt, dass mich ein Großteil der modernen Endstufen-Kreationen einfach nicht mehr interessiert. Schaltnetzteile in Kombination mit…
    14.01.2026
  • Keces Ewave

    Nein, wir werden nicht zur PR-Abteilung von Keces oder Robert Ross' Vertrieb, der die Produkte aus Taiwan in Europa betreut und hierzulande vertreibt. Doch bei einem Gespräch über den Ephono+ merkte Robert Ross an, dass er soeben das erste Null-Serien-Modell des Keces-Switch erhalten habe und uns zusenden könne. Da konnte ich nicht widerstehen. Da die Serienmodelle noch im Januar ausgeliefert werden, kann ich mir mit dem Bericht über das Switch auch nicht allzu lange Zeit…
    09.01.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.