boulevard/23-07-21_chorus
 

Interview mit Chorus Chuang, Silent Angel

21.07.2023 // Roland Dietl

RD: Können Sie uns über die klanglichen Auswirkungen berichten?
CC: Wir haben festgestellt, dass der Switch 8-pro mit der Clock GX nicht so gut klingt, wie ein Switch NX allein. Der NX ist ein großer Schritt nach vorne. Und ein NX mit Clock GX ist noch einmal etwas ganz anderes.
RD: Wo werden Ihre Produkte gefertigt?
CC: Shenzhen
RD: Gibt es Besonderheiten im Fertigungsprozess?
CC: Ja, in unserer Produktionslinie haben wir eigens eine Prüfstation für die Klangqualität. Wir haben dort eine „goldene“ Referenz unseres Switch NX mit dem wir jeden neu gefertigten NX vergleichen. Damit wollen wir sicherstellen, dass die Klangqualität jedes Geräts immer dem entspricht, was wir ursprünglich entworfen haben.
RD: Habe ich das richtig verstanden, dass Sie sich jedes Gerät anhören?
CC: Ja richtig, das machen wir.
RD: Und wie genau können wir uns das vorstellen?
CC: Wir bewerten jedes Gerät nach einem vorher festgelegten Punkte-Schema. Jeder NX hat eine andere Klangqualität, wobei die Unterschiede natürlich sehr klein sind. Wir haben einen Toleranzkorridor für die Produktion, innerhalb dessen sich die Abweichungen bewegen dürfen. Damit kann unsere Produktion jederzeit die Qualität im Auge behalten. Wir sehen uns die Berichte an und können erkennen, wie viele Exemplare sehr gut und wie viele normal sind. Wir werten das statistisch aus und prüfen damit, ob es etwas im Produktionsprozess nicht in Ordnung ist, was messtechnisch nicht erfassbar ist. Wir behalten die Statistik der in der Produktion festgestellten Klangqualität genau im Auge.
Dieser Klang-Check gilt übrigens für jedes unserer Produkte von einem einfacheren Switch 8 bis zum Topmodell NX. Unsere Mitarbeiter hören Abweichungen sofort, gerade weil sie das so oft machen.
RD: Das ist ein wirklich interessantes Konzept, das man nicht oft antrifft!
CC: Vielen Dank.

Die Jitter-Messung am 10-Megahertz-Ausgang 1 zeigt 665fs im Bereich von 1 Kilohertz bis 1 Megahertz
Die Jitter-Messung am 10-Megahertz-Ausgang 1 zeigt 665fs im Bereich von 1 Kilohertz bis 1 Megahertz

RD: Lassen Sie uns noch einmal zur Clock GX zurückkommen. Warum gibt es Ausgänge mit 10 und 25 Megahertz Taktfrequenz?
CC: Die 10-Megahertz-Ausgänge sind für Produkte gedacht, wie dem N8-Pro und zukünftige Produkte aus der unteren Preisschiene, für die wir die 10 Megahertz Taktfrequenz verwenden werden. Für unsere Top-Produkte – und auch da werden noch mehr kommen – benutzen wir 25 Megahertz. Unser Konzept ist, dass wenn ein Chip 25 Megahertz Taktfrequenz benötigt, dieser dann auch mit 25 Megahertz versorgt wird, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.
RD: Kann die Clock GX auch mit Geräten von Drittanbietern verwendet werden?
CC: Ja selbstverständlich, auch dafür sind natürlich die 10-Megahertz-Ausgänge da, um andere Top-Produkte auf dem Markt, die üblicherweise 10-Megahertz-Eingängen besitzen, mit einem hochwertigen Clock-Signal zu versorgen.
RD: Haben Sie das konkret ausprobiert?
CC: Wir haben das mit Produkten von Aurender und den Esoteric SACD-Playern K-03 und K-05 getestet.
RD: … und konnten Sie Verbesserungen hören?
CC (lächelt): Ja natürlich, aber das können Sie jederzeit gerne selbst mit geeigneten Geräten probieren.

Die Jitter-Messung am 25 Megahertz Ausgang 1 zeigt 587fs im Bereich von 1 Megahertz bis 1 Megahertz
Die Jitter-Messung am 25 Megahertz Ausgang 1 zeigt 587fs im Bereich von 1 Megahertz bis 1 Megahertz

RD: Was wird die Clock in Deutschland kosten?
CC: Der Preis für die Clock beträgt 3.300 Euro und für den Switch 3.500 Euro.
RD: Ich frage deshalb explizit danach, weil Sie vorhin gesagt haben, dass der Preis deutlich niedriger ist als für andere Clocks.
CC: Ja, es gibt Clocks am Markt, die 8.000 Euro kosten. Im Vergleich dazu ist unsere GX recht erschwinglich. Die Soulnote Clock beispielsweise hat lediglich einen Ausgang und kostet um die 5.000 Euro, verfolgt aber einen anderen Ansatz, was das Netzteil, das Gehäuse und natürlich den Klang betrifft. Für die 3.000-Euro-Preisklasse glauben wir, ist unsere Clock GX sehr interessant.
RD: Höre ich da heraus, dass Sie die Soulnote Clock mit der GX verglichen haben?
Chorus Chuang: Ja, wir haben das miteinander verglichen. Dabei haben wir festgestellt, dass der Soulnote-Taktgenerator besser für einen DAC geeignet ist. Unsere Clock ist dagegen besser geeignet für Geräte in einer Netzwerkumgebung, wie Netzwerk-Player, Switches und ähnliches. Ich denke das liegt an der unterschiedlichen Charakteristik unserer Clock.
RD: Was macht den Unterschied? Ist es vielleicht das Phasenrauschen?
Chorus Chuang: Ich denke, es liegt an der Signalform. Wir benutzen bei unserer Clock ein Rechteck-Signal, während Soulnote ein Sinus-Signal benutzt. Für Netzwerk-Produkte ist meiner Meinung nach ein Rechtecksignal besser geeignet. In der gesamten Netzwerktechnik werden Clock-Signale in Rechteck-Form verwendet. Das ist ein bisschen unterschiedlich zu reinen Audio-Produkten. Wir machen Netzwerk-Produkte in der Audio-Industrie!
RD: Das ist ein schönes Schlusswort - vielen Dank für das Gespräch!
Chorus Chuang: Danke schön. Ich werde Ihnen noch die Jitter-Messergebnisse für die verschiedenen Clock-Ausgänge nachreichen.


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