tests/24-10-01_sikora
 

J. Sikora Reference Line und KV12 MAX

01.10.2024 // Dirk Sommer

Die Bedienungselemente samt Display sind in die Basisplatte eingelassen, die auch die Steuerungselektronik für die vier Motoren beherbergt
Die Bedienungselemente samt Display sind in die Basisplatte eingelassen, die auch die Steuerungselektronik für die vier Motoren beherbergt

Auch wenn es von der Scheibe vor längerer Zeit ein Reissue des Label Bungalow gab, ist Peter Thomas' Musik zur Bavaria-Fernsehserie Raumpatrouille kein audiophiler Klassiker, zaubert aber jemandem, der damit groß geworden ist, aber ein leicht verklärtes Lächeln ins Gesicht. Das Peter-Thomas-Sound-Orchester (New Astronautic Sound) begeistert mal mit Bläsersätzen und Orgelsounds, die Jimmy Smith zur Ehre gereicht hätten, mal mit schrecklich kitschigem Gesang – der Titel heißt passenderweise „Shub-a-Dooe“ –, mal mit knackigem E-Bass – Bert Kaempfert lässt grüßen –, entfesselten Bläsern und einer quietschenden „Schweineorgel“: ein nostalgischer Hochgenuss voller klanglicher Überraschung und Skurilitäten, von J.Sikora und Aidas mit allen Ecken und Kanten perfekt serviert. Falls ich jemanden auf den Geschmack gebracht haben sollte: Unbedingt nach der Fontana-Erstausgabe aus dem Jahr 1966 suchen.

Die nötige Spannung liefert das „Reference Power Supply“ mit einer dreistufigen Spannungsstabilisierung. Die Höhe der ankommenden Netz- und die der abgegebenen Gleichspannung werden angezeigt
Die nötige Spannung liefert das „Reference Power Supply“ mit einer dreistufigen Spannungsstabilisierung. Die Höhe der ankommenden Netz- und die der abgegebenen Gleichspannung werden angezeigt

So warm, farbig und einschmeichelnd das Aidas Mammoth Gold auch spielt, ich sollte mich nicht allein auf seine angenehme und verzeihende Spielweise verlassen. Deshalb montiere ich nun das Lyra Etna in den KV12 MAX und lerne dabei, dass die Azimut-Einstellung nicht nur von der Schraube im ersten Gegengewicht beeinflusst wird, sondern auch von der Form des oben aus dem Arm geführten Signalkabels in seiner nicht besonders flexiblen Isolierung. Eine gewisse Rückstellkraft zur Unterstützung der Antiskatingkraft sei durchaus gewollt, erklärt Robert Sikora auf Nachfrage. Man müsse allerdings darauf achten, dass das Kabel möglichst gerade nach oben aus dem Arm geführt wird. Das habe ich dann getan. Schon die ersten Takte von „Whisper Not“ vom Album Big Blues machen klar, dass der J.Sikora-Arm in Sachen Transienten und Dynamik noch ein Stückchen mehr zu bieten hat, als das Mammoth Gold offenbarte. Das ist für genussorientierte Musikfreunde, die zur Entspannung bei der Lieblingsscheibe einen vollen Rotwein genießen, gewiss eine hervorragende Wahl. Wer sich von seinen LPs jedoch mehr An-, wenn nicht gar eine Spur Aufregung erwartet, sollte zum Etna – und vielleicht zu einem Gläschen Winzersekt – greifen. Das Schöne ist, dass das J.Sikora-Duo den Tonabnehmern erlaubt, ihre unterschiedlichen Charaktere voll zur Geltung zu bringen. Ich mache mit dem Lyra im KV12 MAX weiter.

Der einpunktgelagerte Zwölfzoll-Tonarm mir einem Rohr aus Kevlar
Der einpunktgelagerte Zwölfzoll-Tonarm mir einem Rohr aus Kevlar


  • Alluxity Int One mkII

    Die Marke Alluxity war mir bisher fremd. Kann passieren. Das änderte sich schlagartig, als der dänische Vollverstärker Int One mkII in meinem Hörraum landete und ich mich ausgiebig mit ihm beschäftigen durfte. Achtung, Spoiler: Man sollte sich die Marke merken. Ich gebe es zu: Ich bin ein Dänemark-Fan. In jungen Jahren habe ich dort regelmäßig zwischen den Dünen am Strand geurlaubt und später dann einige wunderbare Jahreswechsel in gemütlichen Holzhäusern erlebt. Zudem ist mir der…
    27.01.2026
  • Rega Mercury / Solis

    Hifistatement hatte die Möglichkeit, Regas brandneue, im November 2025 erschienene Vor-/Endstufenkombination Mercury/Solis umfassend zu testen. Die Vorstufe hat einen hochwertigen DAC an Bord, die Endstufe liefert circa 300 Watt Ausgangsleistung an vier Ohm Impedanz. Mit diesen Boliden liefert Rega sein Verstärkerstatement! Der Name Rega löst bei mir unmittelbar diverse positive Assoziationen hervor, bislang zugegeben allesamt in der rein analogen Welt der Plattenspieler und Tonabnehmer verortet. So besaß ich unter anderen bereits einen Planar 1 oder…
    20.01.2026
  • Final UX5000

    Im Oktober habe ich den UX5000 in Warschau auf der Audio Video Show das erste Mal gehört. Zugegeben, Bluetooth-Overear-Kopfhörern gilt nicht unbedingt mein größtes Interesse, aber der UX5000 machte mich mit einigen Features neugierig auf einen Test. Final platziert das Modell an der Spitze seines Bluetooth-Kopfhörer-Line-Ups. Allein optisch spricht mich der UX5000 an. Schlicht und unauffällig, ohne ein Statement setzten zu wollen, um sich zwanghaft von der Masse abzuheben. Aber genau diese unaufgeregte Präsentation in…
    16.01.2026
  • Riviera Audio Laboratories APL1 und AFM70

    Den letzten Bericht über eine Vor-/Endstufen-Kombination schrieb ich vor beinahe anderthalb Jahren. Bis jetzt kam lediglich Wolfgang Kempers Test des Senna-Sound-Duos dazu. Sollte das daran liegen, dass es in diesem Bereich nicht allzu viele Innovationen gibt? Die edlen Amps von Riviera Audio Laboratories sind jedenfalls alles andere als Mainstream. Die Verbreitung von digitalen Verstärkermodulen hat zumindest bei mir dazu geführt, dass mich ein Großteil der modernen Endstufen-Kreationen einfach nicht mehr interessiert. Schaltnetzteile in Kombination mit…
    14.01.2026
  • Keces Ewave

    Nein, wir werden nicht zur PR-Abteilung von Keces oder Robert Ross' Vertrieb, der die Produkte aus Taiwan in Europa betreut und hierzulande vertreibt. Doch bei einem Gespräch über den Ephono+ merkte Robert Ross an, dass er soeben das erste Null-Serien-Modell des Keces-Switch erhalten habe und uns zusenden könne. Da konnte ich nicht widerstehen. Da die Serienmodelle noch im Januar ausgeliefert werden, kann ich mir mit dem Bericht über das Switch auch nicht allzu lange Zeit…
    09.01.2026
  • Keces Ephono+

    Nein, ich werde mich ab sofort nicht mehr nur mit günstigen Hifi-Komponenten beschäftigen, auch wenn durch den Test des erschwinglichen Eversolo DAC-Z10 und des Ephono+ der Eindruck entstehen konnte. Denn obwohl Keces der Signalverarbeitung und dem Netzteil je ein eigenes Gehäuse spendiert, ist die Phonostufe für gerade einmal 1.200 Euro zu haben. Ich habe zwar gegenüber Komponenten mit moderaten Preisen genau so wenig Berührungsängste wie gegenüber solchen mit exorbitant hohen – wie sich Anfang des…
    23.12.2025

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.