tests/24-04-30_jcat
 

JCAT XACT S1

30.04.2024 // Dirk Sommer

Alle Anschlussbuchsen sind mit schirmendem Tape abgedeckt
Alle Anschlussbuchsen sind mit schirmendem Tape abgedeckt

Über das Netzwerk habe ich einige meiner Teststücke auf die Festplatte geladen, aber erst einmal ein paar Songs per Ethernet vom Melco gehört. Schon nach den ersten Tönen von Ralph Towners Album My Foolish Heart steht fest, dass der XACT mindestens auf dem Niveau meines Aries spielt. Nein, der große imaginäre Raum, die Energie in den tieferen Frequenzbereichen, die Transienten beim Anreißen der Saiten und die bestens in den musikalischen Fluss integrierten Griffgeräusche lassen vielmehr vermuten, dass der JCAT-Streamer noch ein wenig mehr zu bieten hat als mein G2.2. Doch den Vergleich verschiebe ich noch ein wenig, um weiter Towners eigenen Kompositionen sowie den für das Album titelgebenden Standard zu genießen. Aber auch nach dem letzten Song habe ich von Ralph Towners ebenso lyrischer wie virtuoser Spielweise noch nicht genug und höre nochmals „Two Poets“ von der Festplatte des Melco, auf die ich My Foolish Heart, als High-Res-Download mit 96 Kilohertz und 24 Bit von Qobuz geladen hatte. Anschließend erklingt derselbe Track noch einmal, dieses Mal aber direkt von Qobuz gestreamt. Die Unterschiede sich nicht riesig, doch auch bei der Solo-Gitarre eindeutig herauszuhören: Die Wiedergabe wirkt von der Festplatte atmosphärisch dichter, obwohl der imaginäre Raum hier sogar noch eine Spur größer erscheint. Der gestreamte Track lässt im direkten Vergleich auch eine Spur Intensität vermissen. Die klanglichen Unterschiede zwischen Stream und gespeichertem File kann auch der XACT S1 nicht nivellieren. Meine Lieblingsalben werde ich auch weiterhin erwerben und abspeichern.

Auf dem Board zur Spannungsaufbereitung finden sich Nichicon Muse- und Fine-Gold-Siebkondensatoren. Digitale DC-DC-Wandler zur Stabilisierung sind hier verpönt. Marcin Ostapowicz verwendet ausschließlich lineare Spannungsregler
Auf dem Board zur Spannungsaufbereitung finden sich Nichicon Muse- und Fine-Gold-Siebkondensatoren. Digitale DC-DC-Wandler zur Stabilisierung sind hier verpönt. Marcin Ostapowicz verwendet ausschließlich lineare Spannungsregler

Für den Besitzer eines XACT S1, der serienmäßig mit einer eingebauten Vier-Terabyt-SSD geliefert wird, stellt sich natürlich die Frage, wo er seine Musik-Files am besten lagert. Kommt die „Improvisation“ Patrice Herals auf Michel Godards Album Le Concert des Parfums vom Melco, wirkt das Refektorium des ehemaligen Klosters von Noirlac noch einen Tick größer. Die Impulse der verschiedenen Perkussionsinstrumente klingen noch eine Spur länger nach. Die Wiedergabe wirkt luftiger, die Luft flirrender und das Spiels Patrice Herals noch ein ganz kleines bisschen engagierter. Dem steht gegenüber, dass die Instrumente bei der Reproduktion der Daten von der internen SSD minimal schärfer fokussiert zu sein scheinen. Auch ein weiteres wohlbekanntes Test-File, der erste Satz von Schostakowitschs Symphonie Nr. 15 mit den Duisburger Philharmoniker unter Jonathan Darlington bestätigt die bisherige Einschätzung der Qualität der Wiedergabe von den Festplatten des Melco und der des JCAT-Streamers. Insgesamt sind die Unterschiede hier aber ein wenig geringer als die zwischen dem Streaming aus dem Netz und von der Festplatte. Die beiden Teststücke verfestigen aber meinen ersten Eindruck: Der XACT spielt – mal ganz abgesehen vom Lagerort der Files – sehr dynamisch, rhythmisch ungemein involvierend, verfügt über ein grundsolides Tieftonfundament und begeistert mit Transienten, die denen bei realen Konzerten zu hörenden teils schon erschreckend nahe kommen!

Der XACT wird serienmäßig mit einer selektierten 4-Terabyte SSD von Samsung geliefert
Der XACT wird serienmäßig mit einer selektierten 4-Terabyte SSD von Samsung geliefert


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