
Überhaupt hat mich das Desing des Ayon Spark V nachhaltig überzeugt. Haptisch und qualitativ gibt es im High-End-Audiobereich nur wenig vergleichbar herausragend gefertigte Geräte. Optisch finde ich den Kontrast zwischen verchromten Trafo- und Netzteilhauben sowie dem sattschwarzen Gehäuse sehr gelungen. Ayons Designmerkmale sind bereits seit 30 Jahren konstant, wie mir Gerhard Hirt, Eigentümer und Kopf von Ayon, in einem sehr freundlichen und kurzweiligen Telefonat mitteilte. Das hat nicht nur technische, sondern auch strategische Gründe: Der ungemein hohe Wiedererkennungswert trägt wesentlich mit zum Erfolg der Marke Ayon bei.
Überhaupt ist der Ayon Spark V ein ziemlich imposanter Verstärker. 48 Zentimeter breit und 37 Zentimeter tief ist das Chassis und es erfordert damit bei 32 Kilogramm Lebendgewicht schon einen großen, stabilen Stellplatz. Ein Großteil des Gewichts geht auf das Konto des komplett mit Elektronik-Vergussmasse vergossenen Eisens der Übertrager und des Trafos unter den verchromten Hauben, was der Vermeidung von Brumm und Vibrationen dient. Das Gehäuse besteht aus zentimeterdicken, gefrästen Aluminiumteilen.
Nach dem Einschalten läuft der Spark V über eine Timerschaltung hoch und gibt erst nach der Anheizphase die Anodenspannung frei. Das ist einerseits röhrenschonend und andererseits passiert das alles ohne irgendwelche Störgeräusche. Nach dem Einschalten herrscht Stille – um überhaupt Restrauschen wahrzunehmen, musste ich mein Ohr ganz nah an die Treiber halten. Faszinierend für eine Single-Ended-Triode und Beleg der technisch blitzsauberen Auslegung der Verstärkerschaltung.

Was ich dann zu Gehör bekam, war ebenso faszinierend: Jeder Ton, jede Note, jeder noch so leise dahingehauchte Vokal wurde scheinbar mit einer Extraportion Energie aufgeladen, die der Musik eine enorme Lebendigkeit verlieh. Nicht auf eine übertriebene, sondern auf eine authentische Art. Tonal spielte der Spark V angenehm neutral, sprich: weder zu hell, noch zu dunkel timbriert. Ich hatte jederzeit das Gefühl, der Verstärker könne bei Bedarf noch eine Schippe mehr drauflegen, besonders angetan hatte es mir vor allem der kraftvolle, kontrollierte, auf eine spielerische Weise leichte Tieftonbereich. Bässe kamen jederzeit schnell und voller Kontur, dabei dennoch tief und füllig, ohne dabei eine tumbe Dampfwalze zu mimen. Diese Substanz im Tiefton kann auch keine 300B.
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