tests/25-06-10_lumin
 

Lumin U2x

10.06.2025 // Dirk Sommer

Mit etwas gutem Willen hätte man im Gehäuse auch noch zwei Steckplätze für Festplatten unterbringen können
Mit etwas gutem Willen hätte man im Gehäuse auch noch zwei Steckplätze für Festplatten unterbringen können

Direkt nach der Ankunft von Krey Baumgartl und Angus Leung in Gröbenzell installierten wir den von ihnen mitgebrachten U2x in meiner Kette und gaben ihm Gelegenheit, sich rund eine Stunde aufzuwärmen. Dann hörten wir kurz den Auralic Aries G2.2, bevor der Lumin dessen Funktion übernahm. Das Ergebnis des Vergleichs war eindeutig: In Sachen Raumdarstellung, musikalischer Fluss, Rhythmik und Klangfarben hatte der – zugegebenermaßen auch fast doppelt so teure – Lumin einfach mehr zu bieten. Da bedurfte es keines weiteren Hin- und Herstöpselns der USB-Verbindung, um die Unterschiede zwischen den beiden Streaming Bridges zu erkennen. Da zu der Zeit noch vom Test des Melco S1 der Melco N1-S38 die Daten zulieferte, der von der SOtM sCLK-OCX10 getaktet wurde, verglichen wir die interne Femto-Clock des U2x mit der ebenfalls eingebauten 10-Megahertz- und der externen SOtM-Clock. Wenig überraschend gefiel uns dreien die Wiedergabe einfach besser, wenn der exaktere der beiden integrierten Taktgeber über das Menu in der Lumin-App aktiviert war. Wenn der U2x von außen getaktet wurde, gab es zwar minimale klangliche Unterschiede, die jedoch keiner der Zuhörer qualitativ bewerten wollte. Aber es ging hier auch nur um einen ersten Eindruck von Lumins bestem Network Transport, der kurz darauf meinen Hörraum wieder Richtung High End verließ.

Der beheizte, temperaturgeregelte Quarzoszillator im Metallgehäuse wurde in unmittelbarer Nähe der Clock-Ein- und Ausgänge platziert
Der beheizte, temperaturgeregelte Quarzoszillator im Metallgehäuse wurde in unmittelbarer Nähe der Clock-Ein- und Ausgänge platziert

Nicht allzu lange nach er Messe hat mir IAD einen diesmal aluminiumfarbenen U2x zugesandt, der fast eine Woche lang Zeit hatte sich einzuspielen, bevor ich ihn mir ein wenig kritischer anhörte. Bis dahin hatte ich nicht einmal darauf geachtet, welche seiner beiden Clocks in der App ausgewählt war. Da man in Gegenwart von Vertrieb oder Herstellern nur schwerlich genau so konzentriert zuhören kann wie allein, wiederholte ich noch einmal ganz in Ruhe die vor der High End gemachten Vergleiche. Wenn ich mich recht erinnere, waren die Unterschiede zwischen den beiden integrierten Clocks des U2x recht groß, weshalb ich jetzt auf einen meiner Test-Tracks verzichtete und stattdessen lieber Jamaaladeen Tacuma und Wolfgang Puschnigs Hommage für Thelonius Monk, „Bemsha Swing“ spielte. Auch wenn das Duo vorrangig auf E-Bass und Altsaxophon zu hören ist, wurde das Album Gemini-Gemini eher wie eine Pop-Scheibe produziert: mit Overdubs, Drum-Machine, plötzlichen Breaks und einer Menge Effekte. Dennoch ist der Wechsel von der Femto- zu 10-Megahertz-Clock deutlich wahrzunehmen. Mit letzterer kommt beispielsweise der Hall, der das Saxophon umhüllt, stärker zur Geltung, das vielschichtige Klanggeschehen wird besser durchgezeichnet, und auch der Groove des Songs tritt weiter in den Vordergrund. Für mich gibt es keinen Grund, die Femto-Clock zu wählen.

Die funktionale und gut gestaltete Lumin-App erlaubt auch die Kontrolle des U2x: Hier ist das Resampling ausgeschaltet
Die funktionale und gut gestaltete Lumin-App erlaubt auch die Kontrolle des U2x: Hier ist das Resampling ausgeschaltet


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