AcousticPlan DigiMaster, DriveMaster und PowerMaster

22.04.2016 // Jürgen Saile

Wenn Sie die Schwelle des HiFi-Händlers mir Ihrem neugekauften Digitalwandler überschritten haben, ist dieser bereits veraltet! Kennen Sie dieses Gefühl? Passiert Ihnen mit dem AcousticPlan DigiMaster garantiert nicht! Und mit dem DriveMaster sowieso nicht.

Sehen die nicht schnuckelig aus? Aber das Äußere darf nicht über den Inhalt hinwegtäuschen, der ist professionell und akribisch sauber gefertigt.
Sehen die nicht schnuckelig aus? Aber das Äußere darf nicht über den Inhalt hinwegtäuschen, der ist professionell und akribisch sauber gefertigt.

Eine neue Gerätegeneration wird zwangsläufig immer dann entwickelt, wenn der bisher eingesetzte Wandler-Chip nicht mehr produziert wird und durch einen neuen, natürlich viel besseren ersetzt wird. Zumindest hoffen das alle. AcousticPlan setzt nun im DigiMaster den guten alten 24-Bit-1704K-Chip ein, den letzten der R2R-Gattung aus dem Hause Burr Brown. Dieser wird seit einiger Zeit nicht mehr produziert und präsentiert das Ende einer Ära, in der Qualität noch an erster Stelle stand. Die mittlerweile hergestellten Chips sind alle Sigma/Delta-Typen, die zwar wesentlich mehr Technologien in einem Chip ermöglichen, bei denen die erreichbare Wiedergabequalität dafür aber nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Jedenfalls konnten die Produktionskosten gesenkt werden. Schöne neue Welt! Wobei man fairerweise natürlich sagen muss, dass beide Technologien Vor- und Nachteile haben. Der BB 1704 wurde seinerzeit in verschiedenen Selektionsstufen geliefert – die Widerstände waren lasergetrimmt – wobei die hier eingesetzte Version 1704 K die höchste Qualität bietet. Dieser aus heutiger Sicht betagte Wandlerchip gilt als einer der besten Audio-DACs überhaupt, was die mittlerweile auch geforderten Fantasiepreise für einzelne Restposten erklärt. Trotz seines „Alters“ kann er High-Res Formate bis 24 Bit/192 Kilohertz wiedergeben.

Die Geräte sind natürlich unter Anderem deshalb so klein, weil die Netzteile ausgelagert sind.
Die Geräte sind natürlich unter Anderem deshalb so klein, weil die Netzteile ausgelagert sind.

Nun macht der Wandler-Chip alleine noch keine gute Wiedergabe, da muss das Umfeld natürlich stimmen. Zunächst einmal liefert der 1704 lediglich ein Stromsignal, das erst in ein Spannungssignal umgewandelt werden muss, sonst hören wir gar nix. Die modernen 1-Bit-„Zappler“ haben diese Funktion bereits integriert, was vom Schaltungsaufwand natürlich einfacher ist, dann aber auch keinerlei Gestaltungsmöglichkeiten mehr zulässt. Im DigiMaster übernimmt diese Funktion keine elektronische Schaltung, sondern ein Widerstand, der natürlich wegen der Kanalgleichheit möglichst präzise gefertigt sein muss. Von anderem neumodischem Zeugs wie Upsampling oder Oversampling hält Jäckle gar nichts, es befinden sich also keine digitalen Filter im Signalweg. Zu diesem Thema sind schon ganze Bücher geschrieben worden, Interessierte können sich hier einen vergnüglichen Abend im Internet machen. Die einfachste Lösung ist für mich immer: anhören! Und da ist man geneigt, dem Entwickler recht zu geben, tonal hat der DigiMaster einiges zu bieten. Aber ich will nicht vorgreifen. Der Wandler arbeitet im asynchronen Modus; der Arbeitstakt wird also vom Generator des DigiMasters vorgegeben. Damit soll eine jitterfreie Übertragung gewährleistet sein. Die USB Schnittstelle wird vom PC versorgt, allerdings ist das Gerät via iCoupler galvanisch vom PC getrennt. Nein, der iCoupler kommt nicht aus Coupertino!

Sollte jemand – so rein zufällig – eine Schachtel Telefunken EC 806 S herumliegen haben, so kann er diese ebenfalls einsetzen.
Sollte jemand – so rein zufällig – eine Schachtel Telefunken EC 806 S herumliegen haben, so kann er diese ebenfalls einsetzen.


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