Audio Consulting Silver Rock Meteor

13.03.2014 // Jürgen Saile
3 – 2 – 1 – 0, das UFO ist gelandet! Für manche Leser war es schon immer sonnenklar, dass es ein Leben außerhalb des 08/15 Geräteangebotes geben muss! Beim Anblick des Meteors stellt sich aber unwillkürlich die Frage: um was für ein Gerät handelt es sich hier überhaupt?


Die markante Form ist nicht nur ein optischer Gag, sondern hat auch technische Gründe. So soll damit die Mikrophonieempfindlichkeit reduziert werden
Die markante Form ist nicht nur ein optischer Gag, sondern hat auch technische Gründe. So soll damit die Mikrophonieempfindlichkeit reduziert werden

Mit einer näheren Inspektion des Meteors kommt man auch nicht viel weiter, vorne eine dicke Nase, hinten vier Cinchbuchsen. Das wars! Kein Anschluss für einen Netzstecker zu sehen, kein Lämpchen, kein Schalter, nix! Die Auflösung liefert der Hersteller, Serge Schmidlin, mir bereits bestens bekannt als Querdenker der Szene. Es geht hier also um einen passiven Line-Vorverstärker. Ist ein Oxymoron, weiß ich. Die Grundüberlegung ist relativ einfach, die meisten D/A-Wandler liefern bereits eine Ausgangsspannung von zwei Volt oder mehr, die üblicherweise ausreicht, um eine Endstufe direkt anzusteuern. Somit würde eine aktiv verstärkende Vorstufe lediglich dazu führen, dass das nunmehr verstärkte Signal über den Lautstärkeregler wieder abgeschwächt werden muss. Über jede zusätzliche verstärkende Stufe im Signalweg wird man etwas an Auflösung verlieren. Allerdings sollte der DAC eine potente Ausgangsstufe haben, die von Haus aus in der Lage ist, die Endstufen direkt anzutreiben. Und da hapert es bei manchen Geräten gewaltig! Salopp ausgedrückt handelt es sich also bei dem Meteor um eine externe Lautstärkeregelung. Genauso gut könnte man allerdings auch eine Ramirez Konzertgitarre als Klampfe und eine Harley Davidson als Mopped betrachten.

Lediglich ein Buchsenpaar für Ein- und Ausgang, sonst nichts! Die Öffnung in der Mitte soll verhindern, dass der Innenraum hermetisch von außen abgeschlossen wird. Nun ja, ich muss nicht alles verstehen
Lediglich ein Buchsenpaar für Ein- und Ausgang, sonst nichts! Die Öffnung in der Mitte soll verhindern, dass der Innenraum hermetisch von außen abgeschlossen wird. Nun ja, ich muss nicht alles verstehen

Die Lautstärkeregelung an den Vorstufen stellt immer eine Art Nadelöhr dar, die den Klang letztlich massiv negativ beeinflussen kann. Das sieht man schon an der Vielzahl der eingesetzten Konstruktionen. Hier gibt es Leitplastikpotentiometer, einzeln geschaltete Widerstände, Autoformer oder auch das gute, alte Kohleschichtpotentiometer. Letzteres war tonal beileibe nicht die schlechteste Lösung, allerdings fingen die Dinger nach einer Weile zu kratzen an, weshalb man sie nur noch selten in den Geräten vorfindet. Schmidlin hat sich nun eine völlig andere Lösung ausgedacht, nämlich eine Regelung über einen Autoformer. Autoformer ist eine Abkürzung für Autotransformer. Der Unterschied zu einem Transformator besteht darin, dass der Transformator getrennte Primär- und Sekundärwicklungen hat, während der Autoformer einen Teil der Windungen für Primär- und Sekundärseite gemeinsam benutzt. Damit ist bei einem Autoformer eine Trennung von Gleichstromanteilen nicht möglich; Wo dies aber nicht benötigt wird, sagt man dem Autoformer einen deutlich besseren Klang nach. Dies kann man natürlich nicht verallgemeinern, es hängt letztlich von der Ausführung und Qualität ab. Der Autoformer hat nun eine Vielzahl von Sekundär-Anzapfungen, über die man die einzelnen Lautstärkepegel abgreifen kann. Das Ganze soll – im Gegensatz zu einem Widerstand im Signalweg – verlustfrei funktionieren. Sofern es einen verlustfreien Prozess in der Physik überhaupt gibt.


  • AudioMachina V8

    Daran, dass unscheinbare Teilchen einen beachtlichen klanglichen Effekt haben können, sind wir dank Jitterbug, iDefender3.0 und auch dank Audio-Exklusivs Silenthead längst gewohnt. Meist korreliert der Preis der Helferlein mit ihrer Größe. Aber AudioMachina bewegte sich noch nie auf ausgetretenen Pfaden. Das ist beim V8 nicht anders. Vor etwas mehr als anderthalb Jahren hatte ich das Vergnügen, erst die großartigen, teilaktiven AudioMachina Lautsprechersysteme Maestro GSE zu testen und etwas später während der hifideluxe ihren Entwickler, Dr.…
    09.01.2017
  • SMARTsylus mit mehr Zubehör

    Acoustical Systems liefert den SMARTstylus, die Einstelllehre für Azimut und den vertikalen Abtastwinkel, ab sofort mit einer beleuchteten Lupe mit zwei- und fünffacher Vergrößerung und ein ausführliches englischsprachiges Manual. Im Zuge der kontinuierlichen Optimierung des Angebots spendierten die Analogspezialisten aus dem bayrischen Rott ihrer 2015 vorgestellten und durchgängig positiv bewerteten Einstelllehre eine zehnseitige Bedienungsanleitung sowie eine Lupe, um die Justage-Arbeit zu erleichtern und zu präzisieren. Erfreulicherweise bleibt der Preis für den SMARTstylus bei 119 Euro.…
    20.12.2016
  • ifi iDefender3.0, iPower und Best Of Two Worlds Solution

    Die Experimente mit der Aufstellung und Stromversorgung des Routers in meinem Hörraum haben mich ein wenig für hochfrequente Störungen sensibilisiert: Wie beeinträchtigt beispielsweise die USB-Stromversorgung aus dem Streamer oder Computer den Wandler? ifi bietet hier Lösungsmöglichkeiten. Schon der Artikel über die Platzierung des Routers ähnelte dem, was man heutzutage neudeutsch wohl Blog nennt: Ich habe einfach darüber geschrieben, was ich vor kurzem ausprobiert hatte. Da ging es nicht vorrangig um ein Produkt, sondern eher um…
    19.12.2016