tests/26-02-10_gold
 

Gold Note HP-10 deluxe und PSU-10 Evo

10.02.2026 // Wolfgang Kemper

Der Gold Note HP-10 deluxe Kopfhörer-Verstärker spricht auf den ersten Blick eher den anspruchsvollen Nutzer an. Er bietet vielfältige Möglichkeiten, die in dieser Kombination wohl einzigartig sind. Anders als moderne Alternativen aus Fernost setzt Gold Note auf hochkarätige Analog-Technik. Nutzt der Bedienungskomfort auch der Klangqualität?

Die Typenbezeichnung deluxe täuscht. Denn die zwei weiteren, preisgünstigeren Alternativen, der Gold Note HP-10 BT oder der HP-10 ohne jeglichen Zusatz, sind keineswegs weniger luxuriös. Ihnen fehlt nur etwas Ausstattung, und zwar der integrierte Digital/Analog-Wandler des Deluxe. Der 400 Euro günstigere BT kommt ohne ihn daher, ist aber mit dem Bluetooth-Empfänger des Deluxe ausgestattet, auf den der noch einmal 100 Euro günstigere HP-10 auch verzichtet. Man mag sich fragen: Wozu ein Bluetooth-Empfänger in einem hochwertigen Kopfhörerverstärker? Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, diesen im Kopfhörerbetrieb zu nutzen. Nur: Der HP-10 ist in allen drei Varianten auch ein Vorverstärker mit symmetrischem XLR- und asymmetrischen Cinch-Ausgängen. Da kann ein Bluetooth-Eingang genau richtig sein, will man beispielsweise anlässlich einer Party mal vom Smartphone etwas über die Anlage zu Gehör bringen. Oder doch per Kopfhörer? Ja, wenn der TV- oder Video-Ton über Bluetooth ausgegeben wird. Dann vermittelt der Deluxe ein enorm detailreiches und vor allem räumlich spektakuläres Klanggeschehen. Dank Bluetooth aptx geschieht dies ohne Zeitverzögerung lippensynchron. Eingänge in Cinch und XLR ermöglichen auch das Durchschleifen des Musiksignals. So kann der HP-10 zum Beispiel hinter einem D/A-Wandler oder einem Phono-Vorverstärker als reiner Kopfhörer-Verstärker angeschlossen sein und das Signal von ihm zu einem Verstärker oder Vorverstärker weitergeleitet werden. Das ist erfreulich praxisgerecht, bedarf aber einer gleichartiger Verbindung: Man kann nicht von XLR auf Cinch oder umgekehrt durchschleifen.

Beim schwarz/weiß/gelben Display kann man zwischen zwei Helligkeitsstufen oder der Abschaltung bei Nichtbetätigung wählen. „Remote Selection“ ordnet die Fernbedienung nur dem HP-10 oder zusätzlich einem Gold Note Verstärker zu
Beim schwarz/weiß/gelben Display kann man zwischen zwei Helligkeitsstufen oder der Abschaltung bei Nichtbetätigung wählen. „Remote Selection“ ordnet die Fernbedienung nur dem HP-10 oder zusätzlich einem Gold Note Verstärker zu

Der HP-10 deluxe ein Kopfhörerverstärker besonderer Art, der sich von sämtlichen Mitbewerbern unterscheidet. Denn die Einstellmöglichkeiten sind vielfältig und keineswegs Spielerei. Im Benutzerhandbuch – erfreulicherweise auch deutschsprachig – finden sich für sehr viele Kopfhörer Einstell-Empfehlungen. So ist der Benutzer nicht gleich überfordert. Selbstverständlich kann man jeden Kopfhörer auch ohne Nutzung der Optimierungen, also sozusagen den HP-10 pur hören. Es stehen vier Ausgänge zur Verfügung. Dies sind zwei unsymmetrische als 6,3- und 3,5-Millimeter-Klinke, sowie zwei symmetrische als XLR 4-Pin oder 4,4-Millimeter-Pentaconn. Die werden mittels der Fernbedienung oder am 6 mal 4,5 Zentimeter großen Touch-Display ausgewählt. Mehrere Kopfhörer gleichzeitig lassen sich nicht betreiben. Die Bedienung ist ebenso übersichtlich wie intuitiv und erfreulicherweise nicht in tiefen Menüs verschachtelt. Ein längerer Druck auf der Pegelsteller an der Front lässt ihn als Ein/Aus-Schalter agieren. Nach dem Hochfahren des HP-10 zeigt das Display die aktuellen Einstellungen. Durch kurzes Drücken und anschließendes Drehen des Lautstärkestellers erreicht man weitere Fenster wie „Options“ für die Auswahl der Helligkeit des Displays und die Zeitwahl für automatisches Abschalten. Das Fenster „Device Information“ gibt Auskunft über Seriennummer und Firmware, ein weiteres erlaubt den Reset auf die Werkseinstellungen. Zwischen den im Display angebotenen Einstellungen wählt man stets durch Wischen und Antippen, zum Beispiel bei der Wahl des Einganges oder Ausganges. Auch hat man auf der Studio Ebene die Wahl zwischen Stereo, Mono, nur Links, nur Rechts und Stereo seitenverkehrt, was manchmal zu Kontrollzwecken sehr dienlich sein kann. Das alles ist leicht getan, da auch die Fernbedienung eine begrüßenswerte, weil komfortable Alternative ist, da sie sämtliche ebenfalls Funktionen bietet. Die vom Benutzer gewählten Einstellungen der Studio-Ebene – drei sind möglich – lassen sich als Profil abspeichern und individuell benennen. Die Firmware meines Testgerätes war veraltet. Das Update erfolgt über die spezielle Service USB-Schnittstelle vom Windows oder Apple Computer. Dies bekommt man per E-mail aus Florenz umgehend zugeschickt, sobald man auf der Website ein Formular ausgefüllt und abgesendet hat. Alles nicht kompliziert und funktionierte sogar zwischen Weihnachten und Neujahr!

Unten rechts die D/A-Wandler-Platine mit dem AKM-Chip. Mehrfach findet sich das Gold Note Logo eingearbeitet und auch der Name des Entwicklers Giovanni Rialti, der die klangrelevante Verstärkungsstufe im HP-10 kreierte, sowie das Statement „Ich bin ein Italiener“
Unten rechts die D/A-Wandler-Platine mit dem AKM-Chip. Mehrfach findet sich das Gold Note Logo eingearbeitet und auch der Name des Entwicklers Giovanni Rialti, der die klangrelevante Verstärkungsstufe im HP-10 kreierte, sowie das Statement „Ich bin ein Italiener“


  • Dan Clark Audio Aeon Core

    Anfang letzten Jahres stellte ich den Dan Clark Audio Noire X vor, dessen Klangsignatur der meines absoluten Favoriten, dem Stealth, sehr nahe kommt – und das zu einem Viertel des Preises des Dan Clark Audio-Topmodells. Jetzt charakterisiert der kalifornische Kopfhörerspezialist den Aeon Core sehr ähnlich: „Flagship Performance. Breakthrough Price.“ Dazu, wie sich die Hierarchie zwischen Stealth, Noire X und Aeon Core darstellt, möchte ich später kommen, denn bei seiner Arbeit für den Aeon Core ging…
    14.08.2026
  • Oladra Presence

    Die Server und Streamer von Antipodes Audio sind kostspielig. Das ist nicht neu. Sie bieten für's Geld eine hervorragende Klangqualität. Das begann seinerzeit für mich mit dem EX, ging über die S-Serie zum K50 und schließlich sogar bis zum Oladra G4. Jetzt steht der brandneue Oladra Presence bei mir zum Test. Der Oladra Presence kostet enorme 58.000 Euro. Das ist für mich eigentlich Grund genug, mich nicht mit ihm zu befassen. Aber mein Interesse und…
    11.08.2026
  • MSB Technology Cascade DAC – aktuelle Version

    Die Bilder könnten zwar den Anschein erwecken, aber ich recycele hier nicht den Cascade-Test von vor zwei Jahren – auch wenn das bei den Temperaturen im Hörraum ein verlockender Gedanke wäre. Der aktuelle MSB-Wandler unterscheidet sich rein äußerlich nicht von dem, den ich Ihnen bereits vorgestellt habe, in Sachen Technik und Klang aber sehr wohl. Ich habe Jürgen Sachweh, den Inhaber des deutschen MSB-Vertriebs gefragt, was mein damaliges Testmodell von der neuen Version unterscheidet, und…
    04.08.2026
  • MSB Technology The Sentinel DAC

    Hier geht es um einen D/A-Wandler, der zum Aufwändigsten zählt, das in dieser Gerätegattung gebaut wurde – vergleichbar höchstens noch mit dCS' Varèse. Hören konnte ich das Ausnahmegerät zwar nicht in meinem Hörraum, allerdings in einer bereits etwas vertrauten Umgebung. Reicht das, um meine Eindrücke in der Rubrik Tests zu veröffentlichen? Üblicherweise finden Sie die Schilderung meiner in fremden Gefilden bei Firmenbesuchen gemachten Erfahrungen unter dem Menü-Punkt Feuilleton. Aber diesmal ging es nicht um eine…
    31.07.2026
  • SPL Crossover Mk2

    SPL ist nach meinen Informationen der einzige Audiogeräteproduzent, der überhaupt eine aktive Analogfrequenzweiche im Portfolio führt. Mit der Mk2 steht inzwischen eine Überarbeitung der Ur-Version in den Startlöchern. Höchste Zeit, sich dieses HiFi-Einhorns einmal anzunehmen. Der Funktionsumfang der zweiten Generation ist immens angewachsen. Während das Crossover erster Generation lediglich bei der optimalen Einbindung eines Subwoofers in die Stereokette helfen konnte, eröffnet die Mark 2 gänzlich neue Möglichkeiten. Statt der Trennfrequenzen von 50, 60, 70, 85,…
    28.07.2026
  • Matrix Audio mini-i Pro 4

    “Die Matrix ist allgegenwärtig, sie umgibt uns. Selbst hier ist sie, in diesem Zimmer.” Lange habe ich darauf gewartet, einen Testbericht mit einem passenden Filmzitat zu eröffnen. Ähnlich lange habe ich mich auf den Test eines Produkts aus dem Hause Matrix Audio gefreut. Mit dem mini-i Pro 4 ist es endlich so weit. Der Name Matrix Audio beruft sich eigentlich auf das gleichnamige mathematische Konzept, aber bei der Namensverwandtschaft zu dem stilprägenden Film kam ich…
    21.07.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.