Rückseitig bietet der D/A-Wandler keine Überraschungen, sondern die üblichen, zu erwartenden und praxisgerechten Anschlüsse. USB ist als C-Buchse ausgeführt, dem neuen Standard. Wir finden einen Trigger-Ein- und Ausgang für das Fern-Ein- und Ausschalten aus oder in den Standby. Etwas Besonderes ist dann doch die HDMI-TV Buchse. Die HDMI-Verbindung zu einem die CEC-Norm erfüllenden TV-Gerät ermöglicht das gemeinsame Einschalten mit dem Verto D4S und seine Lautstärkeeinstellung per TV-Fernbedienung. Die analogen Ausgänge des D4S stehen als Cinch und XLR zur Verfügung. Das Innenleben dieses D/A-Wandlers ist geprägt von Erfahrung und Solidität. Es gibt ja bereits mehrere hochwertige CD-Spieler und Wandler im Portfolio von Canor, die da Pate standen. Zwei ESS Sabre 9038 Wandlerchips arbeiten in Mono-Schaltung, also einer je Kanal. Bemerkenswerter ist allerdings die diskret und symmetrisch aufgebaute Ausgangsstufe ohne Operations-Verstärker. Damit will Canor das Rauschverhalten und die Dynamik optimieren. Sämtliche digitalen Eingänge sind galvanische entkoppelt, um Störungen des Signals zu minimieren. Das vom Ringkern-Transformator gespeiste Linear-Netzteil versorgt die digitalen und analogen Baugruppen über getrennte Spannungsregler. Bei diesem Aufwand an entscheidenden Stellen orientierte sich Canor konzeptionell von den weit teureren großen Modellen. Interessant ist auch die integrierte automatische Reinigung der Kontakte der Relais, die nach jedem zwanzigsten Ausschalten stattfindet. Eine abgestimmte Sequenz hochfrequenter Signale soll die Lebenserwartung der Relais steigern und einen stets sauberen Stromfluss garantieren. Man erkennt diese Prozedur am Hinweis „Relais Cleaning“ beim Ausschalten. Über die USB-C-Schnittstelle ist der Verto D4S update-fähig.

Während beim Verto D4S beim Ein-oder Ausschalten zentral im Display der Canor-Schriftzug aufleuchtet und das Prozedere optisch mitverfolgt werden kann, geschieht dies beim Virtus I4S am zentralen Multifunktions-Stellknopf, den wir in gleicher Funktion vom Hybrid-Vollverstärker mit integriertem D/A-Wandler Virtus A3 her kennen. Der A3 bleibt eine etwas kostspieligere Alternative zur Foundation Line im Canor-Portfolio, wenn man keine getrennten Geräte haben möchte und Wert auf die Röhrenbestückung in der Vorstufe legt. Wie der Virtus A3 besitzt auch der Foundation Line Virtus I4S eine hochwertige Phono-Stufe, die Moving Magnet und Moving Coil Tonabnehmer bei individueller Anpassung verstärken kann. Ein dedizierter Kopfhörerverstärker gehört auch zum Gesamtkonzept. Der begründet die Vielseitigkeit des I4S mit seinen 2 x 120 Watt an vier Ohm ebenso wie die Vorverstärker-Cinch-Ausgänge zum Anschluss von aktiven Subwoofern oder einem weiteren Endverstärker für einen möglichen Bi-Amping-Betrieb. Die Geräte-Rückseite bietet neben dem Phono-Eingang zwei Paar weitere Cinch-Buchsen sowie ein Paar symmetrische XLR-Anschlüsse. Deren Anordnung ist spiegelverkehrt, was auf den symmetrisch angelegten Doppelt-Mono-Aufbau des Virtus I4S hinweist. Dazwischen liegen in der Mitte die variablen Vorverstärker-Ausgänge und ganz außen die Lautsprecher-Anschlüsse in solider Standard-Ausführung. Die Lautstärkeregelung über die Fernbedienung oder alternativ den einzigartigen frontalen Multifunktions-Stellknopf arbeitet in 100 Schritten mit einer Abstufung von einem Dezibel. Eine Mute-Schaltung gibt's auch. Die Verstärkung für das Tonabnehmersystem betragt bei MM 40 oder 46 Dezibel, kombinierbar mit Kapazitäten von 50, 150, 300 oder 400 picofard. Bei MC sind 60 oder 66 Dezibel Verstärkung wählbar. Die schaltbaren Lastimpedanzen decken 10, 50, 100 Ohm sowie 1 und 47 Kiloohm ein breites Spektrum ab. Zusätzlich lässt sich individuell für jeden Eingang, egal ob Phono oder Hochpegel, die Verstärkung um drei oder sechs Dezibel erhöhen.

Der Multifunktions-Drehknopf erlaubt auch die Wahl zwischen verschieden optischen Darstellungen und einen Home-Theater-Modus für die Integration des Virtus I4S in ein Kino-System. Wer auf so etwas Lust verspürt, kann sich auch die Kühlkörper-Temperatur oder die Drehzahl des Lüfters anzeigen lassen. Dieser Ventilator ist zum Geräteboden hin offen unterhalb der Elektronik eingebaut. Ich habe ihn im Spielbetrieb nie gehört, obwohl es in meinem Dachstudio momentan sommerlich aufgeheizt war. Im Extremfall – ich habe ihn nicht erleben müssen – würde das Sicherungssystem des Virtus Schaden verhindern können und dies durch ein kleines oder großes Warndreieck und einen Hinweis auf Überstrom, dauerhafte Überlastung, Überhitzung oder einen Kurzschluss an den Lautsprecher-Ausgängen im Display-Stellknopf anzeigen. Wie beim D/A-Wandler gibt es auch beim Foundation-Line-Vollverstärker die Relais-Reinigungs-Prozedur. Und auch hier ist gegebenenfalls ein Firmware-Update mithilfe eines Windows-Computers möglich. Im Inneren des Verstärkers sorgen im Netzteil stattliche 40.000 Mikrofarad Filterkapazität pro Kanal für Dynamik und ein sauberes, kraftvolles Verhalten im Tiefbass. Die Leistungstransistoren sind nicht an Kühlrippen, sondern auf massiven Kupferschienen oberhalb des Ventilators verschraubt. Der Kühlkreislauf ist durch die Öffnungsschlitze an den Geräteseiten so ausgelegt, dass Temperaturen bis 91 Grad kein Problem sein sollen. Die Leistungsfähigkeit der Endstufen-MOS-FETs wird bewusst nicht einmal zur Hälfte genutzt, um reichlich dynamischen Headroom und Leistungsreserven bei niedriger Ausgangsimpedanz zur Verfügung zu haben, was Dynamikspitzen freie Entfaltung ermöglicht.