Hören wir einmal rein, wie sich der kompakte Int One mkII in seiner Kernkompetenz schlägt, der Wiedergabe von Musik. Ich fühle ihm gleich mit einer meiner beliebtesten Platten auf den Zahn. Rickie Lee Jones gleichnamiges Debütalbum aus dem Jahr 1979 war schon als Erstausgabe klanglich gelungen. Seitdem gab es durchaus gute Reissues, von denen ich einige besitze. Die One-Step-Ausgabe von Mobile Fidelity (MFSL 2-45010) ist jedoch ein ganz anderes Kaliber. Das Remastering von Krieg Wunderlich stellt alle Versionen, die ich kenne, in den Schatten. Ich lege die 45-er Scheibe auf den Plattenteller des LaGrange und erhöhe leicht den Lautstärkepegel über den Touchscreen. Und sofort kommt alles, was ich so schätze an der Aufnahme: Steve Gadds groovende Beats und die scharf angerissenen Saiten von Gitarrist Buzzy Feiten. Da fehlt nichts. Kontrollierter Bass, trockene Bassdrum, detailgenaue Instrumente und eine großartige Dynamik. Jones‘ Stimme, die manchmal ein wenig piepsig wirkt, kommt wunderbar erwachsen daher. Das nenne ich mal einen guten Einstieg des Int One mk II.
Mir geht es häufig so, dass mich das Hören einer Platte, direkt zu einer anderen führt. Also ziehe ich gleich noch einen Dauerbrenner aus dem Regal, der eigentlich nicht für den Test vorgesehen war. Dire Straits‘ „Sultans of Swing“ vom Album Dire Straits von 1978 ist einfach ein Gute-Laune-Song – wenn die Anlage es hergibt. Meine englische Vertigo-Pressung macht mit dem smarten Dänen richtig Spaß. Das Fingerpicking von Mark Knopfler springt mich über die Consensus-Lautsprecher geradezu an und der Klang seiner Fender Stratocaster ist crisp und so, wie ich es von weit größeren – und teureren – Anlagen kenne. Ich bemerke, wie der treibende Rhythmus die Kontrolle meiner Füße übernimmt – ich „muss“ im Takt mitswingen.

Mal sehen, ob der dänische Beau auch Jazz kann. Ben Websters Saxofonspiel gehört für mich zum feinsten im Jazz. Seine Balladen sind einfühlsam und sorgen stets für eine wohlige Atmosphäre. Ob der Alluxity sensibel genug ist? Ich spiele die 1957 auf Verve erschienene Platte Soulville als Reissue von Analogue Productions und bin beeindruckt. Man spürt den kraftvollen Ton hautnah, erlebt die deutlich vernehmbaren Anblasgeräusche. Keine Verfärbungen oder tonale Ungenauigkeiten, stattdessen bietet der Int One mkII eine warme Klangfülle, die mich zwischendurch an den Klang von Röhren erinnert. Als Oscar Peterson seine Finger über die Tasten gleiten lässt, schwingen die angeschlagenen Saiten mit viel Timbre aus. Das erweckt Emotionen, wie ich sie mir beim Musikhören wünsche.
Der englische Singer-Songwriter Fink hat mit engen Freunden wie Bassist Tim Lefebvre (David Bowie) und Drummer Earl Harvin (Jeff Beck) das Album „The Lowswing Sessions“ im Berliner Tritonus Studio eingespielt. Alles wurde live auf Tape im Studio aufgenommen und dann davon die Lackfolie geschnitten. Fink adaptiert unter anderem Lieblingssongs wie „What Difference Does It Make“ von The Smiths oder Muddy Waters‘ „You Got To Take Sick And Die” und der Alluxity transportiert die dichte Atmosphäre der rein analogen Aufnahmesession unmittelbar in meinen Hörraum. Man merkt der Aufnahme an, dass dort Brüder im Geiste zusammenspielen – die Musik hat einen wunderbaren Fluss. Dabei zeigt der Däne auch, dass er richtig tief in den Bass-Keller hinabsteigen kann. Ein guter Freund, mit dem ich die Platte hörte, merkte an, dass es zu viel des Basses auf der Scheibe sei. Auch davon lässt sich der Int One mkII nicht aus der Ruhe bringen und fällt nicht ins Nervige.
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