Den Geräten von Toneart aus Österreich liegt eine besondere Überlegung zugrunde: Mikroschwingungen in Bauteilen und aufeinander wirkende mechanische Resonanzen werden in Audioschaltkreisen oft nicht hinreichend beachtet. Gehen sie beispielsweise von einem Kondensator aus, werden sie über seine Anschlussbeinchen übertragen. Deshalb werden bei Toneart alle Komponenten so modifiziert, dass sie möglichst fest mit Aluminiumbauteilen verbunden sind und so wenig wie möglich schwingen. Dies gilt auch für ganze Platinen. Die Verbindung zwischen den individuell gekapselten Baugruppen wird dann wiederum über flexible Kabel hergestellt, damit auch hier keinen Schwingungen übertragen werden können. Toneart hat sich extra einen eigene Verseilung designen lassen, in die so wenig wie möglich Lötzinn eindringt. Denn dieser würde wiederum zu einer Verhärtung und mechanischer Kopplung führen. Der Revelation 2 Plattenspieler ist samt Motorsteuerung ab 15.000 Euro erhältlich. Die drei Mal pro Umdrehung messende Regelung kann angepasst werden und soll je nach Eingriffsstärke eine dynamischere, harmonischere oder unbeeinflusste Wiedergabe ermöglichen. Der Revelation1 Pre war im Prototypenstatus zu sehen und soll so wie die bereits erhältliche Revelation 1 Endstufe etwa 50.000 Euro kosten. Der RIII Phono-Preamp ist bereits für 990 Euro erhältlich. Mit Voodoolounge wurde außerdem eine Produktlinie aus „Voodoo Cups“ ins Leben gerufen. Sie sollen im Hörraum oder auf Geräten platziert zu Klangverbesserungen führen. Der Name wurde mit großer Selbstreflexion gewählt und verrät, dass wohl jeder selbst entscheiden muss, ob er seine Anlage auf diese Art und Weise „optimieren“ möchte. Ich jedenfalls musste dem Team gestehen, dass ein Voodoo Cup bei mir eher nicht an der richtigen Adresse sei. Nichtsdestotrotz, der Klang der Vorführung war zweifelsohne gelungen.
Das Markenportfolio des polnischen Vertriebs Bare Baffle wächst weiter. Die Showpräsentation gestalteten sie diese Mal gemeinsam mit Auer. Wenn ich mich recht erinnere, war es das erste Mal, dass ich eine Auer auch in einem kleinen Hörraum hören konnte. Die Versura V2 (34.500 Euro) absolvierte diese Disziplin mit Bravour. Besonders spannend fand ich den CelAudio HiFi Router NR6. Der Router basiert nicht auf einem für die Audiowiedergabe angepassten, üblichen Industrierouter, sondern wurde von Grund auf für den Betrieb in einer Audiokette entwickelt. Jede Platine konnte also so spezifiziert werden, dass keine DC/DC-Wandlung nötig ist. Das lineare Netzteil versorgt jeden Schaltkreis genau mit der benötigten Spannung. Die untere Platine verbindet zum WAN und trennt die Daten dann logisch sauber in einen Ausgang, an dem ein normaler WiFi-Router für Smartphones und andere Geräte im Alltagsgebrauch angeschlossen werden kann und das dedizierte Audionetzwerk auf der oberen Platine. Diese Audio-Platine kann ein eigenes WiFi-Netz aufbauen und verfügt über einen Clock-Eingang. Das Gerät kostet 2.400 Euro.
Auch diesen Teil meines Showberichts möchte ich wieder mit einer besonders herausragenden Präsentation beenden. Der ursympathische Jonas Räntilä von Perfect8 Technologies feierte die Europapremiere des The Cube-T-Lautsprechers. Ich wurde zunächst angelockt von dem ungewöhnlichen Konzept und der Optik der Lautsprecher und blieb für den fantastischen Klang. Wie alle Lautsprecher von Perfect8 vertraut der Cube-T auf ein Gehäuse aus Glas und verzichtet vollständig auf Dämpfungsmaterialien. Durch die gegenüber angeordneten aktiven Langhub-Bässe ist das Gehäuse vollständig impulskompensiert. Die gesamte Konzeption wurde von Anfang bis Ende durchdacht. Das Abstrahlverhalten des Lautsprechers ist dank der beidseitig angeordneten Mitteltöner bis etwa 700 Hertz omnidirektional. Die Bündelung des Hochtöners wird durch sein Waveguide reduziert und so bleibt der Lautsprecher auch oberhalb von 1,2 Kilohertz noch recht breit abstrahlend. Die Übergang zwischen Mittel- und Hochtöner liegt bei ungewöhnlich niedrigen 900 Hertz. Dort soll er am wenigsten hörbar sein. Tatsächlich resultierte diese Charakteristik in dem für den Lautsprecher vermeintlich viel zu kleinen Hotelraum in einer sehr natürlichen, offenen Bühnendarstellung. Jonas gab verschiedenen Einspielungen von „Das Phantom der Oper“ zum Besten. Obwohl er recht laut vorführte, blieb die Wiedergabe geschmeidig und angenehm. Dass die Cube-T im Raum weit unter 20 Hertz spielen können sollen, glaubte ich sofort: Derart druckvoll und impulsiv und vor allem, ohne andere Frequenzbereiche zu übertönen, fiel der Bass in kaum einem anderen Raum aus. Mit 60.000 Euro kostet diese Leistung allerdings auch den entsprechenden Preis. Der gerade erst auf der High End vorgestellte Thrax Ares Mk3 Vollverstärker (etwa 20.000 Euro) war am Gesamtergebnis sicher nicht unbeteiligt.