Im nächsten Schritt möchte ich den Einfluss des N1 bei Nutzung eines Streaming-Dienstes abschätzen. Dazu wähle ich „Who Will Comfort Me“ von Melody Gardot (Melody Gardot: My One and Only Thrill - Qobuz 16/44,1). Der N1 verstärkt das Gefühl, dass die Sängerin geradewegs vor mir steht. Ihre Stimme kommt mir etwas dunkler und rauchiger vor. Bemerkenswert ist, wie die melodiöse Basslinie, die den Rhythmus sichert, herausgearbeitet wird und gleichzeitig stets dezent im Hintergrund bleibt. Der ganze Titel gewinnt mit dem N1 eine Lebendigkeit und Leichtigkeit, die verblüffend ist, aber auf eine ungemein musikalische Art und Weise einfach nur überzeugend ist. Wechseln wir zu Ernst Schladers wunderbarer Interpretation von Mozarts „Klarinettenkonzert“, gespielt auf einer hervorragend rekonstruierten historischen Bassettklarinette. Dadurch kommen die dunkleren, tieferen Lagen und der original vorgesehene Tonumfang voll zur Geltung. Schladers Virtuosität wird durch die farbenfrohen historischen Instrumente der Akademie für Alte Musik Berlin unter der Leitung von Konzertmeister Bernhard Forck und deren spieltechnische Brillanz kongenial ergänzt (Mozart: Sinfonien 29 & 33 Klarinettenkonzert – Qobuz 24/96). Mit dem N1 höre ich schlicht und einfach „mehr“ von dem unverwechselbaren warmen, farbenfrohen natürlichen Klang der Bassettklarinette. Bestechend sind zudem die beeindruckende räumliche Tiefe, die exzellente Dynamik und eine hervorragende Balance zwischen den Instrumentengruppen.

Insgesamt scheint mir der positive Einfluss des N1 bei Streaming-Diensten noch etwas größer zu sein als beim Streaming lokal gespeicherter Inhalte, da hier noch deutlich mehr von der sonst gehörten digitalen Grobkörnigkeit entfernt wird. Das ist, als wenn jemand – der N1 – das Fenster zur Musik gründlich geputzt hat. Und was passiert, wenn ich die gleichen zuvor von meinem Server lokal abgespielten Musikstücke jetzt direkt von meinem SOtM Audio PC und von dessen lokaler Festplatte wiedergebe? Zur Erinnerung: in diesem Fall fließen keine Audio-Daten über den N1, sondern lediglich die Steuerungsdaten von der Control-App über die WLAN-Strecke. Es mag Sie vielleicht überraschen, aber auch in dieser Konstellation bedarf es keiner allzu großen Anstrengung, die gerade beschriebenen herausragenden Eigenschaften des N1 in allen Ausprägungen zu hören. Im ersten Augenblick mögen die Änderungen nicht dramatisch erscheinen, doch gerade im Langzeitvergleich möchte ich sie keinesfalls missen. Die Musik klingt mit dem N1 einfach präziser, natürlicher und angenehmer. Halten wir fest: Der positive Einfluss des N1 auf die Klangqualität ist bei lokal gespeicherten Dateien, die direkt von der internen Festplatte eines Musikservers, wie meinem SOtM Audio PC, abgespielt werden, genauso vorhanden, wie bei Dateien, die über das Netzwerk zugespielt werden. Daher kann auch nur die Verbindung des Access Points mit dem N1 die Gesamtleistung des Systems deutlich verbessern. Selbst der Steuerdatenverkehr und die Netzwerktopologie können Timing, Rauschpegel und letztendlich den wahrgenommenen Klang beeinflussen. Bedeutet das im Ergebnis, dass selbst bei lokaler Wiedergabe, wenn also nur die Control-App aktiv ist, die Störgeräusche vergleichbar sind mit denjenigen beim Streaming? Es scheint so zu sein! Das unterstreicht noch einmal, wie wichtig es für allerhöchsten Musikgenuss ist, den gesamten Netzwerkpfad zu optimieren, selbst wenn kein internetbasiertes oder lokales Streaming stattfindet. Mit dem N1 ist man dafür ohne Frage bestens gerüstet!
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Gehört mit
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| Computer | SOtM Audio PC mit Motherboard sMB-Q370, Clock Modul sCLK-EX, USB-Modul tX-USBhubIN und Netzwerk Modul sNI-1G Musikserver mit Intel Xeon E3-1225 3,2 GHz, 4 GB RAM, Windows Server 2019 mit AudiophileOptimizer 3.0, HDPLEX 400W ATX Linear-Netzteil und HDPLEX 200W Linear-Netzteil Diretta Lucia Piccolo Bridge, LattePanda Alpha 864s mit Intel 8th m3--8100y mit Diretta Target Bridge und HDPLEX 200W Linear-Netzteil |
| Software | JPLAY iOS App, MinimServer, JPLAY Femto, JPLAY femtoServer, Roon Server |
| 10-MHz-Clock | SOtM SCLK-OCX10 |
| USB | SOtM USB Hub tX-USBultra, MUTEC MC-3+ USB |
| D/A-Wandler | PS Audio DirectStream DAC MK1 |
| Plattenspieler | Platine Verdier |
| Tonarm | Souther TRIBEAM |
| Tonabnehmer | Clearaudio Veritas |
| Vorstufe | Erno Borbely , Omtec Anturion |
| Endstufe | Stax DA-80m, Omtec CA 25 |
| Kabel und Zubehör | AIM NA9, NA6, JCAT Reference USB, JCAT Reference LAN, Van den Hul, Analysis Plus Digital Oval Yellow, AudioQuest Eagle Eye Digital Cable, SOtM dBCL-BNC, Audioquest Niagara 5000, Sortz RCA, Sortz LAN, Sortz BNC |
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Herstellerangaben
XACT N1 Netzwerk Switch
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| Eingänge (digital) | 4 x non-isolated 1G/100M RJ45 Auto negotiate, 1 x SFP 1G, 1 x fully isolated 1G RJ 45 (100M limited compatibility) |
| Gewicht | 5,0 kg |
| Abmessungen | 241 x 97 x 270 mm (B x H x T) |
| Preis | 6.000 Euro |
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Vertrieb
JPLAY
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| Anschrift | Rymarska 45/1 53-206 Wrocław Poland |
| Web | jplay.eu |