tests/26-05-15_scansonic
 

Scansonic HD M15.2

15.05.2026 // Finn Corvin Gallowsky

Scansonic HD gehört seit 2013 wie die wohlbekannte dänische Edelschmiede Raidho zur Firmengruppe Dantax. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass in die Lautsprecherlinien von Scansonic immer auch die in der Entwicklung der High-End Lautsprecher von Raidho gewonnenen Erkenntnisse einfließen.

Der Bändchenhochtöner der M-Serie kommt folglich nicht von ungefähr. Trotzdem spricht Scansonics M-Serie eine eigene, starke und wie ich finde sehr moderne Designsprache. Für eine Serie, bei der eine besonders attraktive Preisgestaltung eine große Rolle spielt, bereits ein vielversprechender Einstand. Ausdruck und Charakter sind nicht dem Rotstift zum Opfer gefallen. Ob das auch klanglich der Fall ist, wird sich zeigen. Das .2 der M15.2 lässt auf eine Überarbeitung der ursprünglichen M-Serie schließen. Letztendlich ist es jedoch fairer von einer vollkommenen Neuentwicklung der Serie zu sprechen. Das wird mir in einem Gespräch mit Morten Kim Nielsen schnell klar. Vielleicht erinnern Sie sich aus Hifistatements Besuch bei Raidho noch an ihn. Inzwischen zeichnet er als CEO noch viel unmittelbarer für das Firmengeschick sowohl Raidhos als auch Scansonics verantwortlich. Zwar setzt die neue M Serie auch auf einen Bändchenhochtöner und einen 6,5-Zoll-Glasfaser-Tiefmitteltöner mit Wabenstruktur, das eingangs hervorgehobene Design jedoch ist ein vollständig neuer Aspekt. Besonders auffällig ist dabei die aus der Vorderansicht nicht wahrnehmbare schräge Kopfplatte. Des Weiteren sticht die akustisch sicherlich nicht unerhebliche großzügige Phase an der Front ins Auge. Auch die Einfassung der Treiber in einer Art Mini-Waveguides ist akustisch nicht beliebig. In der Frequenzweiche werden konsequent nur noch hochwertige Folienkondensatoren eingesetzt. Außerdem kommt eine Passivmembran statt einem sonst oft üblichen Bassreflexport zum Einsatz.

Die Treiber sind in Mini-Waveguides eingefasst und die Frontkante ist gefast. Mitnichten sind dies ausschließlich Design-, sondern auch akustisch wirksame Entscheidung
Die Treiber sind in Mini-Waveguides eingefasst und die Frontkante ist gefast. Mitnichten sind dies ausschließlich Design-, sondern auch akustisch wirksame Entscheidung

Der Lautsprecher soll von 50 bis 20.000 Hertz musizieren und eine Empfindlichkeit von 87 Dezibel aufweisen. Die Weiche trennt als Filter zweiter Ordnung bei 3.200 Hertz. Gemeinsam mit dem Lautsprecher erreicht mich ein Paar Universal Stands. Zum Lieferumfang der Stands gehört sowohl ein Aufkleber mit der Aufschrift Scansonic HD als auch Raidho Acoustics. Dies zeigt nochmals, wie eng die Marken miteinander verwoben sind. Die Stands werden für beide Marken gleichermaßen vertrieben. Zu ihnen ist nicht sonderlich viel zu vermelden. Auf einer massiven Fußplatte mit Spikes und wahlweise Unterlegern, steht ein Rohr mit einer Frontkammer, in die man auf Wunsch Sand füllen kann, und einer Rückkammer zur Kabeldurchführung, obendrauf eine kleinere, dünnere Kopfplatte. Alles ist sauber gefertigt und makellos lackiert. Letzteres stelle ich auch beim Auspacken der M15.2 fest. Die Verarbeitungsgüte, die Toleranzen und die seidenmatte Lackierung sind ganz unabhängig vom günstigen Preis der Lautsprecher auf hohem Niveau. Einzig die Plastikeinfassung der Treiber trübt den aufkommenden Premiumeindruck etwas. Dennoch handelt es sich um massives Plastik, dass haptisch Substanz beweist. Die rückseitige Blende ist mit Plastikhaltern befestigt, die Frontblende hält magnetisch. Das habe ich bei weitaus teureren Lautsprechern schon anders gesehen. Meiner Meinung nach wird genau an der richtigen Stelle gespart. Ich habe mir angewöhnt, Lautsprecher eigentlich immer ohne Frontblenden zu hören. Wenn ich aber mal ein paar Tage nicht vor der Anlage sitze, bringe ich die Blende gerne zum (Staub-) Schutz an. Mit Magneten geht das in Sekunden und ist im Grunde unendlich haltbar. Für die Rückseite ist mir hingegen herzlich egal wie die Blende befestigt ist.

Gemeinsam mit dem S-Logo versprühen die M12.5 einen hochmodernen Charme
Gemeinsam mit dem S-Logo versprühen die M12.5 einen hochmodernen Charme


  • Aavik Acoustics R-588

    Keces' Vorverstärker S4 war der erste Anlass, mich mit einem DS-Audio-Tonabnehmer zu beschäftigen. Für den Erwerb eines W3 sprachen dann meine sehr positiven klanglichen Erfahrungen damit, aber auch die Tatsache, dass immer mehr hoch interessante Phonostufen einen dafür geeigneten Eingang aufweisen würden. Eine davon ist die Aavik R-588. Schon vor meinem Entschluss, meinen Tonabnehmerfundus um ein photoelektrisches Exemplar zu erweitern, hatten beispielsweise Kato san, Angus Leung und Michael Børresen angekündigt, dass in den in Entwicklung…
    26.06.2026
  • Qln Prestige Three Gen 2

    Mit Lautsprechern der schwedischen Marke Qln haben wir uns bei Hifistatement bisher noch nicht beschäftigt. Ein Versäumnis – wie sich gleich zeigen wird. Also kommen wir schleunigst zum Test der brandneuen QLN Prestige Three Gen 2, einem eleganten Standlautsprecher in klassischer Zwei-Wege-Bestückung mit ambitioniertem Anspruch. Die Ursprünge von Qln reichen bis ins Jahr 1977 zurück. Die fundamentale Zielsetzung der damaligen Gründer ist von Beginn an audiophiler Natur, nämlich einen Lautsprecher zu entwickeln, der die Klangbühne…
    23.06.2026
  • Vertere Ruby one

    Die Beschäftigung mit dem Vertere Xtrax vor beinahe anderthalb Jahren hatte richtig Spaß gemacht. Daher nahm ich das Angebot von Andreas Kayser, dem Inhaber des deutschen Vertere-Vertriebs Beat Audio, das neue Topmodell Ruby one zu testen, gerne an. Dafür habe ich sogar eine meiner selbstauferlegten Regeln für Tests gebrochen. Dazu später mehr. Vorrangig freute ich mich darauf, nach Monaten endlich mal wieder längere Zeit nur Schallplatten zu hören. Außerdem unterscheiden sich Xtrax und Ruby one…
    19.06.2026
  • Canor Foundation Line Virtus I4S und Verto D4S

    Die neue Vollverstärker und Digital/Analog-Wandler der Canor Foundation Line erfreuen nicht allein wegen ihrer eleganten Optik, sondern auch dank ihrer Preise. Die kostspieligeren Komponenten aus dem Hause Canor verwöhnten stets mit beeindruckender Musikalität und waren daran gemessen preiswert. Profitiert die Foundation Line von deren Genen? Auf der Canor Website findet man in der Beschreibung des Virtus-I4S-Vollverstärkers gleich als Überschrift den Hinweis, dass mit „modernsten, teilweise aus der Referenzserie adaptierten Technologien und Konzepten für ein überzeugendes…
    16.06.2026
  • Spendor A1.2

    Spendor hat seinen Klassiker A1 verfeinert. Der wichtigste technische Unterschied ist eine zusätzliche Verstrebung, die jetzt direkt hinter dem Tiefmitteltöner sitzt und über eine Sorbothane-Dämpfung mechanisch gekoppelt ist. Dadurch sollen störende Resonanzen reduziert werden. Wir haben uns die Evolutionsstufe A1.2 angehört. Einleitend möchte ich kurz auf meine persönliche Perspektive zu diesem Lautsprecher eingehen. Denn was um Himmels Willen interessiert einen Hochwirkungsgrad-Junkie eine kleine Regalbox mit bescheidenem Wirkungsgrad? Tatsächlich habe ich mir diesen Lautsprecher selbst für…
    02.06.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System

    The first, rather lengthy article about Wilson Benesch' Prime Meridian system dealt solely with the turntable unit, consisting of the OMEGA Drive, ALPHA Drive, the FrACTal damping system in which the motor and tonearm are mounted, and the R1 Rack. Now, in addition to introducing the tonearm and cartridge, we finally turn to the sound of the turntable. The fact that the Prime Meridian system's turntable is driven by a motor with one and a…
    29.05.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.