tests/25-03-25_ifi
 

iFi iDSD Valkyrie

25.03.2025 // Finn Corvin Gallowsky

Im inneren des Valkyrie arbeiten vier BurrBrown DSD1793 Digital-Analogwandler gemeinsam in einem Verbund. Zusätzlich ist ein FPGA zum Umrechnen des Eingangsdatenstroms auf DSD512 oder DSD1024 verbaut. Mit Bit-Perfect, GTO (Upsampling auf 384 Kilohertz), Apodising (Upsampling auf 768 Kilohertz), Transient Aligned (Upsampling auf 768 Kilohertz), Standard, Minimum Phase und Bit-Perfect stehen eine Menge digitaler Filter zu Auswahl. Außerdem hat iFi JVC Kenwoods K2-Technologie implementiert. Grundlegend soll sie „den originalen Klang ohne jegliche Veränderung“ wiedergeben, respektive „Klang in seinem ursprünglichen Zustand wiederherstellen“. K2 ist laut JVC Kenwood historisch aus der Beobachtung von Recording-Ingenieuren in den Victor Studios entstanden, dass bei der Digitalisierung und Übertragung auf CD, obwohl theoretisch nicht möglich, Unterschiede zum eigentlichen Mastertape entstehen. Die Erläuterung der K2-Technologie auf der Kenwood-Webseite wartet mit bunten Grafiken mit vielen Pfeilen auf und hat bei mir mehr Fragezeichen erzeugt als beseitigt. K2 soll sich durch eine menschliche Komponente auszeichnen, da Messungen und Höreindrücke immer wieder im gegenseitigen Bezug evaluiert wurden. Schlussendlich werden xMEMS-Treiber, zu denen ich sehr früh einen hochinteressanten Technologieeinblick gewinnen konnte, vom iDSD Valkyrie unterstützt. Meines Wissend ist iFi der erste Hersteller überhaupt, der die benötige zusätzliche Spannungsversorgung samt EQ-Kurve für xMEMS in seinen Geräten verbaut. Leider ist die Treiber-Technologie am Markt bisher so gut wie gar nicht vertreten. Dass iFi Pioniergeist beweist, finde ich wichtig und hoffe, dass andere Hersteller es als Motivation sehen, sich mit der neuen Technologie zu befassen. iFis XSpace, XBass II und XPresence sind beim Valkyrie ebenfalls wieder mit an Bord und agieren so geschmackvoll effektiv wie eh und je. Sollte der integrierte 20.000-Milliamperestunden-Akku mal leerlaufen, ist er dank Quick Charge bei 20 Volt in zweieinhalb Stunden wieder voll aufgeladen. Ein Betrieb am Stromnetz ist dank eines eigenen Lade-USB-C-Ports auch in jedweder Konfiguration möglich. Für den Test habe ich mich ausschließlich auf den Akku verlassen, der einen langen Testtag mit Leichtigkeit durchhält. Es kommen dieselben Akkuzellen zum Einsatz wie in Teslas – obwohl auf diese Marke wohl aktuell niemand so richtig gut zu sprechen ist. Die Akkunetzteile von EAhibrid haben im Test aber unter Beweise gestellt, dass die Akkus sich in Audioprodukten ganz hervorragend machen.

Der Lautstärkereger ist als Dreh-Encoder ausgelegt. Die Lautstärke wird durch die Farbe der kleinen eingearbeiteten LED repräsentiert oder kann auf dem obenliegenden Display abgelesen werden
Der Lautstärkereger ist als Dreh-Encoder ausgelegt. Die Lautstärke wird durch die Farbe der kleinen eingearbeiteten LED repräsentiert oder kann auf dem obenliegenden Display abgelesen werden

Der Großteil der Funktionen des iDSD Valkyrie lässt sich über die zwei Knöpfe auf der Front steuern. Quellen- und Filterwahl sind durch einfachen Druck möglich. Bei langem Druck einer der beiden Knöpfe wird entweder die DSD-Umrechnung oder der K2-Modus aktiviert. Auf der Oberseite des Geräts sind zwei weitere Knöpfe zu finden. Bei einfachem Druck steuern sie XSpace, und XBass/XPresence. Bei längerem Druck des linken Knopfs werden die Gain-Modi durchgeschaltet, mit dem rechten Knopf gelangt man bei längerem Druck in ein kleines Menü, in dem dann mit dem Dreh-Drück-Lautstärkeregler navigiert wird. Hier verbirgt sich zum Beispiel der xMEMS-Modus. Inzwischen bin ich, was Funkschnittstellen angeht, weniger zimperlich und lasse den iDSD Valkyrie als erstes Mal zeigen, was er kabellos abliefert. Im Bluetooth-Verbindungsmenü meines FiiO DAP M11 Plus ESS werden mir mehrere iFi-Schnittstellen angezeigt. Hier ist das Headset-Logo die zielführende Wahl. Mein DAP erlaubt mir außerdem, den jeweiligen zu Verwendung kommenden Bluetooth-Codec festzulegen. Ich entscheide mich für LDAC und priorisiere in den Einstellungen die Bitrate gegenüber der Verbindungsstabilität. Trotzdem bleibt die Verbindung bis in den nächsten Raum respektive durch eine Wand hindurch stabil. Mit eingeschaltetem IEMatch herrscht auch an meinen BA-In-Ears Vision Ears VE7 absolute Stille. In dieser Hinsicht ist iFi seit Jahren eine Konstante. Es wurde verstanden, dass die Anforderungen an einen Kopfhörerverstärker für verschiedenste Gattungen von Kopfhörern grundverschieden ausfallen und für jedes System optimiert werden müssen.

Das Display stellt alle relevanten Informationen übersichtlich dar
Das Display stellt alle relevanten Informationen übersichtlich dar

Der iDSD Valkyrie fällt ab dem ersten Ton mit einer angenehmen, zugewandten, musikalisch in sich schlüssigen Darbietung auf. Brutus „War“ vom Album Nest offenbart einen angenehmen Grundton der anfänglich noch cleanen Gitarrenarpeggios. Die Stimme von Stefanie Mannaerts wird von einem großzügigen Hall umrahmt. Der E-Bass bleibt in der Mischung sehr gut fokussiert und greifbar, ohne das Gefühl zu vermitteln, dass der Bassbereich künstlich überbetont wird. Das bleibt auch so, wenn aus den gebrochenen Akkorden der Gitarre ein kreischendes Tremolo wird und die Sängerin ihrer zweiten Aufgabe in der Band nachkommt und dem emotional aufgeladenen Text am Schlagzeug Nachdruck verleiht. Die Bluetooth-Schnittstelle hat meinen Segen. Dass ich das mal sagen würde, hätte ich vor einigen Jahren kaum gedacht, aber inzwischen wurde Bluetooth gezähmt. Selbst von meinem Android-Phone ist eine Übertragung möglich, ohne dass das Noise-Gate des Android-Systems in die Wiedergabe grätscht. Während die DAP-Lautstärke und der Lautstärkeregler am iDSD unabhängig reagieren, sind sie bei meinem Android-Phone gekoppelt. Auf Android 10 sind die Lautstärkeschritte so praxisfern wie eh und je, danke der Verknüpfung kann mit dem Lautstärkeregler des iDSD feinstufig reguliert werden – eine sehr gute Lösung.


  • KLH Audio Model Four

    Endlich steht mal etwas ganz anderes in meinem Hörraum. Der Lautsprecher des traditionsreichen amerikanischen Herstellers KLH entspricht einem Design von vor mehr als 50 Jahren, wie man es auch heutzutage bei Edelmarken wie Harbeth oder Audio Note findet. Bislang hatte ich nicht das Vergnügen, einen solchen Lautsprecher im Hörraum zu erleben. Neben dem Design mit breiter Schallwand und geringer Bautiefe macht der Paarpreis von knapp 2000 Euro die KLH Model Four hochgradig interessant. Auf zum…
    19.10.2026
  • darTZeel Audio CTH-8550 Mk II

    darTZeel ist ein Schweizer Unternehmen, das 2001 in Genf von Hervé Delétraz gegründet wurde. Der Name ist ein Anagramm des Nachnamens Delétraz. Die Arbeit an den ersten Geräten begann bereits 1984 im Rahmen einer Diplomarbeit, und nach 18 Jahren Forschung wurde 2002 der Leistungsverstärker NHB-108 offiziell vorgestellt. Es gibt Marken, auf die man viele Jahre warten muss, aber man wartet trotzdem weiter. So war es für mich bei der Marke darTZeel. Zufällig traf ich ihren…
    13.10.2026
  • IsoAcoustics GAIA Neo I

    Erinnern Sie sich noch? Es ist bereits eine ganze Weile her, da haben Hifi-Fans ihre Lautsprecher auf Tennisbälle gestellt, um einen besseren Klang aus ihnen herauszukitzeln. Oder sie haben abenteuerliche Selfmade-Konstruktionen gebastelt, auf denen die vielleicht nicht ganz highendigen Schallwandler platziert wurden. Das ist lange her und in der Zwischenzeit hat sich in Sachen Lautsprecher-Füße einiges getan. Es gibt eine große Zahl an Herstellern, die Basen, Spikes oder Ständer mit unterschiedlichen Konzepten und Materialien produzieren,…
    09.10.2026
  • Ferrum BROEN

    Auf der High End 2025 ließ man bei Ferrum durchblicken, dass an einem Streamer gearbeitet wird. Die Ferrum Streaming Control Technology, mit der die Musikwiedergabe mittels der Fernbedienung Ferrums DAC WANDLA steuerbar ist, war bereits eine Vorbereitung auf den Streamer und das Schaffen eines gesamten Ferrum-Ökosystems. Im Oktober 2025, wenige Monate nach der High End letzten Jahres waren auf der Audio Video Show in Warschau dann bereits erste BROEN Vorserienmodelle in Betrieb. Auf der diesjährige…
    06.10.2026
  • Linear Tube Audio Century

    Century heißen die Röhren-Mono-Endverstärker von Linear Tube Audio, die ohne Ausgangsübertrager auskommen und sich dennoch grundlegend von anderen OTL-Konzepten unterscheiden. Wir haben uns intensiv damit beschäftigt, was die patentierte ZOTL-Technologie des Entwicklers so besonders macht und wie sie sich klanglich auswirkt. Für diesen Test haben Dirk Sommer und ich uns eine Arbeitsteilung vorgenommen, bei der ich (Carsten Bussler) mich auf die Technik der Century-Monos sowie die Hintergründe zu Linear Tube Audio und die Zusammenarbeit mit…
    29.09.2026
  • Final Tonalite

    Finals Tonalite ist nicht nur ein neuer In-Ear, sondern macht gleichzeitig Finals Timbreanpassung jedem Nutzer mittels einer App zugänglich. Seit der noch etwas kryptischen Ankündigung dieser Technologie auf der High End 2022 habe ich Ihnen über den Entwicklungsprozess berichtet. Das fertige Produkt halte ich persönlich für einen Meilenstein. Tonalite ist eine grundlegende Neuentwicklung mit neuem Formfaktor und neuer Technik. Die Tonalite In-Ears verfügen über eine eher ovale Form, in der die gesamte Elektronik untergebracht ist.…
    25.09.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.