tests/25-11-21_ifi
 

iFi Silent Power USB iPurifier Pro & Pulsar USB

21.11.2025 // Finn Corvin Gallowsky

Beide Ausgänge sind gefiltert. Der linke liefert lediglich 5V-Spannung, der rechte zusätzlich auch das Signal
Beide Ausgänge sind gefiltert. Der linke liefert lediglich 5V-Spannung, der rechte zusätzlich auch das Signal

Doch wie schlägt sich das Pulsar in meiner Hauptkette? Bei Peter Gabriels „Playing for Time“ im Bright-Side-Mix vom von mir vielgehörten Album i/o wirkt das Arrangement mit dem Pulsar etwas dichter, fast etwas komprimiert. Der Bass gerät präsenter, dabei aber weniger akzentuiert. Insgesamt verlagert sich der Klangcharakter mit dem Pulsar ins Tiefmittige und wirkt etwas voller. Gleichermaßen scheint es dem Mittelhochton eine Betonung mitzugeben, die sich merkbar in Peter Gabriels Stimme niederschlägt. Stellenweise wirkt sie etwas spitzer als mit dem Audioquest Diamond. Während mich das Pulsar in meinem PC-Setup regelrecht begeisterte, muss es sich in meiner Hauptanlage dem um ein vielfaches teureren Audioquest-Kabel geschlagen geben. Auch wenn das Diamond seinen Hauptcharakter im Mittelhochtonbereich ausspielt und die Tiefmitten deutlich weniger fokussiert, bleibt es insgesamt ausgewogener, balancierter, gutmütige und sanfter, aber liefert dennoch mehr Details. Die Stimme Gabriels profitiert davon enorm, tritt noch ein Stück weiter aus der Mischung heraus und bleibt unangestrengter und geschmeidiger. Außerdem wird sie viel eleganter in den Hallraum eingebunden. Beim Pulsar stand dieser fast ein bisschen dominant als „Quader“ im Hintergrund der Wiedergabe. Mit dem Diamond wirkt der Hallraum eher wie sich sanft verflüchtigender Nebel, der sich ganz allmählich und galant ins Nichts auflöst, ist aber weniger leicht wahrnehmbar als mit dem Pulsar. Dennoch bleibt das Diamond ein eher spezielles Kabel. Es begeistert mich immer wieder mit seiner Präzision, Räumlichkeit und Authentizität. Doch gerade in Verbindung mit meinen im Mittelhochtonbereich ebenfalls überdurchschnittlich hochauflösenden Lautsprechern, schießt es zuweilen über das Ziel hinaus und verliert ein wenig den Boden unter den Füßen. Auf eine bestimmte Art wirkt es mir manchmal etwas zu „hyperrealistisch“. Es fügt der Musik zwar nichts hinzu, was nicht wirklich da ist, aber es macht die Wiedergabe so derartig transparent, dass es fast schon technisch wirkt.

Für Erdungskonzepte ist mit einer 4-Millimeterbuchse gesorgt. Sie soll „smart“ sein und wenn eine Erdschleife erkannt wird, nicht durchschalten
Für Erdungskonzepte ist mit einer 4-Millimeterbuchse gesorgt. Sie soll „smart“ sein und wenn eine Erdschleife erkannt wird, nicht durchschalten

Deshalb wird es mit dem iPurifier Pro in der Wiedergabekette noch einmal besonders interessant. In meiner Hauptanlage halte ich die Stromversorgung grundlegend für sehr solide und nutze deshalb kein externes Netzteil für den iPurifier. Das Diamond agiert als seine Zuleitung, das Gemini 3.0 als Anschlusskabel zum Mutec Reclocker. Obwohl oftmals davon gesprochen wird, dass das letzte Kabel die Wiedergabe am meisten prägt, kann ich das auch in diesem Fall nicht unbedingt bestätigen. Denn die Tugenden des Diamond bleiben in dieser Konstellation grundlegend bestehen. Seine Auflösung und großzügige Raumabbildung dominieren nach wie vor, allerdings bei abgeschwächter Intensität, die Wiedergabe. Das Gemini 3.0 verhält sich im besten Sinne unauffällig. Der iPurifier verankert das Geschehen durch mehr Kontrolle im Bassbereich und stärker konzentrierte Einzelinstrumente. Obwohl die Feindynamik in Gabriels Stimme weniger ausgeprägt reproduziert wird, wirkt sie einen Hauch natürlicher und Sibilanten etwas kontrollierter. Auf dem Weg zu mehr Räumlichkeit, noch mehr Instrumentenseparation, mehr Details, mehr Dynamik, mehr Hochtonauflösung und was Ihnen noch so alles an „mehr“ einfällt, vergessen wir manchmal, dass es doch auch um eine Balance geht! Und obwohl der Purifier das Diamond in manchen Punkten etwas einbremst, gibt er der Wiedergabe doch eine andere, interessante, analog anmutende Komponente und lässt das Diamond weniger „hyperrealistisch“ wirken. Es bringt die Wiedergabe etwas mehr in Balance. Folglich kommt es auf das Umfeld an, in dem der iPurifier Pro zum Einsatz kommt. Interessant wäre das gleiche Experiment noch einmal mit dem gleichen Kabel vor und hinter dem iPurifier, insbesondere, wenn sich die Kabel eher in einem ähnlichen Preisbereich wie der Purifier selbst bewegen.

Diese Kabel gehören zum Lieferumfang des iPurifier Pro
Diese Kabel gehören zum Lieferumfang des iPurifier Pro


  • Ayon Spark V

    Der Röhrenvollverstärker Spark ist mittlerweile seit über 20 Jahren ein fester Bestandteil des Produktportfolios von Ayon. Preislich eher im Einstiegssegment der Österreicher und nominell unterhalb der Evolution-Serie angesiedelt, hat dieses Gerät aufgrund der eingesetzten russischen Triode 6C33 das Potenzial zum Hidden Champion. Spätestens seit meinem Test des Boliden Ayon Crossfire Evo maße ich mir an, ein Kenner der Marke Ayon zu sein, zumal mir diverse andere Geräte der Marke im Laufe der Jahre zu Gehör…
    25.08.2026
  • Eversolo T10

    Eversolos Streamer DMP-A10 beeindruckte mit seinem hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis und seiner prallen Ausstattungsfülle. Aber in meiner Kette im Wohnzimmer mit M-Scaler und HUGO 2 arbeitet er nur als reiner Datenlieferant. Kann das Eversolos neuer Streaming Transport T10 noch besser? Zumindest nach dem ersten Blick auf das rückseitige Anschlussfeld darf man das vermuten, denn dort befinden sich wie beim Eversolo DAC-Z10 zwei BNC-Anschlüsse für die Verbindung mit einer externen Clock, entweder mit einer Impedanz von 75 oder…
    21.08.2026
  • Dan Clark Audio Aeon Core

    Anfang letzten Jahres stellte ich den Dan Clark Audio Noire X vor, dessen Klangsignatur der meines absoluten Favoriten, dem Stealth, sehr nahe kommt – und das zu einem Viertel des Preises des Dan Clark Audio-Topmodells. Jetzt charakterisiert der kalifornische Kopfhörerspezialist den Aeon Core sehr ähnlich: „Flagship Performance. Breakthrough Price.“ Dazu, wie sich die Hierarchie zwischen Stealth, Noire X und Aeon Core darstellt, möchte ich später kommen, denn bei seiner Arbeit für den Aeon Core ging…
    14.08.2026
  • Oladra Presence

    Die Server und Streamer von Antipodes Audio sind kostspielig. Das ist nicht neu. Sie bieten für's Geld eine hervorragende Klangqualität. Das begann seinerzeit für mich mit dem EX, ging über die S-Serie zum K50 und schließlich sogar bis zum Oladra G4. Jetzt steht der brandneue Oladra Presence bei mir zum Test. Der Oladra Presence kostet enorme 58.000 Euro. Das ist für mich eigentlich Grund genug, mich nicht mit ihm zu befassen. Aber mein Interesse und…
    11.08.2026
  • MSB Technology Cascade DAC – aktuelle Version

    Die Bilder könnten zwar den Anschein erwecken, aber ich recycele hier nicht den Cascade-Test von vor zwei Jahren – auch wenn das bei den Temperaturen im Hörraum ein verlockender Gedanke wäre. Der aktuelle MSB-Wandler unterscheidet sich rein äußerlich nicht von dem, den ich Ihnen bereits vorgestellt habe, in Sachen Technik und Klang aber sehr wohl. Ich habe Jürgen Sachweh, den Inhaber des deutschen MSB-Vertriebs gefragt, was mein damaliges Testmodell von der neuen Version unterscheidet, und…
    04.08.2026
  • MSB Technology The Sentinel DAC

    Hier geht es um einen D/A-Wandler, der zum Aufwändigsten zählt, das in dieser Gerätegattung gebaut wurde – vergleichbar höchstens noch mit dCS' Varèse. Hören konnte ich das Ausnahmegerät zwar nicht in meinem Hörraum, allerdings in einer bereits etwas vertrauten Umgebung. Reicht das, um meine Eindrücke in der Rubrik Tests zu veröffentlichen? Üblicherweise finden Sie die Schilderung meiner in fremden Gefilden bei Firmenbesuchen gemachten Erfahrungen unter dem Menü-Punkt Feuilleton. Aber diesmal ging es nicht um eine…
    31.07.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.