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Wie sinnvoll ist die Restauration von Oldtimern?

29.03.2019 // Wolfgang Kemper

Die Restauration hochwertiger, betagter Hifi-Geräte ist ein wichtiger Geschäftsteil von Eternal Arts. Man liest in der Fachpresse Monat für Monat von aktuellen, modernen Geräten und findet diese häufig auch qualitativ eingestuft. Sind HiFI-Oldtimer mit aktuellen Geräten qualitativ vergleichbar, wenn sie überarbeitet wurden?

„Das ist ein ganz wesentlicher Punkt. Wenn sie nicht überarbeitet worden sind, ist es höchst zweifelhaft, dass sie die Qualität einer aktuellen Komponente erreichen. Wenn sie aber restauriert worden sind, und zwar in der Tiefe – das heißt mit den wesentlichen Bauteilen, von denen wir wissen, dass sie altern – neu bestückt sind, dann ist unsere Erfahrung seit über zehn Jahren, dass sie bei jedem Vergleich mit einer modernen Komponente mithalten, sofern wir auf der gleichen Ebene, auf dem gleichen Niveau miteinander vergleichen.“

Die EternalArts eigene Leistungsröhre PCL86 wird nicht nur zur Restauration eingesetzt, sondern findet sich ebenfalls in den eigenen OTL-Komponenten
Die EternalArts eigene Leistungsröhre PCL86 wird nicht nur zur Restauration eingesetzt, sondern findet sich ebenfalls in den eigenen OTL-Komponenten

Welche Art von Geräten sind überhaupt erhaltenswert und restaurierungswürdig?

„Dies sind zunächst einmal die Geräte, zu denen eine persönliche Beziehung besteht und natürlich Komponenten, die auch damals, als sie aktuell waren, hochwertige Geräte waren und im Gebrauchtmarkt heute noch einen sehr hohen Stellenwert besitzen. Es lohnt also bei Geräten mit hoher Qualität und mit den entsprechenden Marken-Namen.“

Das Betreiben eines 110-Volt Gerätes - hier ein Marantz SD-9000 mit den zwei wählbaren Geschwindigkeiten 4,75 cm/sek und 9,5 cm/sek - ist mit einem externen Transformator an 230 Volt kein Problem, wirkt aber keineswegs gediegen
Das Betreiben eines 110-Volt Gerätes - hier ein Marantz SD-9000 mit den zwei wählbaren Geschwindigkeiten 4,75 cm/sek und 9,5 cm/sek - ist mit einem externen Transformator an 230 Volt kein Problem, wirkt aber keineswegs gediegen

Bei EternalArts geht man anders zu Werke, indem man einen Autoformer – hier an der Rückwand montiert – zusätzlich einbaut. Der verlängert die Primärwicklung des Trafos und macht ihn für 230 Volt betriebsbereit
Bei EternalArts geht man anders zu Werke, indem man einen Autoformer – hier an der Rückwand montiert – zusätzlich einbaut. Der verlängert die Primärwicklung des Trafos und macht ihn für 230 Volt betriebsbereit

Fertig eingebaut ist der Autoformer von außen nicht zu sehen, der Marantz SD 9000 ist jetzt ein 230-Volt-Gerät ohne den unschönen Extra-Trafo
Fertig eingebaut ist der Autoformer von außen nicht zu sehen, der Marantz SD 9000 ist jetzt ein 230-Volt-Gerät ohne den unschönen Extra-Trafo

In der Vergangenheit waren die Geräte überwiegend ganz anders ausgestattet als heute. Sehen Sie darin einen Vorteil oder bedeuten die Features klangliche Verluste?

„Klangliche Verluste auf gar keinen Fall. In den meisten Fällen waren, wenn wir uns beispielsweise Klangregel-Netzwerke anschauen, diese überbrückbar. Das heißt, es gab einen Schalter „Defeat“, womit man die Klangregelung ausschalten, also umgehen konnte. Andere Features, die damals üblich waren, sind sehr sinnvoll, wenn man sich heute mit den Quellen wieder befasst, die damals auch die Quellen der Wahl waren, wie Plattenspieler. Es ist bedauerlich, dass diese Features verloren gegangen sind. Auch Klangregel-Netzwerke, zum Beispiel umfangreichere Höhen-, Tiefen- und Mitten-Regelung, haben immerhin den Vorteil, dass man ganz persönlichen Gewohnheiten entsprechen kann, und dass man sich auch sehr weitgehend auf die räumlichen Bedingungen einstellen kann, die schließlich ein ganz wichtiger Bestandteil des Musikhörens sind.“


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