Damit WaveForming nicht nur eine leere Marketinghülse bleibt, möchte ich Ihnen die physikalische Grundlage gerne in eigenen Worten näherbringen. Im Gegensatz zu manch anderen „Technologien“ basiert WaveForming nämlich auf handfester, effektiver Physik. Modernem Bassmanagement wie Trinnovs WaveForming liegen zwei Kernprinzipien zu Grunde. Die Kontrolle von Raummoden, respektive Reflexionen und die Formung der Wellenfront. In Kombination ein mächtiges Akustikwerkzeug. In Sachen Raummoden sind die meisten Leser, so denke ich, gut informiert. Lassen sie mich trotzdem noch einmal zusammenfassen. Die Ausbreitung von Schall lässt sich am besten über eine Cosinuswelle veranschaulichen. Direkt am Lautsprecher ist der Schalldruck maximal und die Welle somit ebenfalls maximal positiv. Im Freifeld –wenn keine Reflexionen vorhanden sind, beispielsweise draußen auf einer weiten, freien Fläche – kann sich die Welle ungestört ausbreiten. In unseren Hörräumen allerdings, trifft sie unweigerlich auf eine Wand. An dieser wird sie zur gegenüberliegenden Wand reflektiert, von dort wieder zurück. Das geht so lange weiter, bis die Energie der Schallwelle komplett von den Wänden transmittiert und absorbiert, also in Wärme umgewandelt wurde. So entsteht die charakteristische, frequenzabhängige Nachhallzeit eines Raums: RT60. Sie beschreibt, wie lange es dauert, bis ein Schallereignis um 60 Dezibel abgefallen ist. RT30, RT20 oder RT15 sind vergleichbar, aber nicht pauschal dasselbe wie RT60. Das würde hier aber zu weit führen. Markus erklärt Ihnen sicherlich gerne den Unterschied. Meist werden die Werte für die Nachhallzeit bei Frequenzen in Oktavabstand (also einer Verdopplung respektive Halbierung von einer Frequenz zur nächsten) angegeben. Üblich sind 125, 250, 500, 1.000, 2.000, 4.000 und 8.000 Hertz. Anhand der Nachhallzeit lässt sich folglich ablesen wie „trocken“ ein Raum klingt.

Wenn ganzzahlige Vielfache der halben Wellenlänge einer Frequenz genau einer Raumdimension entsprechen, entsteht eine stehende Welle, auch Eigenfrequenz oder Raummode genannt. Passt beispielsweise eine halbe Wellenlänge genau in die längste Raumdimension, wird sie von beiden Wänden gleichphasig reflektiert und überlagert sich perfekt. Es entsteht die tiefste Eigenfrequenz des Raumes. An beiden Wänden herrscht ein Schalldruckmaximum, in der Mitte zwischen den beiden Wänden ein Minimum, respektive Stille. Stimmt die einfache Wellenlänge genau mit dem Wandabstand überein, entstehen Maxima an den Wänden und in der Mitte zwischen beiden Wänden. Zwischen den Maxima entstehen wiederum Minima. Bei Frequenzvielfachen werden die Muster aus Überhöhungen und Auslöschungen komplexer, außerdem bilden sich in jeder Raumdimension verschiedenste Moden. Möchten Sie dies für ihren Hörraum nachrechen, finden sich im Internet unter dem Stichwort Raummodenrechner tolle Werkzeuge. Im Bereich tiefer Frequenzen bis ungefähr 300 Hertz treten Raummoden in recht weiten Frequenzabständen und besonders starker Intensität auf, weshalb sie dort, je nachdem wo im Wellenberg oder -tal man gerade sitzt, besonders störend als Dröhnen oder „Basslöcher“ wahrgenommen werden. Bei höheren Frequenzen treten viele Eigenfrequenzen eng beieinanderliegend auf und werden deshalb nicht mehr individuell als störend wahrgenommen.

Das Reflexionsverhalten im hohen Frequenzbereich ist extrem komplex, jedoch gut durch raumakustische Maßnahmen zu kontrollieren. Auch für tiefe Frequenzen ist das durchaus möglich, nur benötigt man sehr viel Absorberfläche oder viele spezifisch abgestimmte Platten- oder Helmholtzresonatoren. Deshalb wird Raummoden im Bassbereich oft mit einem klassischem (Double-)Bass-Array begegnet. Meist zwei Subwoofer an der Frontwand stehen zwei Subwoofern an der Rückwand gegenüber. Indem die Subwoofer an der Rückwand, genau dann, wenn das Signal der Frontsubwoofer die Rückwand erreicht, das gleiche Signal 180° phasengedreht ausgeben, addiert sich dieses zu dem von der Wand reflektierten Signal des vorderen Subwoofers und löscht es nahezu vollständig aus. Geht man von einer hundertprozentigen Auslöschung (was in der Praxis wohl nie ganz erreicht werden kann) aus, wandert das Nutzsignal nur einmal durch den Raum und wird nie reflektiert. Eine stehende Welle kann so theoretisch komplett beseitigt werden. Folglich wird auch die Nachhallzeit der Frequenz kürzer. Auf dieser Grundlage basiert auch Trinnovs WaveForming, geht jedoch noch einen entscheidenden Schritt weiter.