Bevor ich mit den möglichen Verbesserungen durch eine externe Clock oder die direkte Verbindung des T10 mit dem Lichtwellenleiter, der sie Strecke vom Router in der Küche bis ins Wohnzimmer überbrückt, beschäftige, komme ich auf die Eingangsfrage zurück: Klingt der T10 besser als der DMP-A10, wenn dieser nur als Streaming Transport genutzt wird? Ich wähle einen Song aus, den ich zwar auch hin und wieder für einen Test heranziehe und der mich musikalisch aber trotzdem noch immer anspricht: „Malinye“ vom Album Codona 2. Colin Walcott, Don Cherry und Nana Vasconcelos zelebrieren hier mit Melodica, Taschentrompete, Gesang, Trommeln und Berimbau Weltmusik in besten Sinne des Wortes, die ich über den T10 rundum genießen kann: seien es die – imaginären? – Räume, die Martin Wieland kreiert hat, die Klangfarbenfülle, die Dynamik und die kurzen Ausbrüche aus dem melodiösen Kontext. Beim Einsatz der Pocket Trumpet vermeint man die Höhe des Studios sehen und bei den tiefen Trommeln die Entfernung zu den auf der Boxenebene agierenden Musikern exakt beschreiben zu können. „Malinye“ ist auch über die Kette im Wohnzimmer ein Hochgenuss.
Während der ersten Takte, bei denen der DMP-A10 die Daten für den M-Scaler bereitstellt, meine ich noch, dass der Streamer das ebenso gut macht wie der Streaming Transport. Doch dann bemerke ich, das ersterer im Hochtonbereich minimale Rauigkeiten zulässt, bei den Trommeln das letzte Quäntchen Energie unterschlägt und die Dimensionen des Studios vor allem in der Höhe leicht reduziert. Das sind wirklich alles keine bedeutenden Unterschiede, aber in der Summe führen sie dazu, dass der Track mit dem T10 einfach noch ein bisschen mehr Spaß macht. Bei der beinahe unvermeidlichen Aufnahme vom Schostakowitschs Symphonie Nr. 15 unter dem Dirigat von Jonathan Darlington werden die klanglichen Vorzüge des T10 schneller ohrenfällig: Der Saal wirkt nun minimal größer, vor allem die Tiefenstaffelung der Instrumente und Instrumentengruppen gelingt noch ein gutes Stückchen souveräner, das Tempo wirkt einen Tick angezogen, die gesamte Wiedergabe verströmt mehr Emotionalität. Schon ohne Clock distanziert der T10 den firmeneigenen Streamer in seiner Funktion als Streaming Transport.

Der Vergleich der Ethernet- mit der SFP-Lichtwellenleiter-Verbindung gestaltete sich ein wenig komplizierter als gedacht. Ich hatte den Beginn des „Wrong Blues“ des Keith Jarrett Trio dreimal gehört, dann das LAN-Kabel abgezogen und das SFP-Modul vom Medienkonverter in den Schacht des T10 umgesteckt – und nichts passierte. Nach kurzem Nachschlagen in der Bedienungsanleitung war dann klar, dass ich über das Touch-Display unter „Einstellungen“ die neue Verbindungsart aktivieren musste, was einen Neustart des Eversolo zur Folge hatte. Schade nur, dass dieser auf einem Tischchen hinter einem Sofa steht und man dieses erst zur Seite kippen muss, um das Display zu bedienen. Ich habe den „Wrong Blues“ dann noch mehr als einmal direkt über die optische Verbindung gehört und die kleinere Umbauaktion wiederholt, um zum Ethernet zurückzukehren. Nach den Erfahrungen mit dem DMP-A10 verwunderte es nicht, dass der Weg über den Medienkonverter, den Silent Power Lan iPurifier und von dort zum T10 das bessere Ergebnis brachte: Die Instrumente des Trios wurden nicht nur besser differenziert und von mehr Luft umgeben. Die Bühne der Live-Aufnahme wirkte auch etwas größer, der Klang löste sich besser von den Göbels und der musikalische Fluss war intensiver. Also beließ ich es bei der LAN-Verbindung.
Gut, dass T10 schon ohne Clock mehr überzeugt als der DMP-A10 in der Funktion als reiner Streaming Transport. Nach allen bisherigen Erfahrung sollte es sich aber recht positiv auswirken, wenn ein Switch, ein Streamer oder DAC extern getaktet wird. Ich platziere daher die SOtM sCLK-OCX10 und das sie speisende Keces P8 in der Nähe des Eversolo und steuere damit dessen 75-Ohm-Eingang an. Unter „Einstellungen“, „Audioeinstellung“ und „Mastertakt“ hat man dann die Wahl zwischen der internen Clock oder externen mit 50 oder 75 Ohm und 10 oder 25 Megahertz. Da der T10 sich im Heimnetzwerk befindet, kann ich sein Display auf das iPad spiegeln und brauche für die Umschaltung das Sofa nicht zu verrücken.

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