tests/24-08-20_silent
 

Silent Power LAN iPurifier Pro

20.08.2024 // Wolfgang Kemper

Die Funktion des Silent Power LAN iPurifier Pro beschreibt ifi Audio in etwa so: Im Wesentlichen geht es um eine galvanische Isolierung auf optischem Weg: Die Signale werden in Licht und zurück umwandelt. Der LAN iPurifier Pro sieht sich als Alternative zu bekannten vielteiligen Lichtleiterstrecken mit Medienkonvertern, indem er einfach zwischen Router und Streamer eingebunden wird. Sein Design soll eine vollständige Isolierung von Eingang und Ausgang gewährleisten, wodurch elektrische Störungen, Interferenzen und Streuströme auch vom Router oder Switch effektiv unterdrückt und Systemrauschen, Fehler und Jitter erheblich reduziert, sowie das Timing bei der Digital-Analog-Wandlung verbessert würden. Nach der optischen Hin- und Zurückwandlung zur galvanischen Isolierung des Signals wird es mithilfe aktiver Schaltkreise regeneriert, wodurch der Gesamt-Jitter weiter reduziert und das System-Timing verbessert werden soll. Ein extrem rauscharmes DC-DC-Netzteil im Inneren sorge trotz des externen Stecker-Schaltnetzteils für eine saubere Stromversorgung. Der LAN iPurifier Pro gewährleistet laut Silent Power die Geschwindigkeit der Standards 1000BASE-T und IEEE 802.3x. Die LEDs auf der Front signalisieren in Echtzeit den Status der Stromversorgung, der Verbindung und der Datengeschwindigkeiten, sowohl für den Eingang als auch für den Ausgang. Diese Leuchtanzeige kann über eine Taste auf der Rückseite des Geräts in der Helligkeit reduziert oder ganz abgeschaltet werden. Im Detail zeigen die insgesamt sieben LED-Leuchtbalken Folgendes an, wobei die obere Reihe dem Eingang zugeordnet ist und die untere dem Ausgang: Stromversorgung Eingang rot, Ausgang grün, daneben bedeutet ein weißer LED-Balken eine Datenrate von 1000Mbps, leuchtet er nicht, ist der Datendurchsatz 100Mbps. In meinem Setup leuchtet die Eingangs-LED, der Ausgang nicht, was aussagt, dass das Folgegerät, hier die Bridge II meines PS Audio DirectStream-DACs, keine 1000Mbps verarbeitet. Diese interne Datenreduzierung muss klanglich kein Nachteil sein. Es gibt Geräte, bei denen die geringere Geschwindigkeit je nach Gegebenheit sogar empfohlen wird, wie etwa beim Melco S 10 Switch. Die rot für den Eingang und grün für den Ausgang anzeigenden LEDs rechts daneben zeigen durch konstantes oder flackerndes Leuchten an, ob Daten fließen. Bei einer Verbindungsunterbrechung leuchten sie gar nicht. Der breitere weiße LED-Balken ganz rechts veranschaulicht die Funktion der optischen Isolierung. Erwähnenswert scheint mir noch, dass das kleine Gerät spürbar warm wird.

Rückseitig links der USB-C-Eingang für die Stromversorgung, daneben der LAN-Eingang, der Taster für die Beleuchtung und rechts der optimierte Ethernet-Ausgang
Rückseitig links der USB-C-Eingang für die Stromversorgung, daneben der LAN-Eingang, der Taster für die Beleuchtung und rechts der optimierte Ethernet-Ausgang

Bringt ein zweiter LAN iPurifier Pro noch mehr Klangqualität? Ein Einschleifen vor dem Router wäre eine Möglichkeit, die ich jedoch nicht ausprobieren kann, da in meinem großen Setup ein Glasfaser-Router seinen Dienst tut und per Mesh-Funkverbindung den Router in meiner zweiten Anlage versorgt. Die einzige Option in meinem Falle ist also, zwischen Router und Switch einen zweiten LAN iPurifier Pro einzubinden. Gedacht, getan. Wenn ich die Bridge 2 in Verbindung mit Bubble UPnP zum Streamen von Qobuz nutze, ist eine feine Verbesserung zu hören. So klingen die Schlagzeug-Becken in „You´ve Been Talkin´Bout Me“ vom Album The „In“ Crowd des Ramsey Lewis Trio noch eine kleine Portion freier und sauberer. Es gibt Musikstücke, die leicht vom zweiten iPurifier profitieren, andere eher nicht. Keinen Klangvorteil erlebe ich, wenn die Bridge 2 das Signal nicht von Bubble UpnP sondern vom Antipodes Oladra G4 per Roon zugespielt bekommt. Aus dieser Erfahrung würde ich keinerlei Empfehlung ableiten mögen, außer der, es selber auszuprobieren. Mein Resümee in dieser Anlagen-Konstellation ist eindeutig: Ein einziger Silent Power LAN iPurifier Pro sorgt für eine deutliche Verschönerung der Musikwiedergabe. Dabei greift er nicht in die Tonalität ein, zumindest so lange nicht, wie man bei der bisherigen Kabelqualität bleibt. Er bewirkt eine klar zu vernehmende zusätzliche Sauberkeit und befreit das Musiksignal von digitalen Störungen, die man zuvor möglicherweise gar nicht als solche bemerkt haben mag, die aber zu einen Langzeit-Lästigkeitseffekt führen können. Das Resultat ist eine eindeutig sauberere, glanzvollere Wiedergabe und ein größerer Reichtum an Klangfarben und Nuancen – ganz einfach, weil sie nun leichter wahrnehmbar gemacht werden. Dass sich auch bei der Räumlichkeit bei manchen Aufnahmen noch einiges zum Besseren verändert, ist ein weiteres Plus. Für mich erreichen die klanglichen Verbesserungen durch den iPurifier Pro eine ähnliche Größenordnung wie die durch ein Switch.

Die beiden optischen Umsetzer dienen der galvanischen Trennung
Die beiden optischen Umsetzer dienen der galvanischen Trennung

Das muss nicht in jedem Falle in gleichem Maße gelten, war aber ein mich erstaunender Eindruck in meiner großen Anlage. Da mir ja ein drittes Ansuz Digitalz A2 LAN-Kabel fehlt, tauschte ich einfach das Switch gegen den iPurifier Pro und hatte zu meiner Überraschung nicht das Gefühl, dass es nun schlechter klingt. Jedoch anders, und nach längerem Hören mit unterschiedlichster Musik geht der Eindruck mal in die eine, mal in die andere Richtung. Das ist sehr von der Musik und der Aufnahme abhängig. Zu bedenken ist bitte, dass das Ansuz-A2-Switch mit einem Listenpreis von 3200 Euro mehr als zehnmal so teuer wie der iPurifier ist. Beim Album Live At Winterland ´68 von Big Brother & The Holding Company mit Janis Joplin überzeugt das Switch musikalisch, indem es mehr Offenheit, mehr Dynamik und somit mehr Authentizität vermittelt und dem Charakter dieser Musik überzeugender entspricht. Andererseits schafft es der iPurifier Pro, minimale Nervigkeiten in der Wiedergabe zu eliminieren. Dies war beim Song „I Heard an Angel Singing“ vom Album Of Moons and Dreams vom Cécile Verny Quartet zu hören. Auf den ersten (vor)schnellen Eindruck wirkt Cécile Vernys Gesang leicht gedeckt und weniger frei im Raum. Über den iPurifier Pro empfinde ich jedoch die Größenzeichnung und Körperlichkeit ihrer Stimme authentischer und somit überzeugender.

Auch die Unterseite der Platine ist bestückt
Auch die Unterseite der Platine ist bestückt


  • Wilson Benesch Prime Meridian System – an approximation

    I reviewed Wilson Benesch's first turntable in 1996, and the second two years later. Getting hold of the third for a review shouldn't have been a big deal, I thought. But it was – for several reasons: It's a really big thing, weighing over 350 kilograms, and the accompanying white paper is 138 pages long. The fact that the Prime Meridian system, if I remember correctly, is the most expensive product ever tested by hifistatement.net…
    11.05.2026
  • Harbeth Super HL5plus XD2

    Der HL5 ist das älteste Modell von Harbeth und gehört nach wie vor zum aktuellen Sortiment. Seine Geschichte reicht fast 50 Jahre zurück und begann 1977, als H.D. Harwood, ein ehemaliger BBC-Ingenieur, als Erster Polypropylen für die Membranen der Treiber einsetzte. Übrigens steht „HL“ für die Vornamen von Harwood und seiner Frau Elisabeth. Vom HL5 zum Super HL5plus XD2 Die originalen HL-Monitor-Modelle, vom Mk 1 bis zum Mk 4, wurden zwischen 1977 und 1988 hergestellt.…
    08.05.2026
  • iFi iDSD Phantom

    Der iDSD Phantom vereint Streamer, DAC und Kopfhörerverstärker in bester iFi-Manier zu einem Alleskönner. iFi erreicht damit die höchstmögliche Ausbaustufe von stationärem HiFi. Abgerundet wird das Paket von einem aufwendigen Gehäuse und sowohl einer Transistor- als auch einer Röhren-Ausgangsstufe. Gerade im mobilen Bereich hat iFi in der Vergangenheit viele Geräte entwickelt, die einen Vergleich mit dem berühmten Schweizer Allzwecktaschenmesser nicht im Geringsten scheuen müssen. Mit dem Phantom hält die – nahezu – unbegrenzte Vielfalt an…
    05.05.2026
  • Pro-Ject Flatten it

    Das Thema thermische Behandlung von Festplatten, Kabeln oder Schallplatten wurde in Hifistatement mehrfach ausführlich behandelt. Heute geht es um den Flatten it Schallplatten-Bügler von Pro-Ject, der dank seines attraktiven Preises ein Angebot für jedermann sein könnte. Dirk Sommer hat an dieser Stelle seit Jahren immer wieder über Kältebehandlungen zur Klangverbesserung explizit bei der Firma CoolTech berichtet. Das liest sich überzeugend, ist aber mit ein wenig Aufwand verbunden, der selbst manch eingefleischtem Audio-Freak zu lästig erscheint.…
    28.04.2026
  • Sumiko Oriole

    Sumikos Firmensitz befindet sich in Mineapolis, USA im Bundesstaat Minnesota. Von hier aus werden die Tonabnehmer weltweit vertrieben. Hergestellt werden sie allerdings in Japan bei Excel Sound in Yokohama. Dort werden die Systeme seit 1982 von ausgewählten Handwerkern handgefertigt. Das neu auf dem Markt befindliche Oriole aus der Reference-Serie von Sumiko liegt preislich und klanglich in der Mitte zwischen dem Starling und Songbird aus gleichem Hause. Oriole ist übrigens die englische Bezeichnung für den hierzulande…
    24.04.2026
  • WestminsterLab Omne

    Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht. Als Angus Leung den Omne Vollverstärker Anfang Februar 2025 in Hamburg präsentierte, ging es ihm erkennbar nicht um die übliche Choreografie aus Neuheit und Superlativen. Im Zentrum stand für ihn vielmehr die Antwort…
    21.04.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.