boulevard/26-01-23_wierl
 

Ein Besuch bei „Audio Freak“ Markus Wierl

23.01.2026 // Finn Corvin Gallowsky

Damit WaveForming nicht nur eine leere Marketinghülse bleibt, möchte ich Ihnen die physikalische Grundlage gerne in eigenen Worten näherbringen. Im Gegensatz zu manch anderen „Technologien“ basiert WaveForming nämlich auf handfester, effektiver Physik. Modernem Bassmanagement wie Trinnovs WaveForming liegen zwei Kernprinzipien zu Grunde. Die Kontrolle von Raummoden, respektive Reflexionen und die Formung der Wellenfront. In Kombination ein mächtiges Akustikwerkzeug. In Sachen Raummoden sind die meisten Leser, so denke ich, gut informiert. Lassen sie mich trotzdem noch einmal zusammenfassen. Die Ausbreitung von Schall lässt sich am besten über eine Cosinuswelle veranschaulichen. Direkt am Lautsprecher ist der Schalldruck maximal und die Welle somit ebenfalls maximal positiv. Im Freifeld –wenn keine Reflexionen vorhanden sind, beispielsweise draußen auf einer weiten, freien Fläche – kann sich die Welle ungestört ausbreiten. In unseren Hörräumen allerdings, trifft sie unweigerlich auf eine Wand. An dieser wird sie zur gegenüberliegenden Wand reflektiert, von dort wieder zurück. Das geht so lange weiter, bis die Energie der Schallwelle komplett von den Wänden transmittiert und absorbiert, also in Wärme umgewandelt wurde. So entsteht die charakteristische, frequenzabhängige Nachhallzeit eines Raums: RT60. Sie beschreibt, wie lange es dauert, bis ein Schallereignis um 60 Dezibel abgefallen ist. RT30, RT20 oder RT15 sind vergleichbar, aber nicht pauschal dasselbe wie RT60. Das würde hier aber zu weit führen. Markus erklärt Ihnen sicherlich gerne den Unterschied. Meist werden die Werte für die Nachhallzeit bei Frequenzen in Oktavabstand (also einer Verdopplung respektive Halbierung von einer Frequenz zur nächsten) angegeben. Üblich sind 125, 250, 500, 1.000, 2.000, 4.000 und 8.000 Hertz. Anhand der Nachhallzeit lässt sich folglich ablesen wie „trocken“ ein Raum klingt.

Die Subwoofer sind Sonderanfertigung von meroVinger mit BMS 18N862 Treibern und kosten 2.000 Euro, für die Verstärkung sorgen MeroVinger Multi-Sub 4 Endstufen (1.000 Watt pro Kanal an 4 und 8 Ohm – 3.400 Euro)
Die Subwoofer sind Sonderanfertigung von meroVinger mit BMS 18N862 Treibern und kosten 2.000 Euro, für die Verstärkung sorgen MeroVinger Multi-Sub 4 Endstufen (1.000 Watt pro Kanal an 4 und 8 Ohm – 3.400 Euro)

Wenn ganzzahlige Vielfache der halben Wellenlänge einer Frequenz genau einer Raumdimension entsprechen, entsteht eine stehende Welle, auch Eigenfrequenz oder Raummode genannt. Passt beispielsweise eine halbe Wellenlänge genau in die längste Raumdimension, wird sie von beiden Wänden gleichphasig reflektiert und überlagert sich perfekt. Es entsteht die tiefste Eigenfrequenz des Raumes. An beiden Wänden herrscht ein Schalldruckmaximum, in der Mitte zwischen den beiden Wänden ein Minimum, respektive Stille. Stimmt die einfache Wellenlänge genau mit dem Wandabstand überein, entstehen Maxima an den Wänden und in der Mitte zwischen beiden Wänden. Zwischen den Maxima entstehen wiederum Minima. Bei Frequenzvielfachen werden die Muster aus Überhöhungen und Auslöschungen komplexer, außerdem bilden sich in jeder Raumdimension verschiedenste Moden. Möchten Sie dies für ihren Hörraum nachrechen, finden sich im Internet unter dem Stichwort Raummodenrechner tolle Werkzeuge. Im Bereich tiefer Frequenzen bis ungefähr 300 Hertz treten Raummoden in recht weiten Frequenzabständen und besonders starker Intensität auf, weshalb sie dort, je nachdem wo im Wellenberg oder -tal man gerade sitzt, besonders störend als Dröhnen oder „Basslöcher“ wahrgenommen werden. Bei höheren Frequenzen treten viele Eigenfrequenzen eng beieinanderliegend auf und werden deshalb nicht mehr individuell als störend wahrgenommen.

Hier sieht man den Frequenzgang im Bassbereich an verschiedenen Messpositionen um den Haupthörplatz, nach der Einmessung. Die Abweichungen sind für solch tiefe Frequenzen enorm klein
Hier sieht man den Frequenzgang im Bassbereich an verschiedenen Messpositionen um den Haupthörplatz, nach der Einmessung. Die Abweichungen sind für solch tiefe Frequenzen enorm klein

Das Reflexionsverhalten im hohen Frequenzbereich ist extrem komplex, jedoch gut durch raumakustische Maßnahmen zu kontrollieren. Auch für tiefe Frequenzen ist das durchaus möglich, nur benötigt man sehr viel Absorberfläche oder viele spezifisch abgestimmte Platten- oder Helmholtzresonatoren. Deshalb wird Raummoden im Bassbereich oft mit einem klassischem (Double-)Bass-Array begegnet. Meist zwei Subwoofer an der Frontwand stehen zwei Subwoofern an der Rückwand gegenüber. Indem die Subwoofer an der Rückwand, genau dann, wenn das Signal der Frontsubwoofer die Rückwand erreicht, das gleiche Signal 180° phasengedreht ausgeben, addiert sich dieses zu dem von der Wand reflektierten Signal des vorderen Subwoofers und löscht es nahezu vollständig aus. Geht man von einer hundertprozentigen Auslöschung (was in der Praxis wohl nie ganz erreicht werden kann) aus, wandert das Nutzsignal nur einmal durch den Raum und wird nie reflektiert. Eine stehende Welle kann so theoretisch komplett beseitigt werden. Folglich wird auch die Nachhallzeit der Frequenz kürzer. Auf dieser Grundlage basiert auch Trinnovs WaveForming, geht jedoch noch einen entscheidenden Schritt weiter.


  • hifistatement.net intern – Teil 9

    Wider Erwarten habe ich die Selbstdarstellungen der Kollegen mit viel Freude gelesen, da ich noch einiges Neues erfahren konnte. Selbst wenn man sich schon lange kennt, hat man vielleicht nie darüber gesprochen, wie man zu unseren Hobby gekommen ist. Doch mit meinem Text beschließen wir die Reihe. Ab sofort geht’s mit Tests weiter. Versprochen. Ich beschäftigte mich schon während der Schulzeit mit simplen Radio- und Lautsprecherbasteleien und, sobald es die Finanzen erlaubten, mit richtigem HiFi.…
    07.01.2026
  • hifistatement.net intern – Teil 8

    Wenn es um Fotos in hifistatement.net geht, und zwar meist um solche von Messen, Firmenbesuchen oder Aktivitäten im Hörraum, taucht oft ein anderer Name auf als der von Helmut Baumgartner: Birgit Hammer. Meine Gattin macht aber nicht nur Aufnahmen für's Magazin, sondern erledigt auch organisatorische Aufgaben und betreut unseren Instagram-Auftritt. Ein Leben ohne Musik ist für mich nicht vorstellbar. Schon als Kind war Musik für mich enorm wichtig, zuerst beim Zuhören, wenn meine Mutter beispielsweise…
    05.01.2026
  • hifistatement.net intern – Teil 7

    In dieser Folge sehen Sie das Gesicht hinter dem Gesicht von hifistatement.net: Letzteres wird geprägt von Helmut Baumgartners Fotografie. Viele, selbst gedruckte Hifi-Magazine verwenden inzwischen Herstellerfotos oder gar KI-generierte Bilder. Wir setzen auch in Zukunft auf Helmut Baumgartners informative Ästhetik – und sein enormes Fachwissen. Manchmal hat man eine Idee und äußert sie, ohne darüber nachzudenken, welche Konsequenzen sich daraus für einen selbst ergeben. Aber eigentlich hätte ich es ja ahnen können, denn schließlich bin…
    02.01.2026
  • hifistatement.net intern – Teil 6

    Auch bevor Roland Dietl zum Team stieß, berichteten wir über – wie es damals hieß – Computer-Hifi. Aber sein Einstieg steigerte die digitale Kompetenz der Redaktion merklich – und nicht nur diese: Wenn er etwa mit Chord Electronics Digital-Spezialist Rob Watts über R. R. Cordells „Nested Feedback Loops“ spricht, gehe ich schon mal einen Tee kochen… „Time is flying by!“ Seit mittlerweile zehn Jahren schreibe ich nun schon in loser Folge mit viel Begeisterung für…
    31.12.2025
  • hifistatement.net intern – Teil 5

    Ohne einen kompetenten Röhrenspezialisten ist die Redaktion eines Hifi-Magazins nicht komplett. Wir haben zum Glück Carsten Bussler, den Sie im Folgenden ein wenig näher kennenlernen können. In den letzten Jahren erweiterte er seinen Themenbereich über reine Röhrengeräte hinaus. Artikel über Streamer sollten Sie von ihm jedoch nicht erwarten. Als Maschinenbauingenieur hatte ich von je her Probleme, Dinge zu verstehen, auf die man nicht mit dem Hammer hauen kann. Das sagte mir mein Elektrotechnik-Professor während des…
    29.12.2025
  • hifistatement.net intern – Teil 4

    Heute stellt sich Thomas Heinemann vor. Auch wenn er erst in diesem Jahr zum Team kam, konnten Sie schon drei seiner Artikel lesen, in denen er sich mit ausgesprochenen Wunschthemen beschäftigte. Das klingt zwar gut, birgt aber die Gefahr, dass man sich vom Testobjekt – oder einem größeren Modell desselben Herstellers – nicht mehr trennen möchte… Mein Name ist Thomas Heinemann und ja, wir kennen uns bereits. Sie und ich, wir teilen dieselbe Leidenschaft für…
    26.12.2025

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.