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Ayon Spark V

25.08.2026 // Carsten Bussler

Der Röhrenvollverstärker Spark ist mittlerweile seit über 20 Jahren ein fester Bestandteil des Produktportfolios von Ayon. Preislich eher im Einstiegssegment der Österreicher und nominell unterhalb der Evolution-Serie angesiedelt, hat dieses Gerät aufgrund der eingesetzten russischen Triode 6C33 das Potenzial zum Hidden Champion.

Spätestens seit meinem Test des Boliden Ayon Crossfire Evo maße ich mir an, ein Kenner der Marke Ayon zu sein, zumal mir diverse andere Geräte der Marke im Laufe der Jahre zu Gehör kamen. Der Crossfire Evo hat mich persönlich beziehungsweise uns bei Hifistatement so sehr begeistert, dass wir ihm im Jahr 2023 den Preis Statement in High Fidelity verliehen haben. Nicht jeder kann und will jedoch fünfstellige Beträge für einzelne Komponenten ausgeben, und wer mich kennt, weiß, dass ich stets auf der Pirsch nach vergleichsweise günstigen Kandidaten bin, die das Potenzial habe, ihren großen Kollegen klanglich eine lange Nase zu zeigen.

Ein kurzer Einwurf zu Ayons Firmengeschichte: Ayon Audio zählt zu den renommierten österreichischen High-End-HiFi-Marken und ist eng mit dem Namen Gerhard Hirt verbunden. Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis in die frühen 1990er-Jahre zurück: Hirt, der sich bereits seit seiner Jugend für Röhrentechnik begeisterte und 1990 mit dem HiFi-Vertrieb Living Sound selbstständig machte, begann ab 1993 in Italien mit der Entwicklung eigener Röhrenverstärker unter der Marke Vaic Audio. 1999 erfolgte die Umbenennung in Ayon Audio und zugleich die Verlagerung der Verstärkerfertigung nach Österreich. Hirt ging dabei einen konsequenten Weg: Um die Qualität und Entwicklung stärker selbst kontrollieren zu können, übernahm er Teile der ehemaligen Alesa-Vaic-Röhrenfertigung in Prag und arbeitete unter anderem mit einem früheren Tesla-Röhreningenieur zusammen. In den folgenden Jahren entwickelte sich Ayon vom Spezialisten für Röhrenverstärker zu einem breit aufgestellten High-End-Hersteller mit Vor- und Endverstärkern, CD-Playern, DACs, Streamern und Lautsprechern.

Das bringt mich zum Markenkern und Testkandidaten, dem Röhrenvollverstärker Ayon Spark V. Das „V“ in der Typbezeichnung indiziert die mittlerweile fünfte Generation dieses Geräts, das bereits vor über zwei Dekaden erstmals das Licht der HiFi-Welt erblickte. Ich bin in der glücklichen Lage, mir die Geräte für einen Test in der Regel aussuchen zu dürfen und aufgrund der hochinteressanten, bisweilen jedoch (vermeintlich) divenhaften russischen Triode 6C33 fiel meine Wahl auf den 7000 Euro teuren Ayon Spark V. Apropos „vergleichsweise günstig“: Natürlich ist die aufgerufene Summe absolut betrachtet kein Pappenstiel, in der Ayon-Welt geht sie aber noch als moderat durch.

Typisch Ayon: Wuchtige Präsenz, perfekte Verarbeitung und die unverkennbare Optik sind wesentliche Merkmale dieses Markendesigns mit außerordentlich hohem Wiedererkennungswert
Typisch Ayon: Wuchtige Präsenz, perfekte Verarbeitung und die unverkennbare Optik sind wesentliche Merkmale dieses Markendesigns mit außerordentlich hohem Wiedererkennungswert

Die dicken und kräftigen 6C33-Glaskolben werden andernorts aufgrund ihrer technischen Parameter gerne in so genannten OTL-Verstärkern eingesetzt (Output Transformer Less), also in Schaltungen, die ohne die bei Röhrenverstärkern sonst üblichen Ausgangsübertrager auskommen und die auch hinsichtlich der bereitgestellten Ausgangsleistung eher an Transistorverstärker erinnern. Weder der dafür erforderliche technische Aufwand noch die so generierte Overkill-Leistung sind für mich persönlich jedoch reizvoll. Der klangliche Königsweg ist und bleibt immer der Einsatz als Single-Ended-Triode (SET) und hier kommt der entscheidende Clou: Während ihre Mimosen-Kollegen 300B, 2A3 und Co. allenfalls für maximal acht Watt Ausgangsleistung gut sind, wuppt die 6C33 bis zu 18 Watt an die Lautsprecherklemmen. In SET-Schaltung, wohlgemerkt. Damit erschließt sich dieser Röhre ein viel weiteres Feld potenzieller Lautsprecher-Spielpartner, wenn, ja wenn es der Hersteller versteht, diese spezielle Röhre zum Klingen zu bringen. Manch anderer Hersteller ist daran durchaus schon gescheitert, doch wenn ich es jemandem zutraue, dann Ayon!


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