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Erlkönig: Audioquest XTRM

10.10.2025 // Dirk Sommer

Das zweite Testmuster brachte dann einen enormen klanglichen Zugewinn: Der Raum wirkte ein gutes Stück größer, die Wiedergabe war rhythmisch spannender, und das gesamte musikalische Geschehen fand vor einem schwärzeren Hintergrund statt. Die Unterschiede waren keine Marginalien, sondern überraschend deutlich. Den Leiter, der hier zum Einsatz kam, bezeichneten die beiden Audioquest Mitarbeiter als „Copper plated Copper“. Eine weitere Verbesserung in allen genannten Disziplinen brachte dann das dritte Kabel, wobei der Zugewinn zwar auch eindeutig klar war, allerdings nicht so groß wie der zwischen dem ersten und zweiten Muster. Bei Kabel Numero drei bestand der Draht aus „Silver plated Silver“. Schade nur, dass die Testmuster nun schon längst wieder zurück in de USA sind und die ersten Kabel mit der neuen Technologie frühesten in drei, realistischerweise aber eher in fünf Monaten verfügbar sein werden. Versprochen, dass wir am Ball bleiben werden.

Wegen der vorgegebenen Anschlüsse der Testmuster mussten M-Scaler und DAVE pausieren. Der Mytek Brooklyn vertrat sie angemessen
Wegen der vorgegebenen Anschlüsse der Testmuster mussten M-Scaler und DAVE pausieren. Der Mytek Brooklyn vertrat sie angemessen

Garth Powell, der auch im Interview im Zusammenhang mit Audioquests Netzaufbereitungstechnik schon bereitwillig über seine musikalischen Aktivitäten und seine Entwicklungen Auskunft gegeben hatte, schrieb in einer Email zum neuen Leitermaterial übersetzt und leicht gekürzt: „Was den Leiter betrifft, ging ich wie viele andere davon aus, dass es bei einem gegebenen optimalen Leiterdurchmesser einfach auf den geringsten Widerstand bei allen relevanten Frequenzen ankommt. Dazu gehören auch Radiofrequenzen, selbst bei Audio- und Stromkabeln, da die Rauschdissipation mindestens genauso wichtig ist wie die primären Signalfrequenzen des Kabels. Für die meisten Designs sind Kupfer und Silber die ideale Wahl, in einigen Fällen auch versilbertes Kupfer. Dies sind sicherlich keine umstrittenen Ideen, da sie bereits Jahrzehnte vor der Prägung des Begriffs „audiophil” allgemein anerkannt waren.

Garth Powell bei seinem Besuch in Gröbenzell vor einigen Jahren
Garth Powell bei seinem Besuch in Gröbenzell vor einigen Jahren

Das nächste Anliegen der Hersteller, die an der Weiterentwicklung der Leiterwissenschaft interessiert waren, war das Streben nach sauerstofffreier und hochreiner Verarbeitung. Seit über 45 Jahren, von OFC bis Monokristall und darüber hinaus, war das Hauptanliegen vor allem das Streben nach Metallreinheit: der „9-er-Kampf” oder wie viele Neunen hinter dem Komma das Metall hat, wenn es in einem zertifizierten Labor ordnungsgemäß gemessen wird. Im Zusammenhang mit Hochleistungs-Audio scheint jeder mögliche Unterschied von Bedeutung zu sein und/oder eine gewisse Wirkung zu haben. Daher erlebten diejenigen, die über vier Neunen (4N – 99,99 % rein) hinaus auf sechs Neunen (6N – 99,9999 %) gingen, (unter sonst gleichen Bedingungen) eine überlegene Leistung.


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