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HoloAudio May KTE

07.11.2023 // Wolfgang Kemper

Ein hochwertiges Kabel verbindet beide Einheiten
Ein hochwertiges Kabel verbindet beide Einheiten

Das ist eine ganze Menge an Upgrades und schlägt sich im Kaufpreis mit 1030 Euro gegenüber dem May Level 2 nieder. Die O-Transformatoren sollen ein homogeneres Magnetfeld generieren als die üblichen Ringkern-Trafos und die Basis für die Rauscharmut des May KTE schaffen. Die D/A-Wandler von HoloAudio sind sämtlich R2R-Ladder-Dacs mit diskretem Aufbau. HoloAudios Mastermind Jeff Zhu ist stolz darauf, den ersten Ladder-DAC entwickelt zu haben, der DSD wirklich nativ verarbeitet. Der May Dac besitzt getrennte patentierte R2R-D/A-Wandler für PCM und DSD mit Jeff Zuhs patentierter „Linear Compensation“-Technologie, abgeschirmt mit Kupfer. Der May ist doppelt monaural aufgebaut und auf zwei gleich große Gehäuse für das Netzteil und den eigentlichen Wandler aufgeteilt. Die analoge Ausgangsstufe ist vollständig DC-gekoppelt diskret in Class-A aufgebaut, im Signalweg werden keine Kondensatoren verwendet. Der May arbeitet, wie vom Hersteller bevorzugt, ohne Oversampling. Es lassen sich aber dennoch im Menü drei verschiedene Oversampling-Optionen wählen: Da wären einerseits das reine PCM Oversampling oder das reine DSD Oversampling, zweitens die Option, alles in PCM zu konvertieren, oder drittens alles in DSD hochzurechnen. Da das Auswählen zwischen diesen fünf Varianten während des Musikhörens über die CNC-gefräste Aluminium-Fernbedienung möglich ist, lässt sich komfortabel der bevorzugte Modus ermitteln. Getestet habe ich den May ohne Oversampling, weil dies nach meiner Erfahrung die meiste Musikalität vermittelt. Kurze Hör-Ausflüge in die eine oder andere Oversampling-Variante, schienen mir bei mancher Musik sehr vielversprechend, über Alles gesehen ist aber Non-Oversampling für mich die richtige Wahl.

Die Kupfer-Bedienungs-Taster erklären sich selbst und bieten den Zugang zu sinnvollen Einstell-Optionen. Das Menü erreicht man nur aus dem Stand-by, da es die Grundeinstellungen anbietet
Die Kupfer-Bedienungs-Taster erklären sich selbst und bieten den Zugang zu sinnvollen Einstell-Optionen. Das Menü erreicht man nur aus dem Stand-by, da es die Grundeinstellungen anbietet

In den Geräte-Grundeinstellungen lassen sich die I2S-Kontaktbelegung in vier Alternativen anwählen, was das Spektrum anschließbarer Quellen erfreulich ausweitet. Der HoloAudio Standard ist mit dem von PS Audio identisch und somit für meine Anlage passend. Auch die Phase der beiden symmetrischen XLR-Ausgänge lässt sich ändern, was in seltenen Fällen nützlich sein kann. Einer näheren Betrachtung bedarf die Funktion PLL in den Grundeinstellungen, was für Phase Locked Loop steht: Der aktuelle May ist mit Femto-Taktgebern und neuen, diskreten Ultra-Hochleistungs-Spannungsreglern ausgestattet. Der PLL-Schaltkreis wurde für diese Anwendung speziell entwickelt. Durch die Verwendung von Crystek-VXCO-Taktgebern wird jedes eingehende Digitalsignal neu getaktet. Diese Funktion kann mit PLL aktiviert oder deaktiviert werden. Worum geht es? S/PDIF beispielsweise kodiert das Datensignal zusammen mit dem Taktsignal, so dass es mit einem einadrigen Kabel übertragen werden kann – dazu kommt die Masse/Abschirmung. Die Verschlüsselung der Daten mit dem Takt auf der Senderseite und die Dekodierung des Takts aus den Daten auf der Empfangsseite erzeugt Jitter. Toslink als eine Glasfaserversion von S/PDIF erzeugt noch mehr Jitter bei der Umsetzung auf Licht und zurück. I2S ist in der Regel besser als S/PDIF, weil hier vier separate Signale übertragen werden: drei Takte und einmal Daten. Es benötigt keine Kodierungs-/Dekodierungsfunktionen, die Jitter erzeugen. Um eine wirklich effektive PLL zu schaffen, benötige man eine präzise Taktquelle, die sich am Takt des Signals orientiert. HoloAudio verwendet hier den spannungsgesteuerten Quarzoszillator CVHD-957 von Crystek. Statt eines problembehafteten digitalen Filters zur Synchronisierung der Daten mit dem Takt verwendet HoloAudio im May einen Fifo-Puffer. Fifo steht für „first in first out“. Der May unterstützt DSD 1024 nativ und PCM bis 1536 Kilohertz. Es wurde auch darauf geachtet, die unangenehmen Klickgeräusche beim Umschalten von DSD auf PCM zu reduzieren. Für das USB-Modul wurde ein völlig neuer Code geschrieben, um die Leistung zu optimieren und die Latenzzeit deutlich zu verringern. Das USB-Modul verfügt über zwei superschnelle XMOS xu208 Controller-Chips.

Angenehm unaufdringlich zeigt das Display die Informationen, hier die Anwahl des Oversamplings auf DSD
Angenehm unaufdringlich zeigt das Display die Informationen, hier die Anwahl des Oversamplings auf DSD


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