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Interview mit Monsieur Delétraz aka darTZeel – Teil 1

26.07.2024 // Dirk Sommer, Birgit Hammer (Fotos)

Schon vor der High End hatte ich einen Test von darTZeels Vor/End-Verstärker-Kombination NHB-18S und NHB-108 geplant. Im Ausstellungsraum frage ich dann den Firmengründer Hervé Delétraz nach technischen Details seiner Kreationen. Er schlug vor, sich am Firmensitz und in seinem privaten Hörraum in der Nähe von Genf ausführlich darüber zu unterhalten.

In der ersten Juli-Hälfte war es dann soweit: Wir besuchten darTZeel in Plan-les-Ouates. Die Firma residiert dort in Räumen eines großzügigen Gebäudekomplexes einer Stiftung, deren Mitarbeiter auch Teile der Fertigung für die High-End-Schmiede übernehmen. Aber mehr darüber erfahren Sie von Hervé Delétraz direkt, der sich im folgenden Interview als erfreulich offen und auskunftsfreudig zeigte – egal, ob es um konstruktive Lösungen seiner Elektronik oder Details seiner Vita ging. Ich finde seine Ausführungen so spannend, dass ich mich entschlossen habe, Sie Ihnen so gut wie unbearbeitet und ungekürzt – allerdings ins Deutsche übersetzt – zu präsentieren, aufgrund ihres Umfangs jedoch in zwei Teilen. Doch bevor wir mit dem ersten beginnen, sollten Sie noch erfahren, dass der Firmenname darTZeel ein Kunstwort ist, das Hervé Delétraz aus den Buchstaben seines Nachnamens zusammengesetzt hat, ein Anagramm. Besser lässt sich die Verbundenheit des Entwicklers mit seinem Produkt wohl nicht dokumentieren.

Der Blick in den noch nicht ganz fertigen Hörraum in der Firma
Der Blick in den noch nicht ganz fertigen Hörraum in der Firma

Dirk Sommer: Hervé, wie bist Du zu HiFi gekommen? Normalerweise sagt fast kein Firmeninhaber oder Entwickler, dass er geplant habe, in der HiFi-Branche zu arbeiten. Sie kamen mehr oder weniger zufällig dorthin. Wie ist Deine Geschichte?
Hervé Delétraz: Ich bin 1962 geboren. Mitte der 70er Jahre hatte man nicht viele Freizeitbeschäftigungen, nur Musik, Kino, kein Telefon, kein Internet, was auch immer. Also habe ich gerne Musik gespielt. Angefangen habe ich mit dem Radiohören. Meine Eltern hatten ein Philips-Röhrenradio mit einem alten Plattenspieler, und ich hörte anfangs keine Musik, sondern Geschichten auf Vinyl. Es waren Geschichten wie Märchen oder so. Das hat mir gefallen. Und eines Tages beschloss ich, das Radio, das sich in einer Truhe befand, auszubauen. Also nahm ich es heraus und stellte es in mein Schlafzimmer, wo ich anfing, Radio zu hören. Damals gab es die Langwellensender wie France Inter und Europe 1. In der Nacht gab es Sendungen mit sehr schöner Musik. Und sie sprachen über die Musik und die Musiker, und sie sprachen schon damals über Jazz. Aber ich mochte es nicht so sehr, weil es neu für mich war. Aber ich habe mich daran gewöhnt, diese Musik zu hören.

Der Firmenchef ist bekennender Klipsch-Fan. Hinter ihm eines der auf 75 Paare limitierten Jubilee 75th Anniversary Edition. Ich habe nie zuvor ein so unverfärbt spielendes Klipsch-Horn-System gehört. Wirklich beeindruckend
Der Firmenchef ist bekennender Klipsch-Fan. Hinter ihm eines der auf 75 Paare limitierten Jubilee 75th Anniversary Edition. Ich habe nie zuvor ein so unverfärbt spielendes Klipsch-Horn-System gehört. Wirklich beeindruckend


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