HIGH END 2025: Messerundgang mit Finn Corvin Gallowsky – Teil 3

23.05.2025 // Finn Corvin Gallowsky

Den neuen Eversolo Play habe ich im Messetrubel versäumt zu fotografieren. Der Mini-Amp/Streamer kostet ohne CD-Laufwerk 700 und mit Laufwerk 800 Euro. Sein Angriffsziel ist klar der WiiM Amp Ultra. Michael Zähl zeigt die für den Heimanwender angepasste Version seines Referenzkopfhörerverstärkers. Aufbau und Endstufen sind absolut identisch zum „Studiomodell“ H1M. Der H1 hat jedoch keinen A/B-Vergleichsmodus zweier Eingänge, sondern verfügt nur über einen XLR- und einen Cinch-Eingang. Für Nutzer sehr empfindlicher Kopfhörer verfügt der H1 jetzt über eine -10-Dezibel-Dämpfung für den Eingang. Außerdem bietet der H1 einen Pentaconn-Anschluss und das Netzteil ist ins Gehäuse integriert. Im Class-A-Servo-Betrieb liegt seine Ausgangsimpedanz bei nur 0,045 Ohm, im Class-A-Modus bei ebenfalls sehr geringen 0,8 Ohm. Lotoo zeigt den kleinen PAW D3, einen weiteren Mini-DAC/Formatwandler aus der D-Reihe, jetzt mit Display und LTTP. Außerdem war der kleine Bruder H1 des Mjölnir zu sehen, der ebenfalls LTTP unterstützt, aber auf den integrierten DAP des Mjölnir verzichtet. Dan Clark war stolz auf die Weltpremiere des DC Noir XO, der offenen Ausführung des Noir X. Er verwendete das auch im Flaggschiff Stealth zur Anwendung kommende Acoustic Metamaterial Tuning System (AMTS), um die Schallabstrahlung der Membran in vielerlei Hinsicht komplex zu optimieren. Der Kopfhörer wird 1.400 Euro kosten.

 

Ferrum beweist mal wieder Innovationsgeist und polnische Coolness. Der Leiter der Entwicklungsabteilung und Softwarespezialist Paweł Gorgoń und Firmenchef Marcin Hamerla stellten uns gemeinsam die neuste Erweiterung ihres Wandla vor. Haben sie sich schon oft gewünscht, mit derselben Fernbedienung die Lautstärke ihres DACs regeln zu können, aber auch mal schnell die Wiedergabe zu pausieren oder einen Song zu überspringen? Genau so ging es den Ingenieuren bei Ferrum auch. Und da die meisten Betriebssysteme und Abspielprogramme ohnehin eine API (Programmierschnittstelle) für diese Funktionalität bieten, hat Ferrum die Firmware seines Wandla um genau diese Funktionalität erweitert. Außerdem kann Wandla so jetzt auch den aktuell abgespielten Titel und den Wiedergabefortschritt auf dem Display anzeigen. Da die USB-Schnittstelle des Wandla ohnehin von Ferrums eigenen „Verwaltungsboard“ Serce, das als OEM-Version auch für andere Entwickler erhältlich ist, gesteuert wird, war die Implementierung der Ferrum Streaming Control Technology (FSCT) gut möglich. Der benötigte Code ist überwiegend in Rust geschrieben, und weil Ferrum etwas für die Community tun möchte, steht er als Open Source auf Github. Dementsprechend ist dieses Update für alle Wandla-Besitzer kostenlos und auch der Preis des Wandla für Neukunden steigt nicht. Aktuell läuft FSCT leider nur unter Windows, Mac und Volumio (mit Plugin). An Linux wird noch gearbeitet. Außerdem wird hinter den Kulissen an einem Ferrum-Streamer geschraubt. Übrigens: Während andere an ihrem Foto-Lächeln arbeiten, arbeitet Ferrum-Chef Marcin an seiner eigenen Interpretation eines idealen Foto-Gesichtsausdrucks: ein Fingerzweig auf seinen besonderen Humor, von dem sie sich bei der nächsten Messe ja mal im Gespräch überzeugen können. Auf Wunsch überzeugt Marcin Sie dabei von seinen Deutschkenntnissen sicher gleich mit.

 

Wie immer präsentiert die Audio Group Denmark so gut wie ihr gesamtes Portfolio in und um drei Hörräume. Als Blickfang werden die Børresen T1 (50.000 Euro), T3 (100.000 Euro) und die T5 (200.000 Euro) allesamt in Silver Supreme Edition präsentiert. Aber auch der Einstiegsserie Axxess wird ein eigener Raum gewidmet. Der Standlautsprecher L3 ist schon für einen Paarpreis von 5.000 Euro zu haben. Die AIO-Verstärker Axxess Forté sind mit vollem Funktionsumfang für denselben Preis erhältlich. Auch für Kabel und eine günstige Variante der Darkz-Füße ist in der Axxess-Serie gesorgt. Die 88-Serie der Edel-Elektronik-Sparte Aavik entwickelt sich ebenfalls konstant. U steht für All-In-One, P für Endverstärker und I für Vollverstärker. Von allen Geräten stehen mit 188, 288 und 588 drei Ausbaustufen zur Verfügung, bei denen sich wie bei den Forté-Geräte aus dem Axxess-Portfolio die Anzahl der Rauschunterdrückungstechnologien unterscheidet. Gemeinsam mit einer Børresen C1 (15.000 Euro) wurde ein neuer Subwoofer präsentiert. Børresen zieht die Bezeichnung Bass Modules vor. In der Vorführung spielten die zwei Module bis 80 Hertz. Gesteuert wurde die Übernahmefrequenz direkt von der im Vollverstärker integrierten analogen Frequenzweiche. Dadurch werden Laufzeitdifferenzen der Bassmodule vermieden, wie sie beim DSP-Einsatz unvermeidlich wären. Die Module verfügen über einen ungewöhnlichen, halboffenen Aufbau und sind mit 8-Zoll-Treibern bestückt, wodurch eine schnelle Ansprache und somit höchste Musikalität gewährleistet werden sollen. Eine der wenigen absolut nahtlosen Subwoofer-e
Einbindungen, die mich für die Musikwiedergabe wirklich überzeugen konnte.

 

Chord Electronic ist mit seinen Ultima Pros auch in der professionellen Studioszene vertreten. Auf der High End feierte die Ultima Phono ihre Premiere. Die neue Phono-Vorstufe verfügt über drei sowohl un- als auch symmetrische MM/MC-Inputs, wird im Herbst erscheinen und 20.000 Euro kosten.

 

Dass ich ein Davis-Fan bin, ist wohl kein Geheimnis mehr. Der bodenständige Impetus von Olivier Visan beeindruckt mich. Wie er mir bei meinem Firmenbesuch Anfang 2023 erzählte, baut er neben den etablierten Produktlinien einfach die Lautsprecher, auf die er selbst Lust hat. Dass er dabei auf seine eigene Treibermanufaktur – das ursprüngliche Kerngeschäft von Davis – zurückgreifen kann, ist natürlich von Vorteil. Mit „The Wall“ (je Ausführung ab 11.000 Euro) und „The Stage“ (9.000 Euro) schuf Olivier eine Serie mit einer neuen (alten) Form und eigener Designsprache. In diese Serie reiht sich jetzt „The Pledge“ als traditionellerer Dreiwege-Lautsprecher ein. Mit dem Konus-Hochtöner und em 13-Zoll Mitteltöner setzt er gleich zwei Davis-Spezialitäten ein. Ergänzt werden die Treiber um einen Tieftöner mit großer Schwingspule. Für 5.000 Euro begeistert mich „The Pledge“ mit dem gleichen luftigen, Davis-typischen Klangcharakter wie „The Wall“, die für mich mit ihrer mitreißenden Spielweise, eigenständigem Design und unglaublich fairem Preis ohne Frage zum Besten der Show gehörte. Die Jadis-Elektronik war daran sicherlich nicht unbeteiligt.

 


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