Im Hörraum von Göbel High End

03.07.2015 // Dirk Sommer

Selbstverständlich tut Oliver Göbel alles, um bei den alljährlichen Präsentationen auf der High End die enormen Fähigkeiten seiner außergewöhnlichen Schallwandler zur Geltung zu bringen. Noch ein gutes Stück besser gelingt das naturgemäß im firmeneigenen Hörraum

Schon kurz vor der Messe rief der Entwickler und Firmenchef in Personalunion an und berichtete nicht ohne einen Anflug von Stolz, dass es endlich soweit sei und der neue Hörraum nun so klinge, wie er es sich vorgestellt habe. Ein passenden Termin für einen Besuch haben wir dann aber erst einige Zeit nach der Münchener Messe finden können. Schon vor dem Test der „kleinen“ Epoque, der Fine (hier ein Link zu http://www.hifistatement.net/tests/item/1054-gbel-epoque-fine?limitstart=0), war ich einmal im nicht einmal 20 Kilometer entfernten Alling, habe dort kurz die Fertigung besichtigt und im – wie man jetzt wohl sagen muss: alten – Hörraum die Epoque Reference genießen dürften. Ich kann wirklich nicht sagen, dass mir damals klanglich etwas gefehlt hätte. Das war auch bei der Beschäftigung mit der Fine im eigenen Arbeitszimmer nicht anders. Fehlen tat es nur am nötigen Kleingeld für die eleganten Schallwandler und die zu ihrem Antrieb zwingend notwendigen, auch an niederohmigen Lasten stabilen Endstufen. An diese dynamische und ganzheitliche Wiedergabe hätte ich mich gerne gewöhnt.

Die Leistung liefern drei Kraftwerke von Analog Domain. Dass der Subwoofer außerhalb der Stereo-Basis aufgestellt wurde, ist nicht zu hören. Die Struktur der Decke ist akustisch sinnvoll, war aber schon der Einrichtung des Studios in diesem Raum vorhanden
Die Leistung liefern drei Kraftwerke von Analog Domain. Dass der Subwoofer außerhalb der Stereo-Basis aufgestellt wurde, ist nicht zu hören. Die Struktur der Decke ist akustisch sinnvoll, war aber schon der Einrichtung des Studios in diesem Raum vorhanden

Oliver Göbel hat sich High End reinsten Wassers verschrieben: Er entwickelt seine Lautsprecher nicht mit dem Gedanken an das Preisschild, das sie einmal tragen werden. Bei seinen größtenteils in Handarbeit gefertigten Lautsprecher- und NF-Kabeln (hier ein Link zu http://www.hifistatement.net/tests/item/1275-goebel-high-end-lacorde-statement-xlr-und-speaker?limitstart=0) bleibt er sich ebenfalls treu und lässt sich bei Materialeinsatz und Aufbau nicht von Kosten, sondern nur von klanglichen Überlegungen leiten. Dass dabei dann letztendlich Preise herauskommen, die sich im aller obersten Teil des Spektrums bewegen, liegt in der Natur der Dinge. Andererseits bekommt der Hifi- und Musik-Freund heute ja dank Computer-Hifi, im besten Wortsinne preiswerten Wandlern und Hi-Res-Dateien für absolut überschaubare Investitionen mehr Musikqualität geboten als je zuvor: Das Angebot ist deutlich breiter geworden.

Im neuen Hörraum findet das Göbelsche Familienwappen dezent in weiß auf weiß an zentraler Stelle seinen Platz
Im neuen Hörraum findet das Göbelsche Familienwappen dezent in weiß auf weiß an zentraler Stelle seinen Platz


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