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Firmenbericht ELROG und Interview mit Dr. Klaus Schaffernicht

10.01.2014 // Jürgen Saile
JS: Wie sind Sie auf die Produktion von Röhren für den Audiobereich gekommen?
Dr. KS: Nachdem ich schon fast soweit war zu sagen, wir machen die Firma zu, lief mir jemand über den Weg, der sagte, wir brauchen unbedingt 211er Röhren, die Chinesen haben die Produktion eingestellt, weil zu viele Reklamationen da waren. Beim Transport zerbrach die Kathode, so dass – nach Kundenaussagen – von zehn verschickten Röhren nur fünf Stück zu gebrauchen waren. Und da dachte ich, wenn die da aufhören, scheint es ein bisschen schwieriger zu sein und da könnte ich mich darum kümmern. Nicht weil ich mich mit schwierigen Dingen beschäftigen will, sondern weil ich dachte, dann habe ich keine Konkurrenz aus China. Die chinesischen Röhren sind eigentlich keine Konkurrenz für uns, weil sie qualitativ nicht besonders gut sind und unsere neuen Röhren einen deutlich besseren Klang haben.

JS: Wodurch unterscheidet sich die Röhren fernöstlicher Anbieter von dem, wie Sie es machen?
Dr. KS: Die Produktion einer Röhre ist eigentlich immer dieselbe. Wenn Sie sich eine chinesische oder tschechische 211 anschauen, dann sind das Nachbauten der RCA. RCA hat die Röhren erstmalig entwickelt. Dies war damals ein Auftrag der US Army für ein Funksprechgerät ihrer Autos. Wir haben eine ganz andere Konstruktion. Zunächst hatte ich durch eine Umkonstruktion den ganzen Firlefanz mit den Glühbirnen rausgeworfen, nicht weil ich so genial war, sondern weil mir das alles viel zu kompliziert war. Und ich damit, ohne es zu ahnen, den Klang dramatisch verbessern konnte. Bei den alten 211 Röhren war die Anode oben, wir haben die Anode auf den Sockel gesetzt, wo sie hingehört. Darüber haben wir einen großen, offenen Raum, der auch noch den Klang verbessert. Aber es sind natürlich verschiedene Komponenten. Das Getter muss auf einem Spannungspotential liegen, sonst lädt es sich andauernd um. Bei uns liegt es auf Anodenspannung, also etwa 1000 Volt. Dadurch ist der ganze Block viel stabiler, das ist keine neue Erfindung, sondern das ist in jeder Bildröhre exerziert worden.

JS: Kann man sagen, dass die ELROG Röhren qualitativ den alten Telefunken entsprechen?
Dr. KS: In Punkto Klang sind wir die absolut Besten, da gibt es keinen Zweifel. Die ersten zwei Jahre hatten wir Probleme, wie es bei jedem neuen Produkt der Fall ist. Die sind aber mittlerweile alle gelöst.

JS: Wie lange dauert der Herstellungsprozess einer 211?
Dr. KS: Wir sind eine reine Manufaktur. Deshalb produzieren wir pro Tag nur eine relativ kleine Stückzahl.

JS: Sind außer 211 und 845 noch weitere Typen geplant?
Dr. KS: Ich wollte das eigentlich noch nicht publik machen, aber wir sind dabei, eine 300B zu entwickeln. Diese 300B wird ja von Gott und der Welt gebaut, deshalb möchte ich erst sicherstellen, dass wir wieder ein Spitzenprodukt liefern können. Die ersten Funktionsmuster sind bereits fertig und werden mit der historischen 300B verglichen. Ziel ist, einen vollwertigen Ersatz für die Western Electric Röhren anbieten zu können.

JS: Gibt es schon Erkenntnisse über die Langzeitstabilität der Röhren, Sie machen ja sicher auch einen Langzeittest?
Dr. KS: Ja natürlich, da laufen immer welche. Ich würde sagen, unsere jetzige Lebensdauer liegt bei +3000 Stunden. Unser Ziel sind 5000 Stunden, aber das wissen wir noch nicht, weil die Röhren noch laufen.

JS: Herr Dr. Schaffernicht, vielen Dank für dieses Gespräch.


Wenn man einen passenden Gegenstand für den Begriff „Deutsche Wertarbeit“ sucht, dann eignen sich dafür die ELROG Röhren. Gebaut wie ein Panzer! (Pazifisten bitte weghören!) Die Audioröhren werden nach den gleichen Qualitätsansprüchen hergestellt wie früher die Röhren für die Militärs. Kein chinesisches Nostalgie-Spielzeug! Verkauft werden die Röhren ausschließlich über den besseren Klang. Jeder, der die Röhren in seinem Verstärker bisher gehört hat, hat sie auch behalten.


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