Auf einem Sideboard in John Franks Zimmer liegt eine Reihe von Platinen, eine weitere auf seinem Schreibtisch. Sie ist von einigen wenigen Messgeräten, einer kleinen Sammlung von Bauteilen und einer Lötstation umgeben. Gegenüber einem Sessel stehen zwei Kerr-Acoustic-Regallautsprecher auf Ständern. Die teils bodentiefen Fenster mit dem Ausblick mit auf den Medway und die darauf dümpelnden Freizeit-Schiffe wecken dennoch eher Assoziationen an Urlaub als an eine Werkstatt. Die neuen Büros im Maschinenhaus dürften recht begehrte Arbeitsplätze sein. Nicht weniger angenehm lässt sich Zeit auf der Terrasse verbringen. Und das tun John Franks, Doug Graham, Thomas Heckel und ich bei einem zweiten Morgenkaffee. Ersterer erzählt einige der hier schon geschildert Fakten zum neuen Gebäude und zeigt auch eine Zeichnung, auf der zu sehen ist, dass früher ein recht hoher Schornstein Teil des Gebäudes war. Beim Umbau seien auf der Fläche Toiletten eingerichtet worden.

Er erzählt, dass ihm Rob Watts bei einer ihrer frühen Begegnungen eine große Platine mit einigen FPGAs präsentiert habe. Diese seien damals ausgesprochen kostspielig gewesen. Dennoch konnte Rob Watt ihn von seinem Design für den D/A-Wandler ohne die üblichen Chip-Sätze überzeugen. In der Folge wurde die Platine verkleinert, was nicht nur die Herstellung erleichterte, sondern auch dem Klang zugute kam: Der DAC 64 begründete Chord Electronics' Ruf als Digital-Spezialist. Rob Watts Projekte erforderten eine ausgesprochene lange Entwicklungszeit, das Ergebnis seien jedoch in jedem Falle bahnbrechende neue Technologien.

Auf die Frage, ob er sich vorrangig mit dem Design der Chord Electronics Produkt beschäftigte, antwortete John Franks, dass das für ihn nur ein Nebenschauplatz sei, er habe vielmehr seit der Covid-Pandemie zwölf neue Schaltungen erdacht und zur Serienreife gebracht. Momentan beschäftige er sich intensiv mit vertikalen MOSFETs. So seien einige Galliumnitrid-Halbleiter auch schon in einigen seiner Verstärker zu finden seien. Doch einige Entwicklungen seien nicht im Geringsten produktbezogen, er mache sie nur wegen seines Interesses an Schaltungen. So etwas mache ihm eben Spaß. Selbst wenn er dann eigentlich zu viel Zeit in der Firma verbringt: Er mag, was er tut.
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