Der Vorschlag für den Final D700 lautet Crossfeed 1, Harman H plus M. Der Dämpfungsfaktor bleibt auf der Grundeinstellung High. Dadurch gewinnt das Klangbild beachtlich an Farbe und Energie. Man muss beim Umschalten jedoch berücksichtigen, dass durch die Veränderungen sich auch die subjektive Lautstärke-Wahrnehmung ändert. Zweifelsfrei verbessern die Feinjustierungen die Musikalität, auch weil Regula Mühlemanns Gesang nun deutlich körperhafter erscheint und ihre Stimme besser fokussiert leicht nach vorn rückt. Schaltet man zurück, kommt einem das Klangbild regelrecht farb- und beinahe leblos vor. Man kann diese Profile jederzeit der gehörten Musik ein wenig anpassen, wie beispielsweise Crossfeed bei übermäßiger links/rechts Stereophonie intensivieren bis es gefällt. Oder was ich immer mal wieder gern zugeschaltet habe, war das Super Flat, weil dann vor allem bei Live-Aufnahmen die Atmosphäre der Location noch besser vermittelt wird. Mit dem hochwertigen Final D7000 gelang dies alles hervorragend und optimierte den Hörgenuss erheblich. Auch wenn die einzelnen Einstellungen für sich allein sehr fein agieren, bewirkt die richtige Kombination dann doch einen erstaunlichen Gewinn an musikalischer Qualität und steigert das Hörvergnügen enorm. Es gibt sicher andere exzellente Kopfhörerverstärker, die, möglicherweise dank Röhren, ein Schwelgen in der Musik erlauben. Der Gold Note HP-10 bleibt schon ohne Zusatznetzteil stets ehrlich und lullt niemals ein, sondern überzeugt durch feinsinnige musikalische Stimmigkeit, die emotional berührt. Wenn ich nun das asymmetrische Kabel des Final D7000 gegen ein gleichartiges symmetrisches tausche, gewinnt die Ordnung noch ein wenig an Exaktheit. Dadurch bekommen Stimme und Instrumente einen Hauch mehr Raum, der Bass tönt sauberer und alles klingt beschwingter. Jetzt schalte ich das PSU-10 EVO dazu erlebe eine sauberere, standfestere Darbietung mit verfeinerter Dynamik und artikulierterem Bass. Auch die hohen Tonlagen klingen eine Spur feiner. Alles erscheint jetzt noch ein wenig lebendiger und authentischer. Dem oben genannten Zitat von Giovanni Rialti schließe ich mich hinsichtlich der Klangvorteile gerne an. Er übertreibt nicht.

Wenn ich meinen Denon AH-D7200 und den Hedd D1 an den Antelope Zodic Plus anschließe, vermitteln die ein sehr unterschiedliches Hörerlebnis. Der Hedd spielt relativ nah, beinahe direkt am Ohr, der Denon deutlich weiter entfernt. Beides ist schön, aber eben anders: Mal gefällt der eine besser, mal der andere. Beim Anfang des ersten Satzes von Mahlers Symphony No.3 mit Mariss Jansons und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks macht das jedoch einen gewaltigen Unterschied. Der Denon staffelt erheblich differenzierter im Raum, während der Hedd, etwas überspitzt formuliert, schon fast aufdringlich wirkt. Am Gold Note wird dieser Unterschied bereits ohne jegliche Filter zu Gunsten des Hedd geringer. Durch entsprechende Wahl der Harman Kurven in Verbindung mit Crossfeed 1 verschwindet er beinahe gänzlich, und der D1 spielt frei, unaufdringlich und mit der ihm eigenen Klangfarbenpracht, die besonders bei Einzelinstrumenten oder Gesang geradezu betört.
Die beiden unterschiedlichen analogen Verbindungen vom D/A-Wandler zum HP-10, also XLR und Cinch, klingen unterschiedlich. Das Purist Audio XLR wärmer, das Wireworld in den Mitten vergleichsweise etwas zurückhaltend. Die geeignete Wahl der Harman Kurven gleicht auch dies weitgehend aus und führt zu einer Abstimmung, die meinen Hörvorstellungen perfekt entspricht. Nach diesen Versuchen bin ich überzeugt, dass mit dem HP-10 selbst mit nicht allzu kostspieligen Kopfhörern wie dem D1 und dem AH-D7200 fantastische Klangerlebnisse möglich sind. Da drängt sich der Gedanke auf, ob man nicht zuerst in diesen Gold Note investieren sollte, bevor man einige Tausender für einen noch höherwertigen Kopfhörer ausgibt. Das PSU-10 EVO ist das Tüpfelchen auf dem i, ein deutliches und süchtig machendes. Mit seinen Optimierungsmöglichkeiten ist aber der HP-10 deluxe auch ohne dies bereits ein technisches Werkzeug für musikalischen Hochgenuss.

© 2025 | HIFISTATEMENT | netmagazine | Alle Rechte vorbehalten | Impressum | Datenschutz
Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.