Kron Vollverstärker VA 830

01.08.2014 // Jürgen Saile

Ungewöhnlich: die Anpassung an die Impedanz des Lautsprechers wird über die Position der Schlitzschrauben definiert. Vier oder acht Ohm sind einstellbar. Wie das geht, ist in der Bedienungsanleitung genau beschrieben
Ungewöhnlich: die Anpassung an die Impedanz des Lautsprechers wird über die Position der Schlitzschrauben definiert. Vier oder acht Ohm sind einstellbar. Wie das geht, ist in der Bedienungsanleitung genau beschrieben

Mitgeliefert wird eine Infrarotfernsteuerung, mit der man die Eingänge via Reed-Relais anwählen, sowie die Lautstärke regulieren kann. Zudem lässt sich auf diesem Wege das Gerät in den Standby-Modus versetzen, wobei die Transistoren unter Spannung bleiben, die Röhren aber abgeschaltet werden. Der eigentliche Netzschalter befindet sich auf der Rückseite. Wenn die Aufwärmphase beendet ist, leuchtet eine LED am Lautstärkeregler auf, die auch zugleich die Lautstärkeeinstellung anzeigt. Allerdings merkt sich der Verstärker nicht, welcher Eingang zuletzt belegt war, er schaltet nach dem Einschalten automatisch immer auf Eingang #1.

Unter der großen Trafohaube lastet das Hauptgewicht des Verstärkers. Die Transformatoren stammen ebenfalls aus eigener Produktion. Hier würde ich mir allerdings eine mechanische Entkopplung der Trafos vom Chassis wünschen
Unter der großen Trafohaube lastet das Hauptgewicht des Verstärkers. Die Transformatoren stammen ebenfalls aus eigener Produktion. Hier würde ich mir allerdings eine mechanische Entkopplung der Trafos vom Chassis wünschen

Nach dem Auspacken kann es dann auch gleich losgehen, oder nein halt, zuerst muss noch das Schutzgitter abgeschraubt werden, um die Transportsicherung für die Röhren zu entfernen. Der Verstärker wird mit gesteckten Endröhren geliefert! Nachdem keine kleinen Kinder mehr im Haus sind, wurde das Lochblech anschließend gleich ganz weggelassen, sonst erinnert mich der Verstärker von vorne irgendwie an einen Heizlüfter. Was er irgendwie ja auch ist, werden böse Zungen behaupten. So, jetzt haben wir die typische Skyline eines Röhrenverstärkers.

Alle Wege führen nach Rom; das hatte zumindest der Vatikan früher einmal gedacht. Ob nun die ungewöhnliche Kombination Transistor-Röhre auch ein Weg nach Rom ist, wird der Hörtest zeigen. Die dabei interessante Frage ist: Klingt er nun mehr nach Röhre oder mehr nach Transistor? Die Treiberstufe – hier als MosFet ausgelegt – hat ja entscheidenden Einfluss auf den Klang.

Also los gehts, den Verstärker eingeschaltet, hm, was ist jetzt? Die Röhren leuchten ja gar nicht! Schnell noch einmal alles kontrolliert; stimmt alles. Die Erleuchtung kommt diesmal vom Lichtschalter! Omm! Bei den Kron 300B Röhren handelt es sich offensichtlich um ein geschlossenes Elektroden-System, so dass man das Glimmen der Heizfäden nur bei ausgeschaltetem Licht sehen kann und auch dann nur, wenn man von oben direkt in die Röhre hinein schaut. Nix mit Weihnachtsstimmung! Wäre aber auch noch ein bisschen früh!


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