Chord Electronics zeigt neuerlich Geräte, die für den Pro-Audio-Bereich konzipiert sind. Die kleine Blade soll 110 Watt an acht Ohm leisten. Genau wie die neue Ultima 7 setzt er auf eine Class-G-Schaltung, die auf Galliumnitrid-FETs basiert. Die in der Tat niedliche Desktop-Kombi bestehend aus QUTEST DAC (1.700 Euro), Huei Phono-Pre (1.600 Euro) und Anni Vollverstärker (1.600 Euro) bleibt allein durch den ungewöhnlichen Formfaktur und die Gesamtanmutung ein Autorenliebling. Der Quartet Upscaler setzt auf gleich fünf Xilinx FPGAs, um Operationen mit vier Millionen Taps durchführen zu können. Damit soll er die für die Signalrekonstruktion wichtige Sinc-Funktion rechnerisch nahezu 100-prozentig nachbilden können. Außerdem bietet der Quartet erstmals einen Analogeingang zur AD-Wandlung beispielsweise eines Plattenspielers. Die Stromversorgung ist extern ausgeführt.
Clearaudios neue Elevation 40 (5.000 Euro) und 55 (5.000 Euro) können mittels USB-Anschluss über eine Powerbank gespeist werden. Besonders sprach mich, obwohl ich nicht mal einen Plattenspieler besitze, aufgrund der künstlerischen Aufmachung das Projekt Vinyl Vision 3000 an. Unter der Feder von DopeYeah! Records, dem Label des Prager Musikclubs Doupě, der dieses Projekt angestoßen hat, sind drei LPs in Sammlerausgaben erschienen. Derzeit umfasst dieses Projekt 3 zu je 300 Stück limitierte LPs: Antonín Dvořák, From the New World, eingespielt von der Tschechischen Philharmonie und Semyon Bychkov, Incognito (InSideOut) ist eine Sammlung verschiedener Coversongs und Isolation (333) ist ein während der Pandemie über Distanz entstandenes Album von Künstlern wie Ian Paice, Glenn Hughes, Don Preston, Chris Jagger, Robbie McIntosh, Blair Cunningham, Hamish Stuart, Laco Déczi.
Eine Degritter Mark II für den Tischbetrieb war bereits bei Dirk Sommer im Test. Für besonders umfangreiche Sammlungen oder kommerzielle Nutzung ist die Fonoteek eine noch bessere Wahl. Zusätzlich zur Ultraschallreinigung wäscht sie auch mit Bürsten, trocknet und wird etwa 7.000 Euro kosten.
Das Kopfband habe ich mir natürlich nicht von Mark Knopfler geliehen, sondern es gehört zum Lieferumfang der Final TONALITE In-Ears. Auf ihm müssen QR-Marker angebracht werden, damit im Analyseprozess die Größe der Ohren ermittelt werden kann. Der Kopfhörer nutzt die individuelle HRTF des Nutzers zur Optimierung des Timbres. Ich habe die Technologie in einem Entwicklungsstadium gemeinsam mit 300 anderen Probanden getestet. Die Scans des Kopfes erfolgten bereits mit einem Smartphone, für die Ohren war noch ein hochspezialisierter Scanner nötig. Außerdem war in einem Hörvergleich die Erstellung eines „Geschmacksprofils“ nötig. Inzwischen hat die Technologie als DTAS (Digital Twin Audio Simulation) Serienreife erlangt. Auf Grundlage der 300 Scans wurde eine KI trainiert, die Video und Fotodaten auswerten kann und keinen vollständigen Scan mehr benötigt. Der Scanprozess ist in Finals TONALITE App integriert. Es wurden außerdem die drei deckungsgleichsten Geschmacksprofile fest in die App integriert. So dauert der gesamte Scanprozess samt Auswertung auf Finals Servern etwa 10 Minuten. Im Entwicklungsprozess war hierfür gut eine Stunde notwendig. Wer sich nicht auf die drei Grundprofile verlassen möchte, kann den Hörvergleich in der App zusätzlich durchlaufen, um ein noch natürlicheres Hörerlebnis zu erzielen. Das Ergebnis eines schnellen Tests auf der Messe war schockierend gut. Zwischen Grundsound der Kopfhörer und der Anpassung auf die eigene HRTF liegen klanglich Welten. Nicht nur klingt die Musik natürlicher und schlicht und ergreifend einfach richtiger, sondern, obwohl die Technologie nicht wie bei der Konkurrenz Apple oder Sony auf das Erzeugen einen künstlichen Raumes abzielt, sich rein auf ein natürliches, individuell angepasstes Timbre konzentriert, erschließt sich mit eingeschaltetem Filter ein fantastisches Layering der Musik in allen Dimensionen. Final zeigte hier nicht weniger als die In-Ear-Zukunft. In Anbetracht eines maßgeschneiderten Hörerlebnisses erscheint mir der Preis von 330 Euro geradezu nebensächlich und alle anderen Bluetooth In-Ears werden für mich schlagartig uninteressant. Außerdem zeigt Final seinen DX 10.000 mit Diamanttreiber. Die limitierte Gold Edition wird 9.000 Euro, die normale Ausgabe mit silbernen Akzenten 8.500 Euro kosten. In der Zukunft möchte Final Konzepte entwickeln, um die Timbre-Anpassung auch für andere Kopfhörer zu nutzen.
Nach der High End im letzten Jahr hat Norbert Theisges die Leitung des Fink Team übernommen. Spot ist der erste Lautsprecher, der vollständig unter seiner Regie entstanden ist. Er ist sichtlich – zurecht – mächtig stolz auf den Zweiwege-Lautsprecher. Vor dem Hörraum zeigt Canor den neuen Kopfhörer-Vorverstärker-DAC Crius H5S (voraussichtlich 2.000 Euro) in Dual-Mono-Aufbau mit ESS ES9038Q2M. Spot hat Norbert farblich passend mit einem pflanzenbasierten Lack abgestimmt. Die Furniere werden geölt und hartgewachst. Das Gehäuse verfügt über einen hochkomplexen Aufbau in mehreren Lagen mit Dämpfungsmaterial und eingefrästen Resonatoren. Der Bassreflexkanal wurde in über einem Dutzend Iterationen auf die Abwesenheit von Strömungsgeräuschen getrimmt und verfügt ebenfalls über einen integrierten Resonator zur Beseitigung der Stehwellen im Kanal. Der Tweeter stammt aus der Kim, der 6,5-Zoll-Tiefmitteltöner wurde eigens für die Spot entwickelt. Der Hochton ist wie üblich auf der Rückseite mit etwa ±0,4 Dezibel anpassbar. Eine Anpassung des Tieftöners an verschiedenen Verstärkerdämpfungsfaktoren wird ebenfalls möglich sein. Norbert möchte Spot gegen Oktober auf dem Markt haben. Sie wird 10.000 Euro kosten. Massive 8 Zentimeter Echtholzfronten kosten etwa 3.000 Euro Aufpreis. Bisher ist nur Eiche verfügbar, andere Hölzer werden folgen. Im Hörraum spielt sie mit einem offenen und weiten Stereobild, mit einer sehr ausgewogenen Charakteristik. Der Bassbereich hat zwar kräftige Fink-Gene – schon bei Karl-Heinz musste es ordentlich drücken –, allerdings behandelt Spot den Bassbereich in meinen Ohren deutlich feinfühliger und linearer. Sie setzt sowohl trockene Attacken hochpräzise als auch warme, runde, flächige Bässe extrem differenziert um. Die Mitten sind genau im richtigen Maß präsent, ohne zu sehr zu fordern und der Hochton ist im bestem Sinne unauffällig. Ein Lautsprecher der wunderbar zwischen Musikalität und Auflösungsfähigkeit ausbalanciert ist.