Ubiq Audio Model One

15.01.2016 // Wolfgang Kemper

Gibt es gediegenere Anschlüsse als die WBT nextgen™ 0703 Kupfer? Sie sind haptisch wie kontakttechnisch vom Feinsten
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Es war das Ziel von Igor Kante und Miro Krajnc, der Model One neben einem nicht sterilen, eher ins Warme tendierenden Klangbild einen gewissen Live Charakter zu implantieren. Das ist ihnen unüberhörbar gelungen. Es ist geradezu phänomenal, mit welcher Unbeschwertheit und Dynamik die Model One zu Werke geht. Grobdynamisch kennt sie keinerlei Probleme und im Feindynamischen spielt sie mit einer frappierenden Leichtfüßigkeit auf. Erstaunlich ist das Verhalten bei gemäßigten Pegeln. Mir hat sie im Bereich von Zimmerlautstärke oder etwas mehr oder weniger sogar besser gefallen als wenn sie richtig laut rangenommen wurde. Dank des technisch ausgefeilten Zusammenspiels der drei Chassis stellt die Model One bei keinem Lautheitsgrad einen Bereich tonal in den Vordergrund oder setzt ihn zurück. Das Klangbild bleibt stets über das gesamte Spektrum ausgewogen und homogen. So ist das Hören bei ruhigeren Pegeln weitaus angenehmer als gewohnt und vor allem mit mehr musikalischen Inhalten einhergehend. Selbst die Stones müssen nicht im ganzen Haus zu hören sein. Trotzdem bleibt die Aggressivität ihrer Stücke keineswegs auf der Strecke. Im Gegenteil, die feinen Strukturen, bei großen Lautstärken ein wenig ins plakativ Flächige eingeebnet, gestalten sich filigran und deutlich im Raum geordnet. Auch die Background Vocals erfahren eine klare und körperhafte Plastizität wie selten so deutlich gehört. Meine Frau wunderte sich, warum ich in den letzten Tagen so wenig Musik höre. Sie hat es schlichtweg nicht mitbekommen in ihrem Lesezimmer. Verantwortlich für die Fähigkeit der Model One, bei vergleichsweise sehr kleiner Lautstärke bereits wirklich alles zu bieten, dürften der überdimensionierte Antrieb der Chassis mit den sehr großen Schwingspulen und das für tonale Stimmigkeit sorgende Filternetzwerk sein. Dieser Charakterzug des Ubiq Audio Debütanten ist bemerkenswert und ich kenne keinen anderen Lautsprecher, der dies auf diesem Niveau zu leisten vermag. Die Model One ist mit dieser wunderbaren Eigenschaft enorm sozialverträglich.

Die Model One von unten betrachtet: Unterhalb des rückseitig stoffbespannten Gehäuses sieht man die Aluminiumplatte, dann den zurückliegenden Sockelteil und auf dem Foto zuoberst die Basis mit den Soundcare® SuperSpikes
Die Model One von unten betrachtet: Unterhalb des rückseitig stoffbespannten Gehäuses sieht man die Aluminiumplatte, dann den zurückliegenden Sockelteil und auf dem Foto zuoberst die Basis mit den Soundcare® SuperSpikes

Mehr und mehr wurde dieser Test für mich zum Vergnügen. Die Model One spielt ohne zu stressen mit enorm präzisem Timing. Meine aktuelle Lieblings-Tonquelle, das nun finanziell wieder erstarkte Streaming Portal Qobuz, habe ich über meinen MacMini durch alle Genres strapaziert, verglichen, genossen und Spaß gehabt. Welche möglichen Bedenken hatte ich anfänglich bezüglich Newcomern formuliert? Vergessen Sie´s! So wie die Model One daher kommt, ist sie alternativlos. In den ersten Tagen hörte ich die Model One mit meinem QED Genesis Silver Spiral Lautsprecherkabel. Nur aus Interesse, um zu erfahren, was sich ändert, tauschte ich dies gegen ein Paar Shunyata Research Andromeda, die im Grundtonbereich üblicherweise für Verschlankung sorgen. Voluminös tönenden Boxen gerät dies oft zum Vorteil, andere kippen ab ins Schrille. Unsere Ubiq Audio reagierte zwar mit einem etwas weniger warm ausgeprägten Klangbild, behielt aber all ihre Charakterzüge und Fähigkeiten bei.

Die geöffnete Bodenplatte gibt Einblick auf das hochwertige, handgefertigte Gehäuse mit unterschiedlichen Stärken aus Okoume Holz
Die geöffnete Bodenplatte gibt Einblick auf das hochwertige, handgefertigte Gehäuse mit unterschiedlichen Stärken aus Okoume Holz


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