40 Jahre Dynaudio

08.12.2017 // Dirk Sommer

Das ist nun einer der Gründe dafür, dass Roland Hoffmann mit seinen Gästen, die die Fabrik in Skanderborg besuchen, oft auch einen Abstecher ins Musikhuset macht. Der – in diesem Fall längere – Aufenthalt ist also nicht primär der besonderen Affinität des Autors zu Aufnahmeequipment und -tätigkeit geschuldet. Um es kurz zu machen: Es entwickelte sich ein äußerst spannendes und ausführliches Gespräch, dem Roland Hoffmann und Anders Hede, der uns durch das Musikhuset führte, aber ein bisschen weniger engagiert folgten, als Henrik Winther mir die Pretiosen seiner Mikrofonsammlung inklusive spezieller Anwendungsfälle erläuterte. Abschließend ließ er uns dann in seine aktuelle Arbeit hineinhören, ein großorchestrales Werk eines dänischen Komponisten, das er im ihm wohlvertrauten Symphonischen Saal mit zwei Haupt- und einer Fülle von Stützmikrofonen aufgezeichnet hatte.

Der heutige Eingang zur Firma
Der heutige Eingang zur Firma

Die Dynaudio-Monitore gaben die Einspielung so transparent, luftig und perspektivisch überzeugend wieder, dass ich dann doch noch einmal nachfragte, was diese Aufnahme so famos klingen lasse. Henrik Winther meinte, er habe ganz einfach die beiden Hauptmikros an der richtigen Stelle platziert – wobei die Suche danach in unbekannten Räumen schon mal zwischen fünf Stunden bis mehr als einen Tag dauern könnte – und dann die Verzögerungszeiten für die Stützen exakt ermittelt und eingestellt. Ich bin jetzt schon auf die CD gespannt, die noch in diesem Jahr erscheinen soll. Den Einstieg Dynaudios ins Studio-Geschäft datiert Roland Hoffmann übrigens ins Jahr 1989: Da präsentierte man den Lautsprecher Crafft das erste Mal auf der Tonmeistertagung. Für eine größere Bekanntheit sorgte dann die Kooperation mit Akustik-Guru Andy Munro, der in seinen Installationen Dynaudio-Chassis einsetzte. Dynaudio Professional trägt heute mit zehn bis 15 Prozent zum Umsatz der Firma bei.

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Doch zurück nach Aarhus und zu Anders Hede, den die Visitenkarte als „Head of commercial affairs“ ausweist: Er führte uns zuerst in den Symphonischen Saal. Der ist die Heimstätte des Aarhus Symphonie-Orchesters und genießt den Ruf, Dänemarks bestklingender Konzertsaal zu sein. Er bietet fast 1200 Besuchern Platz und besitzt eine Orgel vom Johannes Klais Orgelbau in Bonn. Die Nachhallzeit lässt sich durch verschiebbare Paneele an den Seitenwänden und die Veränderung der Position der abgehängten Deckenteile zwischen 1,7 und 2,6 Sekunden variieren. Bei manchen Konzerten sei die Akustik sogar für einzelne Stücke verändert worden, erzählt Anders Hede. Dann sehen wir noch den Großen Saal, in dem Dank der sehr tiefen und hohen Bühne auch Theateraufführungen möglich sind und der beinahe 1600 Sitzplätze bietet. Außer dem kleinen Saal für Kammermusik oder intimere Jazzkonzerte gibt es noch die „Rythmic Hall“: Als rhythmisch wird im Dänischen Musik außerhalb von Klassik verstanden die sich eben durch starke rhythmische Elemente auszeichnet wie Rock, Pop oder Jazz. Der Saal kann mit oder ohne Bestuhlung genutzt werden. Es gibt wohl keine Veranstaltung, für die das Musikhuset nicht den passenden Rahmen bieten könnte.


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