Norddeutsche HiFi-Tage 2026 – Teil 2

06.02.2026 // Finn Corvin Gallowsky

 

Wie üblich ging es bei Auer durch die Tapetentür in den akustisch durchoptimierten Hörraum. Es spielte die Versura V4 (etwa 45.000 Euro) mit großem Basschassis in der Gehäuseseite. Im Vorraum war die V2 (etwa 40.000 Euro) zu sehen, die grundlegend auf die gleichen Treibergene setzt, jedoch ohne das Basschassis in der Seite. Die mächtige Sockelplatte aus der CNC-Fräse untermalt die Verarbeitungsqualität.

 

Wie homogen Raumdesign und Audio miteinander verschmelzen können, bewies HiFi-Blogger und Showroom-Betreiber Dimi Vesos auf eindrückliche Art und Weise. Inneneinrichtung, Deko und Licht von HKLIVING setzten Akzente. Die angenehme Atmosphäre lud viele Besucher zum Verweilen ein. Das interessante Markenportfolio und Dimis sympathische Art waren daran sicher auch nicht unbeteiligt. Jedenfalls bot sich hier einer der Räume, in dem nicht nur die Anlage detailverliebt kuratiert war. Die futuristisch anmutenden Refyn Lautsprecher (16.000 Euro Paarpreis) vom Schweizer Spezialisten Rowen sind allein schon optisch Inbegriff einer modernen Lautsprecherinterpretation – nicht zuletzt durch den eigens entwickelten Linear Motion Transformer II, der für den Mittel-/Hochton zuständig ist. Für die Netzwerkkomponenten in Natursteingehäusen zeichnet der junge Entwickler von Paradin verantwortlich. Er möchte ein stabiles Markenportfolio etablieren und arbeitet aktuell an einem DAC.

 

Bei Eternal Arts ließ ich mich von Lutz van der Marels Begeisterung für Tonbandtechnik anstecken. Während in der Vorführung eine Tascam SM900 an einem Jubiläums-Röhren-Vollverstärker OTL MkIII zu werke ging, wurden Otari MX-5050, Akai GX-646, Technics RS-1500 US und Revox A700 ausgestellt. Alle Maschinen wurden von Lutz repariert, gewartet und justiert. Bei der Technics mussten einige Elkos und die Bremse ersetzt werden. Die Revox benötigte einige neue Anzeigen. Die Ersatzteilversorgung bei Revox ist glücklicherweise sehr gut, jedoch müssen ehemals analoge Anzeigen heute meist durch digitale ersetzt werden. Die Otari benötigte lediglich eine Wartung und Justage. Jede Maschine hat ihre Spezialitäten: Informationen hierzu sind den Aufstellern auf den Fotos zu entnehmen. Der Messschrieb gibt Aufschluss über die Frequenzgänge nach der Justage. Ich sprach mit Lutz darüber, dass es nur noch wenige Spezialisten für Tonbandgeräte gibt und das Wissen droht, nach und verloren zu gehen. Vielleicht doch ein gutes Hobby? Wenn Sie jetzt Lust bekommen haben, sich mit Tonbandgeräten zu befassen, dann sind die Kollegen von Eternal Arts genau die richtigen Ansprechpartner: Für die Wartung ihrer Maschine, den Kauf einer neuen alten Maschine und für Röhren sowieso.

 

Die Lautsprecher von Harzsch fielen schon letztes Jahr durch Understatement auf. Die interessante Treiberkombination aus Beryllium-Hochtöner von SB Acoustics und Accuton-Keramik-Tiefmitteltöner muss man erst einmal so im Griff haben wie Oliver Harzsch. Passiv beschaltet spielten sie im Hörraum nämlich herausragend. Das Zweiwege-Modell Orchestra kostet 12.000 Euro pro Paar. Das mittlere Modell Symphony mit zwei Tiefmitteltönern kostet 22.000 Euro und das Topmodell Concert 30.000 Euro.

 


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