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Erlkönig: Audioquest XTRM

10.10.2025 // Dirk Sommer

Schon während der High End im Mai hatte Audioquest-Chef Bill Low Roland Dietl und mir von einem Durchbruch in Sachen Metallurgie berichtet, der es ermögliche, besser klingende Kabel ein wenig erschwinglicher anzubieten. Beim Besuch von Marketing Director Rob Hay und Sales Manager Thijs Helwegen hatte ich die Gelegenheit, erste Testmuster zu hören.

Audioquest ist ja nicht gerade bekannt dafür, viel Geld zu investieren, um Kunden mit besonders aufwendigen Verpackungen und stylishem Design der Kabel zu beeindrucken: Da investiert man lieber in hochwertige Leitermaterialien. Die drei Strippen für einen ersten Höreindruck, die Rob Hay mit nach Gröbenzell gebracht hatte, waren allerdings an Schlichtheit nicht zu überbieten: Die S/PDIF-Kabel bestanden aus Cinch- respektive BNC-Steckern ohne Abdeckung, die mit einem unter einem Kunststoffschlauch verborgenen Signalleiter und einem außen geführten Massekabel verbunden waren. Der Grund dafür: Das waren die Original-Arbeitsmuster von Garth Powell, den Bill Low zur Entwicklung der Audioquest Produkte für die Stromaufbereitung engagiert hatte und der inzwischen unter anderem bei den Lautsprecherkabeln der „Mythical Creatures“-Serien die ZERO-Technologie, die einen Wellenwiderstand von null garantieren soll, sowie auch die Ground-Noise-Dissipation-Technologie etabliert hat. Bevor ich Garth Powells schriftliche Erläuterungen zu den neuen Leitern zitiere, möchte ich ihnen gern kurz meine Erfahrungen damit schildern.

Die drei recht rudimentär aufgebauten Testmuster
Die drei recht rudimentär aufgebauten Testmuster

Rob Hay konnte Garth Powell lediglich dazu bewegen, ihm seine Muster für eine kurze Zeit zu überlassen, und auch nur die, die zwischen S/PDIF-Schnittstellen eingesetzt werden. Diese konnte ich in meiner üblichen digitalen Wiedergabekette allerdings nicht ausprobieren, da zwischen M-Scaler und DAVE wegen der hohen Abtastrate zwei von ihnen benötigt werden und zwar solche, bei der Stecker und Leiter eine möglichst exakte Einhaltung des Wellenwiderstandes von 75 Ohm garantieren. Also verband ich für den Test den koaxialen Ausgang des Aries G2.2 mit dem entsprechenden Eingang des Mytek Brooklyn. Zum ersten Kabel, das diese Aufgabe übernahm, gab Thijs Helwegen keine Informationen. Erst nachdem wir eines meiner Teststücke zweimal gehört hatten und überrascht waren, wie gut die Kette mit den Brooklyn auch ohne M-Scaler und DAVE klang, verriet er, dass hier ein Leiter aus Perfect Surface Silver die Daten übertragen hatte. Hochreinen Silberdraht mit polierter Oberfläche, das bisher beste Leitermaterial im Portfolio, setzt Audioquest üblicherweise in seinen Top-Kabeln wie dem Dragon ein.

Auf einer Seite des Kabels musste ein Cinch-auf-BNC-Adapter verwendet werden. Der änderte nichts daran, dass die Unterschiede zwischen den verschiedenen Leitern deutlich auszumachen waren
Auf einer Seite des Kabels musste ein Cinch-auf-BNC-Adapter verwendet werden. Der änderte nichts daran, dass die Unterschiede zwischen den verschiedenen Leitern deutlich auszumachen waren


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