Aber noch wichtiger als bei der Wahl klangrelevanter Parameter in der Systemkonfiguration war die Hilfe Roland Dietls bei der Verbindung des sMS-2000 mit dem Melco als Datenlieferanten. Hierzu muss man den Pfad zum Server und einige weitere Angaben in die vorgegebene Maske eingeben – beileibe keine Raketenwissenschaft, aber deutlich weniger komfortabel als die Einbindung einer Bibliothek etwa beim Auralic Aries per Lightning DS. Hier wird einem noch einmal in Erinnerung gerufen, dass die ersten SOtM-Produkte zur Verbesserung des Klanges bei der Musikwiedergabe per Computer entwickelt wurden. Auch wenn der sMS-2000 schon die zum Einbau in Computer vorgesehene sCLK-EX als Taktgeber an Bord hat und SOtM deshalb auf der Website schreibt, es sei „the world-best high-end audio-clock installed“, verfügt der Streaming Transport noch über einen Anschluss für eine 10-Megahertz-Clock. Auch die – natürlich weltbeste – High-End-Netzwerkkarte kann noch ein nachträgliches Upgrade erfahren: Sie besitzt einen Anschluss für eine externe Stromversorgung mit sieben bis neun Volt. Einen solchen gibt es auch für die High-End-USB-Host-Card, der man zusätzlich einen Schiebeschalter spendierte, der es erlaubt, die Fünf-Volt-Spannung in der USB-Verbindung abzuschalten. Wie groß die dadurch zu erzielenden klanglichen Verbesserungen sind, kann ich leider nicht nachvollziehen, da Chord Electronics' M-Scaler, der sich des Signals vom sMS-2000 annimmt, ohne die fünf Volt nicht funktioniert.
Das schmucke Gehäuse des sMS-2000 gliedert sich in drei Sektionen: Links hinter dem beleuchteten Logo befindet sich die Stromversorgung, die durch eine Zwischenwand unter dem Chromstreifen von der Hauptplatine im mittleren Sektor getrennt wird, um hochfrequente Störungen von den Signalen fernzuhalten. Der Intel i7-9700 Prozessor sitzt auf der rechten Seite des Motherboards und ist über vier kupferne Heatpipes thermisch mit dem Kühlkörper verbunden. Daher kommt der sMS-2000 ohne Ventilator aus. Auf der Frontplatte vor der Kühlsektion befindet sich eine recht große, berührungsempfindliche Plexiglasscheibe, hinter der sich ein Kreis aus weißen Leuchtdioden verbirgt: Nach dem Betätigen des harten Netzschalters auf der Rückseite des Gerätes genügt ein kurzer Druck auf die Scheibe, um zuerst die LEDs zu aktivieren, worauf auch gleich der Computer hochfährt. Danach verlöschen die weißen LEDs und das Logo wird kräftiger illuminiert: Der sMS-2000 ist betriebsbereit.

Wenn der SOtM von einer 10-Megahertz-Clock getaktet wird, signalisieren das zwei nebeneinander liegende Leuchtdioden im Standby-Schalter, die langsam gegen den Uhrzeigersinn um den Kreis wandern. Als erste Tuning-Maßnahme hatte ich die SOtM-Clock, die sCLK-OCX10, die von einem Keces P8 mit Energie versorgt wird, mit dem Streaming Transport verbunden. Und der reagiert darauf, wie es ich schon von bei vielen Digital-Komponenten erlebt und daher erwartet hatte: Auch der SOtM verwöhnt dank der präziseren Zeitbasis mit einer in allen Dimensionen größeren Bühne, einem luftigeren Klangbild, einem noch einen Hauch geschmeidigeren musikalischen Fluß und besserer Mikrodynamik vor einem schwärzeren Hintergrund. Kurz: Wenn man dem sMS-2000 einmal mit der Clock gehört hat, möchte man sie auf keinen Fall mehr missen. Aber das ist ja keine Überraschung. Verwundert hat mich beim Wechsel vom Auralic Aries auf den SOtM – noch ohne Clock und mit in der „Performance“-Einstellung für die CPU – viel mehr, wie klar letzterer meinen G2.2 in allen Hifi-Disziplinen klanglich übertroffen hat. Da bedarf es im Folgenden keiner weiteren Vergleiche.

Auch wenn mich der sMS-2000 in Kombination mit der firmeneigenen Clock schon jetzt wunschlos glücklich macht – ich kann mich nicht erinnern, einen besseren Streaming Transport in meiner Kette gehört zu haben, bei den Boliden von dCS uns MSB ist diese Funktion ja mit anderen in einer Komponente integriert –, sollte ich zumindest einige der vielfältigen Möglichkeiten zur weiteren Klangverbesserung ausprobieren, statt mich dem purem Genuss einiger Lieblings-Tracks hinzugeben. Roland Dietl hatte empfohlen, mit möglichst vielen Einstellung in der System Configuration der Eunhasu App zu experimentieren, worauf ich als erstes den „Link speed“-Wert für die Ethernet-Verbindung wie bei den Medienkonvertern von ADOT von „1000BASE-T“ auf „100BASE-T“ reduziert habe, was sich auch hier als klanglich vorteilhaft erwies. Um mich nicht zu verzetteln, werde ich mich in Sachen Betriebssystem nur auf einen weiteren Parameter beschränken: die sechs Varianten von „System Tune“. Doch zuvor werde ich schrittweise zwei weitere SOtM-Gerätchen ins Spiel bringen: die Netzteile SPS-500, die jeweils mit 660 Euro in der Preisliste stehen. Sie können sowohl die Ethernet-, als auch die USB-Audio-Host-Karte mit Energie versorgen.