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Live im A-Trane: Rikard From

14.11.2025 // Achim Schneider

Rikard From stammt aus dem schwedischen Umeå. Das liegt im Nordosten des Landes und ist rund 650 Kilometer von Stockholm entfernt. Hier in Umeå – die Stadt wird auch als Kulturhauptstadt Nordschwedens bezeichnet – ist er aufgewachsen und hier lebt er auch heute mit seiner Frau Åsa und Tochter Nea. Seine ersten Berührungen mit dem Klavier hatte er im Kindergarten. „Es gab dort ein Klavier, auf dem habe ich als kleiner Junge angefangen zu spielen.“ Die Lehrer erzählten den Eltern von Rikards Interesse an der Musik und die kauften ihm daraufhin eine elektrische Orgel. „Ich habe sogar Unterricht bekommen und gelernt, Noten zu lesen. Aber das meiste habe ich mir selbst beigebracht. Ich habe einfach meinen Ohren vertraut und das hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin.“

Inzwischen hat der 53-Jährige Do-it-Yourself-Musiker bereits ein große Fangemeinde bei Spotify. Seine Mischung aus Jazz-, Pop- und Singer/Songwriter-Musik, die er in seinem Homestudio komponiert, aufnimmt und produziert, wird jeden Monat von mehr als 360.000 Hörern angeklickt. Seitdem er sein erstes Album „Piano“ 2017 veröffentlicht hat, wurde seine Musik mehr als 60 Millionen-mal gestreamt. Auch auf Youtube ist er mit rund 140 Millionen Klicks sehr erfolgreich. Seine Songs landen regelmäßig in den Spotify-Playlisten, die Single „It’s an upright thing“ wurde sogar zum Hit in der BBC-TV-Serie „Magpie Murders“ und das Album „The Sun of June“ ist sein bisher erfolgreichstes. „Bei dem Album habe ich bis auf das „echte“ Schlagzeug alle Instrumente selbst gespielt“, sagt der DIY-Musiker stolz.

Eigentlich hat Rikard From lange Zeit keine Ambitionen für eine Musikerkarriere gehabt. Warum? Er ist von Haus aus Techniker und verdient sein Geld mit dem Reparieren von Waschmaschinen – „Ich bin großer Fan der Marke Miele“ – in städtischen Wohnanlagen. Er kann sich nicht vorstellen, seinen Lebensunterhalt mit der Musik zu verdienen. „Ich schätze die Sicherheit, die mir ein fester Job bietet“, verrät er. Indes: Ganz abgeneigt, seine Musik vor Publikum live zu präsentieren, ist er nach der geglückten Premiere im Berliner Jazzclub nicht. „Wenn ich Gigs in Europa machen kann, könnte ich meine Zukunftspläne vielleicht noch ändern.“

Rikard From und Dirk Sommer beim Plausch über das Analog-Equipment
Rikard From und Dirk Sommer beim Plausch über das Analog-Equipment

Vielleicht hat seine neue Zukunft gerade im A-Trane begonnen. Wenn es nach Dirk Mahlstedt geht, dürfte es gern so sein. Der erfahrene Musikmanager, der 20 Jahre als General Manager bei Edel:Kultur verantwortlich war und 2016 seine eigene Agentur Künstlerhafen gründete – er managt unter anderem DEPHAZZ –, war beim Stöbern auf Streamingportalen im Internet auf den schwedischen Pianisten und seine Musik gestoßen. „Ich habe gar nicht verstanden, dass Rikard auf den Streamingkanälen so viele Fans hat, aber in der Musikwelt relativ unbekannt ist. Mich hat seine Musik sofort gefangen.“ Mahlstedt bedauert, dass er Rikard From erst 2024 entdeckt hat. „Ich habe noch nie solch einen einzigartig klingenden Pianisten in der neoklassischen Szene gehört, der zudem die Gabe besitzt, die Hörgewohnheiten dieses Genres zu durchbrechen.“ Froms neunminütige Komposition „For ever so long“ haben Mahlstedt und seine Mitstreiter von Klangspot Recordings sogar dazu inspiriert, das neue Label „Nu Jazzical“ ins Leben zu rufen. Dirk Mahlstedt hat nicht nur Rikard Froms Auftritt im A-Trane eingefädelt, sondern auch gemeinsam mit Dirk Sommer und Birgit Hammer-Sommer das Projekt AAA – also eine komplett analoge Aufnahme des Konzerts – auf den Weg gebracht und realisiert.


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