tests/25-07-01_acousence
 

Acousence dac-pre reference UX

01.07.2025 // Dirk Sommer

Er entwickelte für den dac-pre reference UX die ddUSB-Schnittstelle. Dabei steht die Abkürzung für double-decoupled USB: In einem kleinen Röhrchen außerhalb des Gerätegehäuses befindet sich die Elektronik für den ersten Schritt der Signalaufbereitung. Dann folgt genau in der Ebene der Gehäusewand ein spezieller Baustein, der für eine galvanisch getrennte Ankopplung an die Audioelektronik im Gehäuse sorgt, was ein extrem reines Signal ohne hochfrequente Störeinflüsse von außen zur Folge haben soll. Im Inneren des Gerätes wird der Teil, der die USB-Kommunikation steuert, dann noch einmal von der weiteren digitalen Signalverarbeitung galvanisch entkoppelt. Bei der Wiedergabe der über die ddUSB-Schnittstelle empfangenen Daten werden die insgesamt acht Wandler von einer Femto-II-Clock getaktet.

Lassen Sie sich nicht täuschen: Der pre-dac verfügt über vier digitale Eingänge und einen analogen plus einen optionalen Phonoeingang
Lassen Sie sich nicht täuschen: Der pre-dac verfügt über vier digitale Eingänge und einen analogen plus einen optionalen Phonoeingang

Auch in anderen Teilen der Schaltung erkennt man, dass ihr Entwickler gerne hochwertige Übertrager einsetzt. So wählte er für die Strom/Spannungswandlung der Ausgangssignale der vier Wandler pro Kanal ebenfalls Transformatoren. Die heute wegen ihrer Größe, ihres Gewichts und vor allem wegen ihrer Kosten fast schon exotischen Bauteile dienen übrigens nicht der Symmetrierung des Ausgangssignals: Symmetrisch ist es schon vor den Übertragern. Von welchem Hersteller die Wandler stammen, verrät Ralf Koschnicke nicht. Aber nicht nur alle digitalen Signale, die in den dac-pre reference gelangen, werden zuvor galvanisch entkoppelt, das ist auch beim serienmäßigen Hochpegel-Analogeingang so, bei den optional erhältlichen Moving-Magnet- oder Moving-Coil-Modulen natürlich ebenfalls. Sowohl das MM- als auch MC-Modul stehen mit 1.800 Euro in der Preisliste. Bei ersterem dient der Lundahl-Übertrager aber nur der galvanischen Trennung, bei letzterem sorgt er für eine zusätzliche Verstärkung um 20 Dezibel. Für MCs können per Drehschalter auf der Geräterückseite und den damit gesteuerten Relais die Lastimpedanzen 100, 150, 200, 300, 400, 500 und 1.500 Ohm eingestellt werden. Die auf der Sekundärseite der Eingangsübertrager anliegenden symmetrischen Signale werden im dac-pre auch durchgängig so weiterverarbeitet. Dafür muss natürlich auch die analoge Lautstärkeregelung vollsymmetrisch ausgelegt sein. Die Dämpfung wird über Goldkontakt-Relais und Präzisions-Festwiderstände eingestellt, um höchste Präzision und besten Klang zu gewährleisten. Der gewünschte Pegel wird per Drehknopf am Gerät oder per mitgelieferter Fernbedienung gewählt. Anders als damals beim arfi-dac2xt gibt es beim aktuellen Wandler keine Möglichkeit, die Lautstärkeregelung aus dem Signalweg zu nehmen und ihn als reinen DAC in Kombination mit einer anderen Vorstufe zu verwenden.

Mit dem Druckknopf neben dem Pegelsteller lässt sich die Ausgangsspannung um 10 Dezibel erhöhen. Die sechs LEDs signalisieren die Abtastrate des Signals, das der DAC gerade verarbeitet
Mit dem Druckknopf neben dem Pegelsteller lässt sich die Ausgangsspannung um 10 Dezibel erhöhen. Die sechs LEDs signalisieren die Abtastrate des Signals, das der DAC gerade verarbeitet

Ralf Koschnicke hat den dac-pre als Komplettlösung konzipiert: Er verwaltet bis zu vier digitale Quellen und wandelt sie, erlaubt den Anschluss eines Plattenspielers und hat noch einen Eingang etwa für Bandmaschinen frei. Für eine möglichst verlustfreie Lautstärkeregelung ist ebenfalls gesorgt. Selbst wer – anders als der Autor – unsymmetrische Quellen bevorzugt, kann diese dank der mitgelieferten Cinch-auf-XLR-Adapter problemlos mit dem Acousence verbinden. Im Vergleich mit einem Trio aus Vorverstärker, externer Phonostufe und separatem Wandler ist der dac-pre eine ausgesprochen platzsparende und kostengünstige Alternative. Man müsste ja andernfalls nicht nur in die drei Einzelkomponenten, sondern darüberhinaus noch in zwei zusätzliche Netzkabel sowie zwei Sätze NF-Leitungen investieren.


  • Wilson Benesch Prime Meridian System – eine Annäherung

    Den ersten Plattenspieler von Wilson Benesch beschrieb ich 1996, den zweiten zwei Jahre später. Da sollte es kein großes Ding sein, auch den dritten für einen Test zu bekommen. Dachte ich. War es dann aber doch – aus mehreren Gründen: Er ist ein wirklich großes Ding, wiegt über 350 Kilogramm, und das dazugehörige White Paper umfasst 138 Seiten. Dass das Prime Meridian System, wenn ich mich richtig erinnere, das bisher teuerste Testobjekt in der Geschichte…
    24.02.2026
  • Takumi TT level 2.1DC

    Der Niederländer Rik Stoet, bekannt durch Röhrenverstärker, die unter den Markennamen Heart und Stoet Kit vertrieben wurden, hat eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: Die Entwicklung und Herstellung von Plattenspielern. Als mir der Takumi TT level 2.1DC Plattenspieler zum Test angeboten wurde war mein erster Gedanke: Endlich wieder Vinyl, endlich wieder analog. Nicht, dass mir das Testen von digitalen Audiokomponenten zu irgendeiner Zeit langweilig geworden wäre, aber das analoge Hören, der Umgang mit den Schallplatten,…
    17.02.2026
  • Gold Note HP-10 deluxe und PSU-10 Evo

    Der Gold Note HP-10 deluxe Kopfhörer-Verstärker spricht auf den ersten Blick eher den anspruchsvollen Nutzer an. Er bietet vielfältige Möglichkeiten, die in dieser Kombination wohl einzigartig sind. Anders als moderne Alternativen aus Fernost setzt Gold Note auf hochkarätige Analog-Technik. Nutzt der Bedienungskomfort auch der Klangqualität? Die Typenbezeichnung deluxe täuscht. Denn die zwei weiteren, preisgünstigeren Alternativen, der Gold Note HP-10 BT oder der HP-10 ohne jeglichen Zusatz, sind keineswegs weniger luxuriös. Ihnen fehlt nur etwas Ausstattung,…
    10.02.2026
  • Alluxity Int One mkII

    Die Marke Alluxity war mir bisher fremd. Kann passieren. Das änderte sich schlagartig, als der dänische Vollverstärker Int One mkII in meinem Hörraum landete und ich mich ausgiebig mit ihm beschäftigen durfte. Achtung, Spoiler: Man sollte sich die Marke merken. Ich gebe es zu: Ich bin ein Dänemark-Fan. In jungen Jahren habe ich dort regelmäßig zwischen den Dünen am Strand geurlaubt und später dann einige wunderbare Jahreswechsel in gemütlichen Holzhäusern erlebt. Zudem ist mir der…
    27.01.2026
  • Rega Mercury / Solis

    Hifistatement hatte die Möglichkeit, Regas brandneue, im November 2025 erschienene Vor-/Endstufenkombination Mercury/Solis umfassend zu testen. Die Vorstufe hat einen hochwertigen DAC an Bord, die Endstufe liefert circa 300 Watt Ausgangsleistung an vier Ohm Impedanz. Mit diesen Boliden liefert Rega sein Verstärkerstatement! Der Name Rega löst bei mir unmittelbar diverse positive Assoziationen hervor, bislang zugegeben allesamt in der rein analogen Welt der Plattenspieler und Tonabnehmer verortet. So besaß ich unter anderen bereits einen Planar 1 oder…
    20.01.2026
  • Final UX5000

    Im Oktober habe ich den UX5000 in Warschau auf der Audio Video Show das erste Mal gehört. Zugegeben, Bluetooth-Overear-Kopfhörern gilt nicht unbedingt mein größtes Interesse, aber der UX5000 machte mich mit einigen Features neugierig auf einen Test. Final platziert das Modell an der Spitze seines Bluetooth-Kopfhörer-Line-Ups. Allein optisch spricht mich der UX5000 an. Schlicht und unauffällig, ohne ein Statement setzten zu wollen, um sich zwanghaft von der Masse abzuheben. Aber genau diese unaufgeregte Präsentation in…
    16.01.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.